Architekturobjekt 9 von 14.146

Architekturobjekte


Hyparschale Magdeburg

39114 Magdeburg, Kleiner Stadtmarsch 7

Diese Objektpräsentation wurde angelegt von: gmp · Architekten von Gerkan, Marg und Partner

Hyparschale Magdeburg - Hyparschale Magdeburg

© Marcus Bredt

Hyparschale Magdeburg - Hyparschale Magdeburg

© Marcus Bredt

Hyparschale Magdeburg - Hyparschale Magdeburg

© Marcus Bredt

Hyparschale Magdeburg - Hyparschale Magdeburg

© Marcus Bredt

Hyparschale Magdeburg - Hyparschale Magdeburg

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Hyparschale Magdeburg - Hyparschale Magdeburg

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Hyparschale Magdeburg - Hyparschale Magdeburg

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Hyparschale Magdeburg - Hyparschale Magdeburg

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Hyparschale Magdeburg - Hyparschale Magdeburg

© Marcus Bredt

Hyparschale Magdeburg - Hyparschale Magdeburg

© Marcus Bredt

Diese Objektpräsentation wurde angelegt von: gmp · Architekten von Gerkan, Marg und Partner

Basisdaten zum Objekt

Lage des Objektes

Kleiner Stadtmarsch 7, 39114 Magdeburg, Deutschland

Objektkategorie

Objektart

Art der Baumaßnahme

Sanierung / Modernisierung

Fertigstellungstermin

06.2024

Projektbeteiligte Firmen und Personen

Architekt/Planer

gmp · Architekten von Gerkan, Marg und Partner

Hardenbergstraße 4–5

10623 Berlin

Deutschland

info@gmp.de

Fachplanung: Tragwerksplanung

Ingenieurgesellschaft Prof. Rühle, Jentzsch & Partner GmbH

Altmarkt 10 A

01067 Dresden

Deutschland

Tel. 0351/4973930

Bauleitung (LPH 8)

A.BB-Architekten GbR

Zum Handelshof 7

39108 Magdeburg

Deutschland

info@a-bb.info

Sonstige

CARBOCON GMBH

Mohorner Str. 13 13

01159 Dresden

Deutschland

info@carbocon-gmbh.de

Fachplanung: Beleuchtung

Lichtvision Design GmbH

Fritschestr. 27/28

10585 Berlin

Deutschland

mail@lichtvision.com

Fachplanung: Schallschutz, Raumakustik

ADA Acoustics & Media Consultants

Arkonastr. 45-49

13189 Berlin

Deutschland

info@ada-amc.eu

Fachplanung: Gebäudetechnik

Haupt Ingenieurgesellschaft mbH

Berliner Str. 81A

04129 Leipzig

Deutschland

info@haupt-ig.de

Fachplanung: Gebäudetechnik

Ingenieurbüro Elektrotechnik Dipl. Ing. Andreas Kist

In der Alten Kaserne 1

39288 Burg

Deutschland

IBKist@t-online.de

Fachplanung

Moniteurs GmbH Kommunikationsdesign

Ackerstr. 21-22

10115 Berlin

Deutschland

Fachplanung: Erd- und Grundbau

IKM Ingenieurkontor Magdeburg

Lübecker Str. 105

39124 Magdeburg

Deutschland

post@ikm-bauplan.de

Fachplanung: Bauphysik

Ingenieurbüro Kriegenburg

Breite Straße 24 24

39114 Magdeburg

Deutschland

blowerdoor@ib-kriegenburg.de

Fachplanung: Bauphysik

ITG Energieinstitut GmbH

Joseph-von-Fraunhofer-Str. 2

39106 Magdeburg

Deutschland

Architektur: Landschaftsarchitekt

DÄRR LANDSCHAFTSARCHITEKTEN

Ernst-Grube-Str. 1

06120 Halle

Deutschland

freiraum@la-daerr.de

Architektur: Landschaftsarchitekt

Diana Doering, Freie Landschaftsarchitektin

An der Waldschule 14

39128 Magdeburg

Deutschland

info@la-doering.de

Verwendete Produkte

création baumann (Deutschland)

Akustikvorhänge

Shelter

FSB Franz Schneider Brakel

Türdrücker

FSB 1244

Thiele Glas

Sonnenschutzverglasungen

TG-THERM®sun

Gebäudedaten

Bauweise

Stahlbetonbau

Tragwerkskonstruktion

Stahlbeton

Anzahl der Vollgeschosse

2-geschossig

Raummaße und Flächen

Bruttorauminhalt

23.058 m³

 

Bruttogrundfläche

3.948 m²

 

Nutzfläche

2.993 m²

Beschreibung

Objektbeschreibung

Hyparschale Magdeburg
Denkmalgerechter Umbau und Sanierung

Nach über zwanzig Jahren Leerstand ist der zuvor stark verfallene Betonschalenbau von 2019 bis 2024 im Auftrag der Landeshauptstadt Magdeburg und nach den Plänen der Architekten von Gerkan, Marg und Partner (gmp) umfassend saniert und umgebaut worden. Im Mittelpunkt des Entwurfs von gmp steht der Erhalt der räumlichen Wirkung des Schalendachs und die Wiederbelebung der seit 1998 denkmalgeschützten Halle als multifunktionaler Veranstaltungs- und Ausstellungsort. Durch das Zusammenspiel aus Anforderungen des Denkmalschutzes und programmatischer Neukonzeption ist die „neue“ Hyparschale exemplarisch für den Erhalt und die Modernisierung weiterer Müther-Bauten und anderer Bauwerke der Nachkriegsmoderne.

Die Hyparschale am östlichen Elbufer konstruierte der Bauingenieur Ulrich Müther (1934–2007) aus vier hyperbolischen Paraboloiden. Die regelmäßig doppelt gekrümmten Dachflächen überspannen zusammen eine Fläche von 48 x 48 Metern und ermöglichen eine komplett stützenfreie Halle. Damit ist die 1969 für die Magdeburger Messe als Mehrzweckhalle erbaute Hyparschale eines der größten erhaltenen Bauwerke dieser Art.

Eine neue Raumstruktur im Innenraum greift Müthers quadratisches Grundsystem auf und macht den offenen Raum mit seinem geschwungenen Dach vielfältig erlebbar:​ Zur Umsetzung des von der Landeshauptstadt Magdeburg in Auftrag gegebenen kleinteiligen Raumprogramms wurden vier Kuben mit Grundflächen von 15 x 15 Metern jeweils in den Ecken der Halle angeordnet. Auf den Kuben entstehen Galerien, die durch Brücken miteinander verbunden sind. Die flexibel nutzbare Struktur erzeugt zusammenschaltbare Räume für kleinere Veranstaltungen, Seminare, Ausstellungen und Gastronomie, die den großen Veranstaltungssaal für bis zu 500 Personen in der Mitte der Halle räumlich fassen.

Durch die Sanierung der Betonschalen mit Carbonbeton konnte die Tragfähigkeit des Daches nicht nur wiederhergestellt werden, sondern sie wurde sogar erhöht. Zudem wurden die zwischen den Schalen verlaufenden Oberlichter wieder geöffnet. Ursprünglich mit Glasbausteinen ausgefacht, waren sie wegen Undichtigkeit schon kurz nach Fertigstellung des Gebäudes geschlossen worden.

Konstruktiv und gestalterisch knüpfen die hinzugefügten Einbauten an die ursprünglich industriell geprägte, vertikal betonte Außenfassade aus Stahl und Glas an. Die neue transparente Glasfassade ermöglicht den Blick zum und vom Rotehornpark – dem im Zentrum Magdeburgs gelegenen Stadtpark – und ersetzt die bisherige transluzente Industrieverglasung, wobei die originale Fassadengliederung erhalten wurde.
 

Beschreibung der Besonderheiten

Verstärkung mit Carbonbeton 

In der ersten Phase der Sanierung der Hyparschale wurde die Tragfähigkeit des Daches wiederhergestellt und sogar noch auf das Anderthalbfache erhöht. Nur 70 Millimeter beträgt die ursprüngliche Schalendicke, die durch die Sanierung mit Carbonbeton wieder erreicht werden konnte. Aufgebracht in einem speziell für die Hyparschale Magdeburg entwickelten Verfahren, verstärkt der flexible Verbundwerkstoff das zuvor durch Korrosion gefährdete Schalendach an der Innen- und Außenfläche.

Auf Basis einer Bestandsanalyse wurde das nachhaltige und behutsame Konzept mithilfe von Carbonbeton entwickelt. Dieser besteht aus Feinbeton und einer Bewehrung aus Carbonmatten. Feinste Fasern aus Carbon werden zu Garnen zusammengefasst und zu einer Gitterstruktur weiterverarbeitet. Die Gelege oder Matten lassen sich in ihrer Tragfähigkeit, Flexibilität und Verformbarkeit variieren. Im Unterschied zum Stahlbeton, bei dem die Betonschicht die Bewehrung vor Korrosion schützen muss, sind besonders leichte, filigrane und tragfähigere Konstruktionen möglich. Mit der nur für die Hyparschale Magdeburg zugelassenen Ausführung konnte passgenau auf deren Anforderungen reagiert werden. Die vier separaten Dachsegmente erlaubten zudem einen optimalen Bauablauf:​ Während der Betonage eines Quadranten wurden parallel die anderen Flächen vorbereitet.  

Dazu wurden zunächst die bestehenden Betonflächen innen und außen abgestrahlt und leicht begradigt. Um im Sinne des Denkmalschutzes die Proportionen des Daches nicht zu verändern und seine Tragfähigkeit nicht zu gefährden, wurde von der 7 Zentimeter dicken Betonschale millimetergenau genau so viel abgeschliffen, wie später mit dem Carbetonbeton-Verfahren wieder aufgebracht wurde, insgesamt 2 Zentimeter an der Schalenober- und -unterseite. Nachdem Stellen mit offenliegender Bewehrung ausgebessert waren, wurde die erste Feinbeton-Schicht aufgebracht, die bewehrende Carbonmatte eingelegt und mit der zweiten Betonlage bedeckt. Das Nass-in-Nass-Arbeiten gleicht nahezu dem handwerklichen Vorgehen zu Müthers Zeiten, allerdings mit den technischen Möglichkeiten von heute. 

Nachhaltigkeit

Die originale Schalendicke von nur 70 mm wurde durch die Sanierung mit Carbonbeton wieder erreicht. Mit einem speziell für die Hyparschale Magdeburg entwickelten Verfahren, eine Modifizierung aus dem Straßenbau, verstärkt der Verbundwerkstoff das zuvor Korrosion gefährdete Schalendach innen und außen. Der Einsatz von Carbonbeton zur Sanierung der Dachschalen spart bis zu 80 % an Material und Ressourcen; zum Recycling lassen sich beiden Grundkomponenten Carbon und Beton trennen. Die neuen Kuben im Inneren können bei veränderten Nutzungsanforderung losgelöst von der äußeren Hülle rückgebaut werden.


 

Auszeichnungen

19. Ernst & Sohn Ingenieurbaupreis - Preisträger, 2026

DAM Preis 2026 - Shortlist

Balthasar Neumann Preis 2025 - Anerkennung

Architizier A+ Award 2025 - Sustainable Adaptive Reuse / Renovation Project - Finalist

European Award Architectural Heritage Intervention (AHI) - Shortlist, 2025

Stadtumbau Award Sachsen-Anhalt 2025 - Engere Wahl

Bauwerk des Jahres 2024, AIV Magdeburg

Architekturpreis des Landes Sachsen-Anhalt 2025 - Auszeichnung

db-Preis "Respekt und Perspektive" 2024 - Anerkennung

Iconic Awards 2024 - Gebäudeleitsystem - Winner

DER DEUTSCHE LICHTDESIGN-PREIS 2026 - Nominierung

Schlagworte

Umbau, Sanierung, Schalenbau, Carbonbeton, Bauen im Bestand

Objektdetails

Gebäudespezifische Merkmale

Anzahl Sitzplätze

500

Das Objekt im Internet

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