Architekturobjekte
Heinze ArchitekturAWARD 2026: Teilnehmer
Hotel Kristberg
6764 Lech am Arlberg, Dorf 316, Österreich
Diese Objektpräsentation wurde angelegt von: cp architektur, Architekt Christian Prasser
Diese Objektpräsentation wurde angelegt von: cp architektur, Architekt Christian Prasser
Basisdaten zum Objekt
Lage des Objektes
Dorf 316, 6764 Lech am Arlberg, Österreich
Objektkategorie
Objektart
Art der Baumaßnahme
Neubau
Fertigstellungstermin
12.2025
Zeichnungen und Unterlagen
Projektbeteiligte Firmen und Personen
Verwendete Produkte
Gebäudedaten
Bauweise
Stahlbetonbau
Tragwerkskonstruktion
Stahlbeton
Anzahl der Vollgeschosse
3- bis 5-geschossig
Raummaße und Flächen
Bruttogrundfläche
5.190 m²
Nutzfläche
4.356 m²
Grundstücksgröße
3.362 m²
Kosten
Gesamtkosten der Maßnahme (ohne Grundstück)
22.000.000 Euro
Lage und Umgebung
Beschreibung
Objektbeschreibung
Die Architektur versteht sich als moderne Interpretation des alpinen Bauens. Traditionelle Elemente wie Holz, Schindeln und textile Motive werden nicht nostalgisch zitiert, sondern abstrahiert und zeitgemäß neu gedacht.
Die Materialien
In Innenraum bilden dunkler Sichtbeton und Eschenholz interessante Kontraste, wobei das Eschenholz je nach Raum unterschiedliche Farbtöne einnimmt: hellbeige im Wellnessbereich, maronifarben in allen Suiten und kaffeebraun in den öffentlichen Bereichen. Weiters zieht sich ein dunkler Grünton durch alle Stockwerke und Räume, der die Farbe der CI des Hotels aufnimmt und zugleich Assoziationen an Wald weckt. Organische Elemente, starke Strukturen, punktuelle Farbkontraste beleben die Sinne. Subtil wird dabei die Geschichte des Hauses in den Hotelneubau integriert, wodurch der Gast zum Dialog eingeladen wird.
Living Lobby und Salon Lech
Im Hotel Kristberg wird der Eingangsbereich als Living Lobby gedacht: ein lebendiger Raum, in dem Ankommen, Verweilen und Begegnen ineinandergreifen. Rezeption, Lounge, Bar und der Salon Lech mit Open Kitchen bilden eine zusammenhängende Raumlandschaft mit unterschiedlichen Aufenthaltsqualitäten.
Die Atmosphäre ist wohnlich und einladend gestaltet. Warme Materialien, komfortable Sitzgelegenheiten und der fließende Übergang zwischen den Bereichen schaffen einen Ort, der sowohl Rückzug als auch Austausch ermöglicht. Der Übergang zum Salon Lech, der sowohl als Frühstücksraum als auch als legeres Restaurant funktioniert, erfolgt fließend.
Großzügige Verglasungen binden die Berglandschaft in das Raumerlebnis ein und verleihen der Living Lobby des Hotel Kristberg Offenheit und Weite. In der Gestaltung dominiert das kaffeebraune Eschenholz, ergänzt durch grüngepolsterte Sessel, die Farben der CI des Hotel Kristberg fortführend.
Im Restaurantbereich setzen kristalline Beleuchtungskörper interessante Akzente, die sich in den spiegelnden Fensterscheiben scheinbar unendlich wiederholen. Eigens für den Raum entworfene Sitzbänke mit hohen Rückenlehnen, ermögliche eine flexible Bestuhlung und die Schaffung von transparenten, aber dennoch abgetrennten Zonen. Die offene Küche fungiert morgens wie abends als Buffet und ermöglicht eine legere Kommunikation mit dem Küchenteam.
Die Suiten
Das wichtigste Merkmal der knapp 30 Suiten – der Panoramablick in die alpine Umgebung. Eine für Lech ungewöhnliche Offenheit des Baukörpers wird durch die großzügige Verglasung des Gebäudes erreicht. Die vertikalen Balkongeländer sowie Holzlatten fungieren als Filter, fokussieren den Blick nach außen und schützen zugleich die Privatheit im Inneren.
Das in den Zimmern dominierende maronifarbene Eschenholz wird durch grüne Wandoberflächen mit Wischstrukturen ergänzt, die in ihrer Haptik und Farbigkeit an Wälder und Moose erinnern. Als farblicher Kontrast zieht die Minibar in Moosgrün die Blicke auf sich. Die Textilien sowie die Badezimmer sind durch zwei Farbwelten geprägt: entweder Aubergine und Rosa samt dunkelgrünen Bädern sowie eine ruhigere Palette aus Beige und Grau mit hellgrünen Akzenten im Badezimmer.
Sämtliche Möbel – bis auf die Fauteuils – wurden speziell für das Haus entworfen und unterstreichen den ganzheitlichen Gestaltungsansatz. Subtile Details erwecken Assoziationen an die Natur wie z. B. der lange, organische Holzgriff der Badezimmertüre.
Ein prägendes Element der Zimmer sind große, langgezogene Leuchten in organischen Formen, die wie Lampions in den Räumen schweben. Sie sind von außen sichtbar und setzen den Innenraum atmosphärisch in Szene. Diese bewusste Inszenierung verstärkt den Eindruck von Offenheit und Gastlichkeit und schafft ein sinnliches Bild von Wohnen und Behaglichkeit.
Der Wellness-Bereich
Der Wellness-Bereich setzt die architektonische Idee fort. Naturbelassene Schindeln, maßgefertigte Wellnessliegen und gezielt eingesetzte Grüntöne schaffen eine ruhige, erdende Atmosphäre. Panoramafassade vor den Outdoorpools binden die umliegende Bergwelt unmittelbar ein und verstärken das Gefühl von Rückzug und Weite zugleich.
Das Zentrum des Ruheraums bildet ein freihängender Kamin, entworfen von cp architektur. Er besteht aus polygonalen Elementen aus hell glacierter Keramik, die sich übereinanderschichten. Dessen Basis ist eine offene Feuerstelle aus Schwarzstahl. Wie um ein Lagerfeuer herum entwickelt sich eine Sitzlounge, die zum Lesen und Entspannen einlädt. Auf podestartigen Stufen gruppieren sich Liegen um die Feuerstelle, in Kombination mit den in Weißtanne geschindelten Wänden ergib es eine heimelige Atmosphäre.
Über den Scotch Club
Der Scotch Club war jahrzehntelang Fixpunkt im Lecher Nachtleben. Heute wird er mit neuem Leben gefüllt, ist aber weit mehr als ein Club: Er ist ein Ort gelebter Geschichte und zeitgenössischer Clubkultur, in den frühen Abendstunden dient er als Restaurant – Dinner Club.
Architektonisch öffnet der Scotch Club gezielt Sichtachsen auf den Dorfkern von Lech und schafft so eine bewusste Verbindung zwischen Innen- und Außenraum. Bereits von außen wecken Einblicke Neugier, während sich im Inneren ein vielschichtiges Raumgefühl entfaltet, das Bewegung, Licht und Materialität miteinander verknüpft.
Der polygonale Grundriss des Clubs wird durch eine verchromte, wellige Spiegelwand aufgenommen und verstärkt. Sie reflektiert Licht, Gäste und Dynamik und verleiht dem Raum Tiefe und Lebendigkeit. Die dominante Farbwelt aus Rostrot und Lila wird durch Akzente der 1970er-Jahre ergänzt: Cordstoffe und Samt bei den Sitzmöbeln zitieren die Blütezeit des Clubs und verleihen dem Interieur eine sinnliche, warme Atmosphäre.
Ein prägendes Element sind die ausgestellten Formel-1-Helme, die an jene Zeit erinnern, als der Scotch Club neben des Ski Jetsets ein Treffpunkt der internationalen Formel-1-Szene war. Diese Referenzen sind bewusst in das Gestaltungskonzept integriert und schlagen eine Brücke zwischen Sportgeschichte, Glamour und Nachtkultur.
Im Kontrast zu den glänzenden Oberflächen steht die strukturierte Holzdecke: Mosaikartige Holzelemente übernehmen sowohl akustische Funktionen als auch eine starke gestalterische Rolle. Sie sorgen für Klangqualität und Wärme und verankern den Raum zugleich im alpinen Kontext. Zwischen den Holzelemente stecken Lichtelemente aus weißem Marmor, die wie umgedrehte Bergpanoramen wirken. Sie können – zentral gesteuert – unterschiedliche Lichtfarben annehmen und tragen wesentlich dazu bei, die unterschiedlichen Funktionen des Scotch Clubs zu unterstreichen. Mit gedämpftem ruhigem Licht unterstützen sie die Atmosphäre für ein schönes Abendessen mit gehobener Küche, am späteren Abend untermalt das Licht mit wechselnden Farbtönen, im Rhythmus der Musik, die Stimmung des Clubs.
Das zentrale Gestaltungskonzept für das Hotel Kristberg ist das „von innen nach außen leuchtende Haus“, das auch für den Scotch Club von großer Bedeutung ist. Im Innenraum eingesetzte Lichtelemente erzeugen eine warme Lichtstimmung, die nach außen wirkt und den Club als lebendigen Bestandteil des Ortsbildes sichtbar macht. Betont wird das Materialkonzept durch Zementgussböden in Lila, die Robustheit mit gestalterischer Eigenständigkeit verbinden und dem Raum eine klare, zeitgemäße Basis geben.
Der Scotch Club vereint auf diese Weise Geschichte, Design und Musik zu einem Ort mit starker Identität.
Die Toilette als Fotopoint?
Ein unerwarteter Eyecatcher findet sich in den öffentlich zugänglichen Toiletten: Ein überlebensgroßer Goldfisch schwimmt dem Gast entgegen. Mit einem Augenzwinkere sind die “instagrammable“ Toiletten ein willkommener Beitrag zum Smalltalk.
Die Fotogalerie
Als Hommage an Egon Zimmermann, den Olympiasieger in der Abfahrt in Innsbruck 1964 und Gründungsvater des Hotels, wurden auf vier Etagen eine von Michaela Feurstein-Prasser kuratierte Fotogalerie eingerichtet. Die dunklen rauen Betonwände des Stiegenhauses bieten dabei einen interessanten Hintergrund für die großformatigen großteils in schwarz-weiß produzierten Fotos. Nach Themen wie „Kindheit“, „Skirennen“, „prominente Gäste und Freunde“ oder der berühmte „Porschesprung“ gruppiert, erzählen die Fotos die Geschichte eines der berühmtesten Skistars vom Arlberg und verbinden den Neubau mit der langen Tradition dieses Orts.
Auszeichnungen
BIG SEE Architecture Award 2026, Gewinner Kategorie Tourism public
Schlagworte
Energetische Kennwerte
Energiestandard
Energetische Kennwerte
Primärenergie
Fernwärme
Sekundärenergie
Fernwärme
Weitere Dokumente zum Objekt
Objektdetails
Gebäudespezifische Merkmale
Anzahl Betten
60
Das Objekt im Internet
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