Architekturobjekt 31 von 121

Architekturobjekte


Historischer Ortskern von Herrstein

Mittelalter-Feeling pur: Im historischen Ortskern der HunsrĂŒckgemeine Herrstein hat sich ein einmaliges Ensemble aus jahrhundertalten FachwerkhĂ€usern erhalten. Sie prĂ€gen bis heute das Ortsbild und begeistern jedes Jahr viele Touristinnen und Touristen. - Historischer Ortskern von Herrstein

© Alexandra Lechner Corporate Photography Frankfurt

Mittelalter-Feeling pur: Im historischen Ortskern der HunsrĂŒckgemeine Herrstein hat sich ein einmaliges Ensemble aus jahrhundertalten FachwerkhĂ€usern erhalten. Sie prĂ€gen bis heute das Ortsbild und begeistern jedes Jahr viele Touristinnen und Touristen. - Historischer Ortskern von Herrstein

© Alexandra Lechner Corporate Photography Frankfurt

Mittelalter-Feeling pur: Im historischen Ortskern der HunsrĂŒckgemeine Herrstein hat sich ein einmaliges Ensemble aus jahrhundertalten FachwerkhĂ€usern erhalten. Sie prĂ€gen bis heute das Ortsbild und begeistern jedes Jahr viele Touristinnen und Touristen. - Historischer Ortskern von Herrstein

© Alexandra Lechner Corporate Photography Frankfurt

Vorher-Bilder zum Vergleich: An vielen FachwerkhĂ€usern in Herrstein hatte der Zahn der Zeit genagt. Holz und Gefache waren teils so stark angegriffen, dass die Restaurierungsarbeiten keine Minute zu frĂŒh begonnen. - Historischer Ortskern von Herrstein

© Heidi Ritter

Vorher-Bilder zum Vergleich: An vielen FachwerkhĂ€usern in Herrstein hatte der Zahn der Zeit genagt. Holz und Gefache waren teils so stark angegriffen, dass die Restaurierungsarbeiten keine Minute zu frĂŒh begonnen. - Historischer Ortskern von Herrstein

© Heidi Ritter

Beeindruckender Detailreichtum: Komplexe Fachwerkkonstruktionen und kunstvolle Verzierungen waren frĂŒher Ausdruck des Wohlstands der HauseigentĂŒmerinnen und -eigentĂŒmer. - Historischer Ortskern von Herrstein

© Alexandra Lechner Corporate Photography Frankfurt

Beeindruckender Detailreichtum: Komplexe Fachwerkkonstruktionen und kunstvolle Verzierungen waren frĂŒher Ausdruck des Wohlstands der HauseigentĂŒmerinnen und -eigentĂŒmer. - Historischer Ortskern von Herrstein

© Alexandra Lechner Corporate Photography Frankfurt

Der historische Ortskern von Herrstein ist eine denkmalgeschĂŒtzte Zone. Bei der Restaurierung der FachwerkhĂ€user orientierten sich die Beteiligten deshalb eng an der schon bestehenden Farbgebung. - Historischer Ortskern von Herrstein

© Alexandra Lechner Corporate Photography Frankfurt

Der historische Ortskern von Herrstein ist eine denkmalgeschĂŒtzte Zone. Bei der Restaurierung der FachwerkhĂ€user orientierten sich die Beteiligten deshalb eng an der schon bestehenden Farbgebung. - Historischer Ortskern von Herrstein

© Alexandra Lechner Corporate Photography Frankfurt

Der historische Ortskern von Herrstein ist eine denkmalgeschĂŒtzte Zone. Bei der Restaurierung der FachwerkhĂ€user orientierten sich die Beteiligten deshalb eng an der schon bestehenden Farbgebung. - Historischer Ortskern von Herrstein

© Alexandra Lechner Corporate Photography Frankfurt

Caparol: Sanierungsprojekt FachwerkhÀuser in Herrstein - Historischer Ortskern von Herrstein

© Alexandra Lechner Corporate Photography Frankfurt

Ein Referenzprojekt von CAPAROL Farben Lacke Bautenschutz

Basisdaten zum Objekt

Lage des Objektes

55756 Herrstein, Deutschland

Objektkategorie

Objektart

Art der Baumaßnahme

Sanierung / Modernisierung

Fertigstellungstermin

02.2023

Projektbeteiligte Firmen und Personen

Architekt/Planer

Heidi Ritter Architektin

Frankenweg 5

55743 Idar-Oberstein

Deutschland

Tel. +49 6781 901390

architekturbuero-h.ritter@t-online.de

Bauleistung: Maler, Lackierer

MalergeschĂ€ft SchĂŒller GmbH

Hauptstrasse 17A

55767 Niederbrombach

Deutschland

Tel. 06787-9797-0

info@malergeschaeft-schueller.de

Bauleistung: Maler, Lackierer

Malerbetrieb Pfeiffer e.K.

Obere Kirchstraße 9

55743 Idar-Oberstein / Weierbach

Deutschland

Tel. 0 172 - 68 38 23 3

info@malerbetrieb-pfeiffer.de

Verwendete Produkte

CAPAROL Farben Lacke Bautenschutz

Fassadenfarben

Mineralische Werkstoffe fĂŒr moderne und historische OberflĂ€chen

Beschreibung

Objektbeschreibung

Mehr Mittelalter-Feeling geht kaum: Im kleinen Ort Herrstein im HunsrĂŒck schmiegen sich FachwerkhĂ€user malerisch aneinander, staunende Touristinnen und Touristen wandern durch enge GĂ€sschen und ĂŒber kopfsteingepflasterte PlĂ€tze – und ĂŒber allem thront die alte Burg Herrstein mit ihrem beeindruckenden Bergfried. Doch so idyllisch das historische Ensemble heute auch wirkt: Noch vor wenigen Jahren bröckelte und blĂ€tterte es in Herrstein an allen Ecken und Enden.

„Den damaligen Zustand der FachwerkhĂ€user in Herrstein wĂŒrde ich als ‚von-bis‘ bezeichnen“, erzĂ€hlt Malermeister Ingo Nolde vom MalergeschĂ€ft SchĂŒller GmbH. „Einige GebĂ€ude brauchten einfach einen Überholungsanstrich. Bei anderen mussten wir ganze Gefache erneuern. Auch Feuchtigkeit war ein großes Thema.“ Seit April 2021 arbeitet Nolde mit seinem Team von Malerinnen und Malern an der Rettung von insgesamt 31 historischen GebĂ€uden in der HunsrĂŒckgemeinde. Eine echte Mammutaufgabe. Um das Mega-Projekt zu stemmen, hat die Firma SchĂŒller mit der Pfeiffer KG deshalb auch einen Nachunternehmer zur UnterstĂŒtzung ins Boot geholt, die Betriebe teilen sich die Arbeiten auf. Voraussichtlich im SpĂ€tsommer 2023 wird die Rettung des historischen Ortskerns abgeschlossen sein.

Vorsicht: denkmalgeschĂŒtzte Zone!
Umgesetzt wurden die Arbeiten mit den Produkten der Histolith-Serie von Caparol. Histolith ist ein Komplettsystem fĂŒr die Renovierung und Restaurierung von FachwerkgebĂ€uden und bietet von Leinölfarben ĂŒber Kalkputze bis hin zu Innen- und Außenfarben alles, was fĂŒr eine fachmĂ€nnische Restaurierung von solchen historischen HĂ€usern gebraucht wird.

„Der Ortskern von Herrstein ist eine denkmalgeschĂŒtzte Zone, weswegen unser mineralisches Histolith-Produktportfolio die richtige Wahl war“, erlĂ€utert Walter Schimmel, der das Projekt fĂŒr Caparol betreut. „Die Produkte mĂŒssen natĂŒrlich auf der einen Seite die Bausubstanz erhalten und schĂŒtzen. Auf der anderen Seite sollen sie aber auch den heutigen Standards in der Verarbeitung entsprechen. Diesen Spagat schaffen wir mit Histolith.“ Circa 6.000 Quadratmeter FassadenflĂ€che und etwa 4.000 Quadratmeter Holzwerk werden bis Ende des Projekts mit Caparol-Produkten bearbeitet worden sein.

Als Azubi direkt ins Mammutprojekt
Mit auf der Baustelle ist immer wieder auch Paul Nolde, der bei der Firma SchĂŒller seit August 2021 seine Ausbildung zum Maler macht. Zu Beginn seiner Ausbildung hat er in Herrstein vor allem Schleif- oder Abbrucharbeiten ĂŒbernommen, inzwischen ĂŒbt er sich immer stĂ€rker aber auch in Facharbeiter-Aufgaben: Gefache streichen, Holz lasieren und so weiter. „Wir machen mit der Firma viele Altbauten, aber in Herrstein kann ich das noch mal richtig vertiefen“, erzĂ€hlt er aus seinem Azubi-Alltag. „Was mir hier zum Beispiel richtig Spaß macht, sind die filigranen Malerarbeiten, wenn ich zum Beispiel die feinen Linien an den Fachwerkgestellen entlangziehe.“ Das macht Nolde – verstĂ€ndlicherweise – mehr Spaß als etwa irgendwo alte Tapeten abzuziehen.

Beeindruckt hat ihn auch die Freilegung des Fachwerks an einem Haus, das in den Sechzigerjahren komplett mit Putz ĂŒberzogen worden war. Überhaupt ist der Azubi Feuer und Flamme fĂŒr seine Berufswahl: „Ich wollte nach dem Schulabschluss gleich etwas Produktives machen, am Ende des Tages das Ergebnis meiner Arbeit sehen. Ich finde es cool, aus etwas Altem und Kaputtem etwas richtig Schönes zu machen.“

Rettungsaktion kam keine Minute zu frĂŒh
Und kaputt war in Herrstein tatsĂ€chlich einiges. WĂ€hrend der Arbeiten seien immer wieder SchĂ€den zutage getreten, die in der Planungsphase noch gar nicht sichtbar waren, erzĂ€hlt die verantwortliche Architektin Heidi Ritter. „WĂ€hrend der Reinigung alter Balken fiel auf, dass bei frĂŒheren Sanierungsarbeiten die Holzrisse mit falschen Materialien ausgespritzt wurden. Das mangelhafte Material hat dann im Laufe der Jahre die Feuchtigkeit angezogen und das GebĂ€lk zerstört. Eines der GebĂ€ude war fast einsturzgefĂ€hrdet. Insofern kam die Initiative zur Rettung dieser GebĂ€ude keine Minute zu frĂŒh.“

Angestoßen hat das Projekt Wolfgang Hey, ehemaliger BĂŒrgermeister von Herrstein und Landrat a.D. des Kreises Birkenfeld. Schon Mitte der 1970er hatte er ein umfangreiches Restaurierungsprojekt in Herrstein initiiert – nun war es erneut an der Zeit, aktiv zu werden. Hey machte NĂ€gel mit Köpfen: Mit Freunden grĂŒndete er den „Förderverein Historischer Ortskern Herrstein“ und holte die Ortsgemeinde mit ins Boot. Als Organisator ĂŒbernahm er das gesamte Management des Projekts, kĂŒmmerte sich um Verhandlungen mit HauseigentĂŒmern, bei ihm liefen die FĂ€den zur Zuschussbeschaffung und Finanzierung zusammen, die Absprechen mit Denkmalpflege, Gemeinde und so weiter.

Architektin Ritter stieg mit in das Projekt ein, erstellte gemeinsam mit Caparol-Berater Walter Schimmel ein riesiges Leistungsverzeichnis. Mehr als 100 Seiten stark war das Dokument am Ende. Mit ihrer KostenschĂ€tzung schaffte sie trotz vieler UnwĂ€gbarkeiten in solch einem Großprojekt eine Punktlandung. Finanziert wird das Projekt teils durch das LEADER-Programm von EU und Rheinland-Pfalz zur Förderung lĂ€ndlicher Regionen, teils durch die Ortsgemeinde selbst sowie durch Spenden.

Der Ortskern glÀnzt, die Einwohnerschaft freut sich
Schon vor Abschluss der Arbeiten wird deutlich, wie sehr der Ortskern Herrsteins von der aufwĂ€ndigen Rettungsaktion profitiert. „Die GebĂ€ude leuchten und glĂ€nzen wieder, ohne dass der historische Ortskern plötzlich völlig auf links gedreht wirkt“, freut sich Architektin Ritter – und Malermeister Nolde ergĂ€nzt: „Die Herrsteinerinnen und Herrsteiner reagieren sehr positiv, das bekommen wir vor Ort immer wieder mit. Alle sind begeistert, wie sich das Ortsbild zum Positiven verĂ€ndert. Das ist ein ganz besonderes Projekt fĂŒr alle Beteiligten.“
Text: Katharina Mandlinger

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