Architekturobjekt 1 von 757

Architekturobjekte

Heinze ArchitekturAWARD 2026: Teilnehmer


Grüner Brückenschlag: Multifunktionsgebäude Barbian

39040 Barbian, Ackerweg 8, Italien

Diese Objektpräsentation wurde angelegt von: Roland Baldi Architects

Geasamtansicht - Grüner Brückenschlag: Multifunktionsgebäude Barbian

© Oskar Da Riz www.dariz.com

Detailaufnahme - Grüner Brückenschlag: Multifunktionsgebäude Barbian

© 0skarDaRiz

Detailaufnahme - Grüner Brückenschlag: Multifunktionsgebäude Barbian

© 0skarDaRiz

Rückseite - Grüner Brückenschlag: Multifunktionsgebäude Barbian

© 0skarDaRiz

Detailaufnahme - Grüner Brückenschlag: Multifunktionsgebäude Barbian

© 0skarDaRiz

Treppenhaus - Grüner Brückenschlag: Multifunktionsgebäude Barbian

© 0skarDaRiz

Treppenhaus - Grüner Brückenschlag: Multifunktionsgebäude Barbian

© 0skarDaRiz

Gruppenraum - Grüner Brückenschlag: Multifunktionsgebäude Barbian

© 0skarDaRiz

Gruppenraum - Grüner Brückenschlag: Multifunktionsgebäude Barbian

© 0skarDaRiz

Garderobe - Grüner Brückenschlag: Multifunktionsgebäude Barbian

© 0skarDaRiz

Gruppenraum - Grüner Brückenschlag: Multifunktionsgebäude Barbian

© 0skarDaRiz

Gruppenraum - Grüner Brückenschlag: Multifunktionsgebäude Barbian

© 0skarDaRiz

Gruppenraum - Grüner Brückenschlag: Multifunktionsgebäude Barbian

© 0skarDaRiz

Gruppenraum - Grüner Brückenschlag: Multifunktionsgebäude Barbian

© 0skarDaRiz

Bad - Grüner Brückenschlag: Multifunktionsgebäude Barbian

© 0skarDaRiz

Bad - Grüner Brückenschlag: Multifunktionsgebäude Barbian

© 0skarDaRiz

Nachtaufnahme - Grüner Brückenschlag: Multifunktionsgebäude Barbian

© 0skarDaRiz

Nachtaufnahme - Grüner Brückenschlag: Multifunktionsgebäude Barbian

© 0skarDaRiz

Nachtaufnahme - Grüner Brückenschlag: Multifunktionsgebäude Barbian

© 0skarDaRiz

Diese Objektpräsentation wurde angelegt von: Roland Baldi Architects

Basisdaten zum Objekt

Lage des Objektes

Ackerweg 8, 39040 Barbian, Italien

Objektkategorie

Objektart

Art der Baumaßnahme

Neubau

Fertigstellungstermin

08.2025

Projektbeteiligte Firmen und Personen

Architekt/Planer

Roland Baldi Architects

Lauben 9

39100 BOZEN

Italien

Tel. +39 0471 982890

info@rolandbaldi.com

Bauherr

Gemeinde Barbian

Dorf 10

39040 Barbian

Italien

Generalbauunternehmen

Ploner Paul GmbH

Handwerkerzone 36

39054 Klobenstein/Ritten

Italien

Fachplanung: Tragwerksplanung

STP srl / Alpenos

Via del Commercio 16

38012 Fraz. Segno, Predaia

Italien

Verwendete Produkte

Benz Sport

Turn-Geräte

Art. 3041, Art. 3042, Art. 3047, Art. 20182, Art. 10422, Art. 10444

Hussl Sitzmöbel GmbH

Stühle

HUSSL ST6N-2 Junior, HUSSL ST6N-20, HUSSL – TC4

Spazio Arredo

Möbel

1841, 1851, 1806, 2031M, Sabir Z001M, Z060, 2014054 trapez, 2003054, 5370, 5371, 5335, 5497P, 1574F, 1723, 5351, 2538M, 5324, 5424, 5273, 5355

XAL Italia

Licht-Design

JANE plafone, SASSO 40, CORNER wall, Frame 60, Unico L6, MINIMODO, BASO 60

Gebäudedaten

Bauweise

Holzhybridbau

Tragwerkskonstruktion

Holz

Anzahl der Vollgeschosse

3- bis 5-geschossig

Beschreibung

Objektbeschreibung

MULTIFUNKTIONSGEBÄUDE IN BARBIAN
Kindergarten, Kindertagesstätte, Tourismusbüro und Dorfanbindung in Barbian

Grüner Brückenschlag

Am südlichen Ortseingang der Südtiroler Gemeinde Barbian markiert ein grüner, multifunktionaler Holzbau den neuen Zugang ins Dorf. In einem Ensemble aus Kindergarten, Kindertagesstätte, Kinderrestaurant, Tourismusbüro und öffentlicher Infrastruktur manifestiert sich der Anspruch, den ländlichen Raum gestalterisch wie funktional neu zu denken.
Das Projekt ist Teil des italienischen Aufbau- und Resilienzplans (PNRR) und wurde durch die Europäische Union im Rahmen von NextGenerationEU finanziert. Der Neubau vereint Bildung, Mobilität, Begegnung und Ortsentwicklung in einer architektonisch klar formulierten Struktur und wird so zur grünen Landmarke, die den Anforderungen der Gegenwart gerecht wird und neue Perspektiven für den ländlichen Raum aufzeigt.

Zwei Baukörper, eine Idee
Die Anlage besteht aus zwei eigenständigen Baukörpern, die sich auf gegenüberliegenden Straßenseiten befinden:​ Hangseitig sind Kindergarten, Kindertagesstätte, Kinderrestaurant und ein geschützter Spielbereich untergebracht; gegenüber liegt das Tourismusbüro mit öffentlichen Toiletten. Direkt an dieses schließt ein Treppen- und Aufzugsturm an, der Besucher:​innen und Dorfbewohner:​innen barrierefrei von der Tiefgarage ins Dorfzentrum führt. Das gesamte Bauvolumen ruht auf einer bereits vorab errichteten, zweigeschossigen Tiefgarage. Die steile Hanglage bedingte eine horizontale Schichtung der Funktionen – von Technikräumen im Sockel über pädagogische Bereiche bis hin zum Dach, das als sicherer Außenspielbereich für die Kinder dient. Eine Brücke über die Straße verbindet die beiden Baukörper und bildet ein funktional und gestalterisch prägendes Element.

Offene Räume für neue Pädagogik
Die Architektur unterstützt ein pädagogisches Konzept, das auf Bewegung, Offenheit und selbstgesteuertes Lernen setzt. Die klassische Gruppenraumtypologie wird durch durchlässige, thematisch gestaltete Funktionsbereiche ersetzt:​ Kreativ- und Forschungszonen, Rückzugsräume und Rollenspielbereiche strukturieren das Gebäude in lern- und erlebnisorientierte Zonen. Die Flure weiten sich immer wieder zu kleinen Begegnungsinseln, die als Aufenthaltsbereiche, Spielorte oder Rückzugsnischen genutzt werden – bespielbare Zwischenräume, die den pädagogischen Alltag bereichern. Im ersten Untergeschoss, das zur Talseite hin vollständig aus dem Gelände tritt und natürlich belichtet ist, liegen zwei Gruppenräume sowie die Kinderrestaurant mit Küche, die auch die benachbarte Grundschule mitversorgt. Im Erdgeschoss befinden sich eine weitere Kindergartengruppe sowie die eigenständig organisierte Kindertagesstätte mit Gruppen- und Ruheraum, Teeküche, Garderobe, Sanitäreinheiten und eine innenliegende Terrasse. Im obersten Geschoss öffnet sich ein multifunktionaler Bewegungsraum mit direktem Zugang zum geschützten Spielplatz - ausschließlich für die Kinder der Einrichtung.
Tourismusbüro, Infrastruktur und barrierefreie Verbindung          
Auf der gegenüberliegenden Straßenseite des Kindergartens wurde das neue Tourismusbüro errichtet, ein eigenständiger Baukörper, der neben dem Informationsbüro auch barrierefreie Sanitäreinrichtungen für Besucher:​innen beherbergt. Direkt davor liegt der neu gestaltete Buswendeplatz mit Haltestelle. Zwei Bodenschwellen verlangsamen den Verkehr und sorgen für Sicherheit im Ankunftsbereich. Die Verkehrs- und Fußgängerzonen sind klar gegliedert.
An das Tourismusbüro schließt der Treppen- und Aufzugsturm an, der eine barrierefreie Verbindung von der Tiefgarage bis ins Dorfzentrum ermöglicht. Eine Brücke überspannt die Straße und führt zum Kindergarten, zunächst in den Bewegungsraum im ersten Obergeschoss, dann weiter ins Erdgeschoss.
Topografie als Entwurfsgenerator
Die steile Hanglage war zentrales Gestaltungsmotiv:​ Das Gebäude ist horizontal geschichtet – von den Technikräumen im Sockel über pädagogische Ebenen bis zum Spielbereich am Dach. Ein robuster Sichtbetonsockel verankert das Bauwerk im Hang, darüber entwickelt sich der Baukörper in leichter Holzbauweise. Die vertikal strukturierte, grün lasierte Holzfassade macht das Ensemble schon aus der Ferne erkennbar – und verleiht ihm einen eigenständigen Auftritt am Ortseingang.

Nachhaltigkeit und Architektur
Das Gebäude wurde im Klimahausstandard Gold errichtet. Eine Photovoltaikanlage trägt zur nachhaltigen Energieversorgung bei; die Beheizung erfolgt über eine Wärmepumpe, unterstützt durch eine kontrollierte Lüftung mit Wärmerückgewinnung. Die Innenräume zeichnen sich durch helle Materialien, durchgängige Tageslichtführung und den konsequenten Einsatz von einheimischem Holz aus:​ geölte Böden, Massivholzmöbel und akustisch wirksame Holzdecken schaffen eine ruhige, kindgerechte Atmosphäre. Architektur und Pädagogik greifen hier sichtbar ineinander.

Ein Ort für die Zukunft
Mit dem Projekt in Barbian wurde ein funktionales Raumprogramm in eine architektonische Erzählung übersetzt. Die Verbindung aus Bildungsbau, nachhaltiger Mobilität und touristischer Infrastruktur erzeugt einen Ort, der wirkt – als Treffpunkt, Impulsgeber und neues Wahrzeichen am Dorfeingang von Barbian. Ein grüner Mäander, der das Bestehende weiterschreibt, neue Wege öffnet und den Wandel im ländlichen Raum mitgestaltet
.

 

Beschreibung der Besonderheiten

Zu Projektbeginn stand ein komplexes, ambitioniertes Raum- und Funktionsprogramm im Vordergrund:​ Am südlichen Ortseingang von Barbian sollten Kindergarten, Kindertagesstätte, Kinderrestaurant, Tourismusbüro, Tiefgarage, Buswendeplatz und eine barrierefreie Dorfverbindung in einem einzigen, multifunktionalen Ensemble vereint werden.
Die Rahmenbedingungen waren anspruchsvoll. Die Baufläche zeigte eine starke Begrenzung, die Topografie eine ausgeprägte Hanglage. Hinzu kam die Vorgabe, auf einer bereits geplanten beziehungsweise im Bau befindlichen zweigeschossigen Tiefgarage aufzubauen. Darüber hinaus waren zahlreiche rechtliche und funktionale Anforderungen zu erfüllen, darunter Schulbaurichtlinien, Brandschutz, Barrierefreiheit, der Klimahausstandard sowie die Einbindung in bestehende Verkehrs- und Nachbarstrukturen. Diese Vorgaben prägten von Anfang an den gesamten Entwurfsprozess.

Eine zentrale Idee war das Prinzip „auf Gebautem bauen“:​ Anstatt neue Flächen zu versiegeln, wurde die bestehende Garage als Sockel genutzt. Daraus entwickelte sich Konzept eines horizontal geschichteten Bauwerks, das sich aus der Topografie heraus entwickelt, von den Technikräumen im massiven Sockel bis hin zum begrünten Dach als Spiel- und Begegnungsraum.
Ein weiteres Leitmotiv war die räumliche Offenheit:​ Die Architektur sollte neue pädagogische Konzepte unterstützen, mit fließenden Übergängen, bespielbaren Zwischenräumen und hoher Flexibilität statt klassischer Flur-Gruppenraum-Strukturen.

 

Nachhaltigkeit

Die tragenden Bauteile der oberirdischen Geschosse sowie die Dach- und Deckenelemente wurden in Brettsperrholz (X-LAM) ausgeführt. Dieses Material vereint hohe Tragfähigkeit, Präzision in der Vorfertigung, gute Brandschutzeigenschaften und eine ausgezeichnete ökologische Bilanz.
Für sichtbare Oberflächen, Innenausbau und Möblierung kamen heimische Hölzer, insbesondere Birke, zum Einsatz. Das Holz stammt überwiegend aus dem alpinen Raum bzw. aus regionalen Lieferketten, wodurch Transportwege minimiert und die lokale Wertschöpfung gestärkt werden. Holz wurde bewusst nicht nur konstruktiv, sondern auch atmosphärisch eingesetzt – als prägendes Material für eine warme, kindgerechte Umgebung. Für sämtliche Holzbauteile wurden ausschließlich FSC- und PEFC-zertifizierte Produkte verwendet, die eine nachhaltige und verantwortungsvolle Forstwirtschaft sicherstellen.


Der erdberührte und teilweise unterirdische Gebäudeteil wurde in Stahlbeton ausgeführt, um Dauerhaftigkeit, Stabilität und Schutz vor Feuchtigkeit zu gewährleisten. Ergänzt wird dies durch großzügige Glasflächen für optimale Tageslichtversorgung, akustisch wirksame Holz- und Gipskartonoberflächen im Innenraum sowie extensive Begrünungen auf den Dachflächen. Die Materialwahl folgt insgesamt dem Prinzip der Reduktion, Robustheit und Langlebigkeit.

Das Nachhaltigkeitskonzept ist ganzheitlich angelegt, beginnend mit dem sparsamen Umgang mit Grund und Boden über den Einsatz nachwachsender Materialien bis hin zu einem energieeffizienten Betrieb. Das Gebäude erreicht den Klimahausstandard und wird über eine Wärmepumpe, kontrollierte Lüftung mit Wärmerückgewinnung sowie Photovoltaikanlagen versorgt.
Darüber hinaus ist Nachhaltigkeit hier auch sozial und funktional zu verstehen:​ Das Gebäude ist mehrfach nutzbar, langlebig konzipiert sowie flexibel anpassbar und schafft damit die Voraussetzungen für eine lange Lebensdauer und geringe ökologische Folgekosten.



 

Auszeichnungen

Wood Architecture Prize by Klimahouse 2026

Architizer A+Awards Jury Winner in the Mixed Use (S

Energetische Kennwerte

Energiestandard

Sonstiges

Bitte melden Sie sich an

Um diese Funktion nutzen zu können, müssen Sie bei heinze.de registriert und angemeldet sein.

Hier anmelden
Diese Seite weiterempfehlen
1527657627