Architekturobjekt 5 von 146

Architekturobjekte

Heinze ArchitekturAWARD 2025: Teilnehmer


Grenzenlos - Ein Dach fĂŒr Kinder

Diese ObjektprÀsentation wurde angelegt von: DHBW Lörrach, Architektur, Séverine Faller

Diese ObjektprÀsentation wurde angelegt von: DHBW Lörrach, Architektur, Séverine Faller

Basisdaten zum Objekt

Lage des Objektes

Deutschland

Objektkategorie

Objektart

Art der Baumaßnahme

Entwurfskonzept

Fertigstellungstermin

06.2025

GebÀudedaten

Bauweise

Holzbau

Tragwerkskonstruktion

Holz

Anzahl der Vollgeschosse

1-geschossig

Raummaße und FlĂ€chen

BruttogrundflÀche

709 m²

 

NutzflÀche

594 m²

 

VerkehrsflÀche

14 m²

 

GrundstĂŒcksgrĂ¶ĂŸe

1.996 m²

Beschreibung

Objektbeschreibung

Architektur fĂŒr Kinder bedeutet weit mehr als funktionale Raumorganisation – sie prĂ€gt Erfahrungen, unterstĂŒtzt Entwicklung und schafft den Rahmen fĂŒr frĂŒhe Bildungsprozesse. Gerade im Kindergartenalter, in dem SinneseindrĂŒcke, Bewegung und soziales Lernen eine zentrale Rolle spielen, beeinflusst die gebaute Umgebung nachhaltig das Erleben und Verhalten der Kinder. RĂ€ume können Neugier wecken, Sicherheit vermitteln, KreativitĂ€t fördern und RĂŒckzug ermöglichen.
Aus diesem VerstĂ€ndnis heraus ergibt sich fĂŒr die architektonische Planung ein besonderer Anspruch an SensibilitĂ€t im Umgang mit dem vorhandenen Ort. Das GrundstĂŒck selbst bietet mit seinem gewachsenen Baumbestand nicht nur eine atmosphĂ€rische QualitĂ€t, sondern auch ein hohes pĂ€dagogisches Potenzial. Ziel des Entwurfs war es daher, die bestehenden BĂ€ume zu erhalten und sie als integralen Bestandteil des Konzepts zu begreifen. (Sie spenden Schatten, strukturieren den Außenraum und bieten vielfĂ€ltige Möglichkeiten fĂŒr Naturerfahrung, Spiel und RĂŒckzug – QualitĂ€ten, die durch die Architektur bewusst aufgenommen und gestĂ€rkt werden. )

Umgesetzt wurde dies durch einen eingeschossigen Baukörper, der die BĂ€ume einbezieht und den Außenraum definiert. So grenzt sich das GebĂ€ude von den Straßenseiten ab und schafft eine Pufferzone. Die GruppenrĂ€ume befinden sich gegenĂŒber, wodurch eine Sichtbeziehung der Gruppen und ein direkter Zugang zum Außenbereich ermöglicht wird. Der zurĂŒckgesetzte Eingang macht diesen kenntlich und bietet gleichzeitig ein ĂŒberdachten Vorzone. Die ĂŒberdachte Terrasse vor den GruppenrĂ€umen schafft einen fließenden Übergang in den Außenraum und dient gleichzeitig als geschĂŒtzter Aufenthaltsbereich und Schattenspender. Ein großer Bewegungsraum, der gleichzeitig als Foyer dient, verbindet beide GruppenrĂ€ume miteinander und schafft so ein Ort der Interaktion und des grenzenlosen Spielens. Dies wird durch große Glas-Schiebeelemente unterstĂŒtzt, die ein nahtlosen Übergang in den Außenbereich ermöglichen. Kletterwand und flexible Schienen an der Decke fĂŒr Schaukeln bespielen den großzĂŒgigen Raum.
Die Nachmittagsbetreuung ist als eigenstĂ€ndiger Baukörper konzipiert, wird jedoch durch das durchgehende Dach gestalterisch in den Gesamtkomplex des Kindergartens eingebunden. Der Hausaufgabenraum ist bewusst vom Außenraum abgewendet, um so die Konzentration zu fördern.

Beschreibung der Besonderheiten

Ein zentraler Aspekt des Entwurfs war die direkte Anbindung der GruppenrĂ€ume an den Außenbereich. Diese sind in introvertierte und extrovertierte Zonen gegliedert, wobei gezielt auf klassische Flurzonen verzichtet wurde. Grundlage fĂŒr diese Gestaltung bildeten pĂ€dagogische Konzepte sowie Umfrageergebnisse unter Erzieherinnen und Erziehern.
Der Baustoff Holz nimmt dabei eine besondere Rolle ein:​ Er vermittelt den Kindern ein GefĂŒhl von Geborgenheit, schafft eine Verbindung zur Natur und trĂ€gt zugleich zur Nachhaltigkeit des GebĂ€udes bei. So entstand eine GebĂ€udeform und -organisation, die all diese Anforderungen in sich vereint.
Die GruppenrĂ€ume sind durch eingeschobene Kuben klar strukturiert. In Kombination mit den Gauben entstehen Hochebenen, die reizreduzierend gestaltet sind und den Kindern RĂŒckzugsmöglichkeiten bieten. Jede Gruppe verfĂŒgt zudem ĂŒber eine integrierte KĂŒche, die gemeinsames Kochen von Kindern und Erzieher/-innen ermöglicht und die SelbststĂ€ndigkeit der Kinder fördert.Die architektonische Gestaltung der Gauben findet sich auch im Bewegungs- und Personalraum wieder, wo sie fĂŒr mehr Tageslicht sorgt. GroßflĂ€chige Glasfassaden lassen Innen- und AußenrĂ€ume optisch und funktional miteinander verschmelzen.

Auch im Außenbereich wird das Konzept der introvertierten und extrovertierten Zonen fortgefĂŒhrt. So sind Sand- und Spielbereiche leicht abgesenkt und durch einen Weidentunnel ergĂ€nzt, der geschĂŒtzte RĂŒckzugsrĂ€ume schafft. Ein Hochbeet lĂ€dt die Kinder dazu ein, erste Erfahrungen mit Lebensmitteln und Gartenarbeit zu sammeln und fördert damit frĂŒhzeitig den verantwortungsvollen Umgang mit der Natur.

Nachhaltigkeit

Bei der Material- und Konstruktionswahl wurde sehr auf Cradle-to-Cradle geachtet. So sind alle AußenwĂ€nde mit VollholzwĂ€nden von NURHOLZ konzipiert. Das besondere an diesen MassivholzwĂ€nden ist, dass diese gĂ€nzlich ohne Leim auskommen, das die einzelnen Holzschichten mit Buchenholzschrauben zusammengehalten werden. Dies ist besonders fĂŒr sensible Kinder ideal, da so kein Risiko von austretenden Stoffen entsteht. In den AußenwĂ€nden ist zwischen die einzelnen Holzschichten der Massivwand eine DĂ€mmschicht aus Holzfaser eingeklemmt, die den nötigen U-Wert der Wand generiert. Die erreichte SichtqualitĂ€t der WĂ€nde im Innenraum ersparen zusĂ€tzliche OberflĂ€chenarbeiten und das Bauteil lĂ€sst sich vollstĂ€ndig rĂŒckbauen.

Schlagworte

Flurlos, Baumbestand

Objektdetails

GebÀudespezifische Merkmale

Anzahl Kinder

50

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