Architekturobjekte
Nominiert fĂŒr die Shortlist der Jury 2015
GedenkstÀtte Beslan
363027 Beslan, Kominterna Str. 100, Russland
Diese ObjektprÀsentation wurde angelegt von: Krekeler Architekten Generalplaner GmbH
Diese ObjektprÀsentation wurde angelegt von: Krekeler Architekten Generalplaner GmbH
Basisdaten zum Objekt
Lage des Objektes
Kominterna Str. 100, 363027 Beslan, Russland
Objektkategorie
Objektart
Art der BaumaĂnahme
Umbau
Fertigstellungstermin
09.2012
Zeichnungen und Unterlagen
Projektbeteiligte Firmen und Personen
Verwendete Produkte
GebÀudedaten
Tragwerkskonstruktion
Stahlbeton
Anzahl der Vollgeschosse
1-geschossig
Lage und Umgebung
Beschreibung
Objektbeschreibung
GedenkstĂ€tte fĂŒr die Opfer des Geiseldramas in der Schule Nr. 1 Beslan,
1.-3. September 2004, Republik Nordossetien-Alanien
Geiseldrama von Beslan
Am 1. September 2004 begann das neue Schuljahr an der Schule Nr. 1 Beslan mit einem Festakt in Anwesenheit zahlreicher GĂ€ste. Zu diesem Zeitpunkt stĂŒrmten Terroristen die Schule und nahmen ĂŒber 1000 Geiseln - in der Mehrzahl Kinder.
Die Terroristen forderten den russischen Truppenabzug aus Tschetschenien. Insgesamt wurden die Geiseln drei Tage in der Turnhalle unter unmenschlichsten Bedingungen gefangen gehalten. SchlieĂlich stĂŒrmten am dritten Tag russische Spezialeinheiten die Schule. Nach offiziellen Angaben kamen bei dem Terroranschlag 331 Personen ums Leben, darunter 186 Kinder.
Quelle: Julia Jussik. Die Schule von Beslan, Köln 2006
Bauaufgabe/ Planung
Seitens der Regierung Nordossetien-Alanien wurde unser BĂŒro Dr. Krekeler Generalplaner GmbH beauftragt, aus dem zerstörten Schulkomplex eine GedenkstĂ€tte zu konzipieren.
Die Entwurfsaufgabe konfrontierte uns einerseits mit der BrutalitÀt derer, die Angst und Schrecken verbreiteten und andererseits mit denen, die die Gewalt erlitten.
Da sich das Geiseldrama fĂŒr die Opfer hauptsĂ€chlich in der Turnhalle abspielte, entschieden wir uns fĂŒr dieses GebĂ€ude als zentralen Gedenkort. Als Vorbild fĂŒr die Form eines Neubaus um die zerstörte Turnhalle diente ein elliptisch geformter Trauerkranz, wie er in Beslan vielfach zu finden ist. Somit steht dieser Baukörper selbst symbolisch fĂŒr einen Trauerkranz.
Die erhaltene Bausubstanz mit all ihren Spuren des Geiseldramas stellte in unserem Entwurfskonzept einen wesentlichen Aspekt dar, um die AuthentizitÀt des Ortes zu bewahren.
Beschreibung der Besonderheiten
Der Neubau umschlieĂt als elliptische GebĂ€udehĂŒlle schĂŒtzend die zerstörte Turnhalle und besteht aus 106 filigranen BetonstĂŒtzen. SchrĂ€ge metallverkleidete Hohlprofile liegen auĂen vor den BetonstĂŒtzen und sind punktuell mit ihnen verbunden. Zwischen BetonstĂŒtzen und Hohlprofilen befindet sich eine gewebeartig anmutende Lochblechebene aus TecuÂźGold, die sich um das GebĂ€ude legt. Im Zuge der Fassadenplanung wurde nach einem hochwertigen Material gesucht, dessen Erscheinungsbild eine sowohl Opfern als auch Angehörigen angemessene WĂŒrde vermittelt. Auf Grundlage eines gerasterten Blumenmotivs erfolgte die Herstellung des Lochbleches. Jedes einzelne Loch wurde maschinell in Blechbahnen (B/H: 1m x 11m) gestanzt. Zur Erzeugung des Bildmotivs kamen 5 unterschiedliche Lochdurchmesser zur Anwendung, so dass aus der Entfernung ein Blumenmotiv erkennbar wird.
Wir wĂ€hlten eine Blume (helleborus orientalis), die auch im Kaukasus wĂ€chst und als Symbol fĂŒr UnberĂŒhrtheit und Unschuld gilt. An ausgewĂ€hlten Stellen sind in der Fassade gebĂ€udehohe Ăffnungen vorhanden. Dadurch wird ein Betreten des Umgangs zwischen neuer GebĂ€udehĂŒlle und ehemaliger Turnhalle möglich.
Ein elliptisches Glasoberlicht befindet sich symmetrisch ĂŒber der Turnhalle, und dient der Belichtung des Gedenkraumes.
Auszeichnungen
Finalist - European Copper in Architecture Award 2013
Schlagworte
Objektdetails
Das Objekt im Internet
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