Heinze ArchitekturAWARD 2026: Teilnehmer
FH16 – Generationenwohnen durch Weiterbauen
Diese Objektpräsentation wurde angelegt von: sint/flut - dipl.-ing. oliver sint
Basisdaten zum Objekt
Lage des Objektes
Deutschland
Objektkategorie
Objektart
Art der Baumaßnahme
Erweiterung
Fertigstellungstermin
03.2022
Zeichnungen und Unterlagen
Projektbeteiligte Firmen und Personen
Verwendete Produkte
Gebäudedaten
Bauweise
Mauerwerksbau
Tragwerkskonstruktion
Stahlbeton
Anzahl der Vollgeschosse
2-geschossig
Beschreibung
Objektbeschreibung
Ausgangspunkt des Projekts war eine Villa aus dem Jahr 1955. Über Jahrzehnte hinweg wurde das Haus von seinen Eigentümern gepflegt, erweitert und den jeweiligen Lebenssituationen angepasst. Als die Bauherrin infolge einer Erkrankung zunehmend in ihrer Mobilität eingeschränkt wurde, stellte sich die Frage nach der langfristigen Nutzbarkeit des Hauses. Ein vorhandener Treppenlift bot zwar eine technische Lösung, konnte den Wunsch nach selbstbestimmter Bewegung und uneingeschränkter Teilhabe am Familienleben jedoch nicht mehr erfüllen.
Die ursprüngliche Aufgabe bestand darin, einen Aufzug in die bestehende Gebäudestruktur zu integrieren und damit alle Ebenen des Hauses dauerhaft barrierefrei zu erschließen. Im Verlauf der Planung entwickelte sich daraus jedoch ein wesentlich umfassenderes Konzept.
Da die Tochter mit ihrer der Familie ebenfalls im Ort wohnen bleiben wollte und kein geeignetes Baugrundstück fand, entstand die Idee, das vorhandene Grundstück weiterzuentwickeln und zusätzlichen Wohnraum für die nächste Generation zu schaffen. Ein kleiner eingeschossiger Seitenanbau wurde zurückgebaut und durch einen eigenständigen Neubau ersetzt. Aus dem ehemaligen Einfamilienhaus entstand ein generationenübergreifendes Wohnensemble mit zwei eigenständigen Wohneinheiten.
Der neu geschaffene Aufzug bildet dabei das räumliche und soziale Bindeglied zwischen beiden Häusern. Er erschließt sämtliche Ebenen des Bestands und des Neubaus und ermöglicht der Bauherrin, sich nicht nur im eigenen Zuhause, sondern auch im Haus ihrer Tochter und Enkelkinder frei zu bewegen. Barrierefreiheit wird dadurch nicht nur als technische Anforderung verstanden, sondern als Voraussetzung für familiäre Teilhabe und ein selbstbestimmtes Leben.
Die Integration des Aufzugs stellte aufgrund der Hanglage und der unterschiedlichen Geschossniveaus hohe konstruktive Anforderungen. Umfangreiche Eingriffe in die bestehende Gebäudestruktur waren notwendig. Gleichzeitig erforderte die Größe des Ensembles eine brandschutztechnische Trennung von Bestands- und Neubau, wodurch die Schnittstelle zwischen beiden Gebäuden zu einer zentralen planerischen Aufgabe wurde.
Gestalterisch setzt das Projekt auf einen bewussten Dialog zwischen Alt und Neu. Die bestehende Villa mit ihrem Satteldach und den Fensterläden bleibt als identitätsstiftender Bestandteil erhalten. Demgegenüber steht ein klar gegliederter, kubischer Neubau mit Flachdach und großzügigen Verglasungen. Die unterschiedlichen Zeitschichten werden nicht verborgen, sondern bewusst sichtbar gemacht.
Im Inneren prägen offene Raumfolgen, großzügige Blickbeziehungen und eine reduzierte Materialpalette aus Sichtbeton, Eiche und mineralischen Oberflächen die Architektur. Das offen gestaltete Treppenhaus mit filigranen Geländern bildet das räumliche Zentrum des Neubaus und verbindet die Ebenen zu einem zusammenhängenden Ganzen.
Das Projekt zeigt, wie aus einer notwendigen Maßnahme zur Barrierefreiheit ein ganzheitlicher architektonischer Mehrwert entstehen kann. Durch die Weiterentwicklung des Bestands wurden neuer Wohnraum, kurze Wege zwischen den Generationen und ein gemeinsamer Lebensmittelpunkt geschaffen. Der Aufzug wird dabei zum Symbol des gesamten Projekts: Er verbindet Alt und Neu, Eltern und Kinder, Bestand und Zukunft.
Energetische Kennwerte
Energiestandard
Energetische Kennwerte
Primärenergie
Geothermie
Energetische Kennwerte
Primärenergiebedarf ("Gesamtenergieeffizienz")
41,00 kWh/(m²a)
Objektdetails
Das Objekt im Internet