Architekturobjekte
Ein Referenzprojekt von Knauf Gips
Basisdaten zum Objekt
Lage des Objektes
Zauchwitz, Deutschland
Objektkategorie
Objektart
Art der BaumaĂnahme
Sanierung / Modernisierung
Projektbeteiligte Firmen und Personen
Verwendete Produkte
Beschreibung
Objektbeschreibung
Voll im Plus
Aus einem alten Gutswohnhaus im Beelitzer Ortsteil Zauchwitz wurde ein Effizienzhaus Plus, das heute mehr Endenergie produziert als es selbst verbraucht. Mit den DĂ€mmlösungen fĂŒr die Fassade und das Dach, den TrockenbauwĂ€nden und -decken sowie dem Kalkputz der InnenwĂ€nde kamen wichtige Baustoffe von Knauf aus einer Hand, die heute ihren jeweiligen spezifischen Beitrag zur Energieeffizienz, aber auch zur Architektur und zum Klimakomfort im GebĂ€ude beitragen.
Das AuffĂ€lligste am sanierten Gutshaus im brandenburgischen Zauchwitz ist vielleicht, dass abgesehen von der neuen und frischen Fassade rein Ă€uĂerlich kaum etwas auffĂ€llt. Doch tatsĂ€chlich verbirgt sich hinter dieser Fassade ein Projekt der besonderen Art: Das Wohnhaus von 1881 wurde mit einer umfassenden energetischen Modernisierung âAuf den Weg zum Effizienzhaus Plusâ geschickt. Unter diesem Titel ist die Sanierung dena-Modellvorhaben und auĂerdem als âPlusenergiehaus im Bestandâ Modellprojekt des BAKA Bundesverband Altbauerneuerung e.V.
Die Modernisierung von Zauchwitz zeigt beispielhaft, dass weit ĂŒber einhundert Jahre alte GebĂ€ude auf ein energetisches Niveau gebracht werden können, bei dem sie rechnerisch keine Endenergie mehr verbrauchen oder sogar einen Ăberschuss produzieren. Vor allem aber hat der Berliner Architekt Dipl.-Ing. Ulrich Zink bewiesen, dass zukunftsorientierter Wohn- und Energiekomfort auch beim Bauen im Bestand ohne Verlust des speziellen Charmes und der Architektur der vorhandenen Bausubstanz funktioniert. Dazu wĂ€hlte er einen sehr pragmatischen Ansatz, der auf der StraĂenseite, wo das GebĂ€ude Teil einer historischen Zeilenbebauung ist, die traditionellen Bauformen bewahrte, wĂ€hrend auf der Hofseite Terrassen und groĂzĂŒgige Verglasungen eine heutigen Lebensvorstellungen entsprechende FunktionalitĂ€t und WohnqualitĂ€t ermöglichen. âFĂŒr jedes Bauteil haben wir uns neu die Frage gestellt, welche Baustoffe und Bauweisen dieser doppelten Anforderung des Erhaltens und des Modernisierens gerecht werdenâ, beschreibt der Architekt und Experte fĂŒr Energieeffizienz & Altbau sein Herangehen.
Mit Liebe zum Detail
Dreh- und Angelpunkt fĂŒr ein Plusenergiehaus im Bestand ist natĂŒrlich die WĂ€rmedĂ€mmung der GebĂ€udehĂŒlle, um den Heizenergiebedarf so zu senken, dass im Inneren moderne Niedertemperaturheizungen möglich werden. Auf den AuĂenwĂ€nden wurde das WĂ€rmedĂ€mm-Verbundsystem Knauf WARM-WAND Plus aufgebracht. Zweilagig verarbeitete, nicht brennbare MineralwolledĂ€mmplatten der WLG 035 mit insgesamt 24 cm Dicke stellen dabei einen U-Wert der AuĂenwĂ€nde von 0,13 W/(mÂČK) sicher â mehr als 40 Prozent unter den Anforderungen der EnEV 2014 fĂŒr BestandsgebĂ€ude.
Um trotz dieser DĂ€mmstoffdicke keinen architektonischen âSchieĂscharteneffektâ an den Fenstern zu bekommen, gab Ulrich Zink die alten FensteranschlĂ€ge auf und setzte die neuen Fenster weit nach auĂen an die DĂ€mmstoffebene. Das WĂ€rmedĂ€mm-Verbundsystem inklusive seines Putzes fĂŒhrte der Putz- und Fassadenbaubetrieb von Mike Ensminger aus dem brandenburgischen Nennhausen aus. Der durchgefĂ€rbte mineralische 3 mm-Scheibenputz SP260 mit Egalisationsanstrich, aber auch die sorgfĂ€ltig ausgefĂŒhrten weiĂen Fensterfaschen greifen lĂ€ndliche Bautraditionen auf. Sie geben ebenso wie das als Fertigteil auf die DĂ€mmung geklebte und gedĂŒbelte Gesims dem GebĂ€ude Struktur und Rhythmus.
âEs sind diese scheinbaren Kleinigkeiten, die den Gesamteindruck der Fassade bestimmenâ, resĂŒmiert der Architekt. Was auch fĂŒr die funktionalen Details gilt, die frĂŒhzeitig in der Planung berĂŒcksichtigt werden mĂŒssen. Zum Beispiel die in die WĂ€rmedĂ€mmung integrierten thermisch getrennten Befestigungspunkte, an denen der Schlosser spĂ€ter das GelĂ€nder wĂ€rmebrĂŒckenfrei montieren konnte.
Luftdicht und gedÀmmt im System
Die Modernisierung des Dachs begann mit einer ausfĂŒhrlichen Bestandsaufnahme des alten Dachstuhls, der sich in groĂen Teilen als zu stark geschĂ€digt und zu schwach fĂŒr den vorgesehenen Ausbau erwiesen. Trotzdem wurde im Sinne der gröĂtmöglichen Bewahrung auf einen kompletten Dachneubau verzichtet. Stattdessen ist die WohnatmosphĂ€re im Dach heute vom sichtbaren Nebeneinander alter, ausgetauschter neuer und verstĂ€rkter Holzteile geprĂ€gt.
Dieses Vorgehen bot eine elegante Lösungsmöglichkeit fĂŒr die DachdĂ€mmung. Weil die ursprĂŒnglichen Sparren infolge der jahrzehntelangen Nutzung ohnehin durchhingen, wurden sie seitlich mit neuen, 240 mm hohen Sparren verstĂ€rkt, sodass ausreichend Platz fĂŒr eine ZwischensparrendĂ€mmung gewonnen wurde. Zusammen mit der ergĂ€nzenden UntersparrendĂ€mmung ergeben sich 29 cm DĂ€mmstoffdicke mit Knauf Insulation Glaswolle-DĂ€mmstoffen der WLG 035 und ein U-Wert des Dachs von 0,14 W/mÂČK â ebenfalls mehr als 40 Prozent unter der EnEV-Anforderung. Zum Einsatz kamen emissionsarme DĂ€mmstoffe mit ECOSEÂź Technology, einem formaldehydfreien Bindemittel auf Basis vorwiegend natĂŒrlich-organischer Grundstoffe, die die Innenraumluft nicht belasten.
Mindestens ebenso wichtig wie der WĂ€rmedĂ€mmstoff ist am Dach mit seinen vielen Durchdringungen die luftdichte AusfĂŒhrung der GebĂ€udehĂŒlle, damit einströmende Kaltluft nicht zu WĂ€rmebrĂŒcken und einem unnötig erhöhten Heizenergiebedarf fĂŒhrt. In Zauchwitz wurde deshalb das Knauf Insulation Luftdicht-DĂ€mmsystem LDS eingesetzt, das aus Dampfbremsen wie der eingesetzten feuchtevariablen Dampfbremsbahn EtaPlus sowie KlebebĂ€ndern und Dichtklebern fĂŒr alle Ăberlappungen und AnschlĂŒsse an WĂ€nde und Holzbauteile besteht. Die Materialien und Materialverbindungen des Systems sind fĂŒr 50 Jahre AlterungsbestĂ€ndigkeit zertifiziert und sorgen fĂŒr die dauerhafte Luftdichtheit, die Energieverluste und BauschĂ€den verhindert.
Der Bauherr und sein Architekt verwendeten viel Sorgfalt auf die wirklich vollstĂ€ndige Verklebung alles StöĂe und AnschlĂŒsse mit den jeweils darauf abgestimmten Klebematerialien. Ein erheblicher Zeitaufwand, der sich aber gelohnt hat: Die spĂ€tere Blower-Door-Messung ergab eine Leckrate von nur 0,42/h. Ein ausgezeichneter Wert fĂŒr einen Altbau, der sehr anschaulich wird, wenn man ihn in FlĂ€che umrechnet: Im ganzen Haus gibt es nur so wenige Leckstellen, dass sie alle zusammengenommen gerade einmal die GröĂe einer HandflĂ€che erreichen. Die Energieeinsparverordnung EnEV hĂ€tte ĂŒbrigens eine Leckrate von 1,5/h erlaubt und selbst die Passivhausvorgaben von 0,6/h konnten hier unterboten werden.
Erneuerbare Energien aus Erde und Sonne
âEine weit ĂŒber den EnEV-Anforderungen gedĂ€mmte und luftdichte GebĂ€udehĂŒlle ist die Voraussetzung, um intelligente Heizkonzepte unter Einbeziehung erneuerbarer Energien ĂŒberhaupt umsetzen zu könnenâ, so noch einmal Ulrich Zink. âAber gerade dies ist auf dem Weg zum Energie Plushaus im Bestand erforderlich.â
Das GebĂ€ude bezieht seine Energie aus drei jeweils 60 m tiefen Bohrungen, aus denen Sole hochgepumpt und in einer 8 kW-WĂ€rmepumpe mit einer Leistungszahl von Δ = 4,7 in HeizwĂ€rme umgewandelt wird. Die WĂ€rmepumpe ist reversibel, erlaubt also im Sommer auch eine KĂŒhlung der RĂ€ume, was die groĂzĂŒgige Verglasung auf der nach SĂŒden orientierten Hofseite ohne zusĂ€tzliche und energiefressende Klimatisierung ermöglichte.
Den Prozessstrom der WĂ€rmepumpe gewinnen zum groĂen Teil PV-Module auf dem Dach, deren AbwĂ€rme zusĂ€tzlich ĂŒber einen WĂ€rmetauscher in den Heizspeicher im Keller eingespeist wird. FĂŒr die Heizung der einzelnen RĂ€ume dienen FuĂbodenheizungen, fĂŒr die angesichts der im Bestandsbau vorgegebenen Raumhöhen Systeme mit besonders niedriger Aufbauhöhe verwendet wurden. âDazu hat uns aber nicht allein der geringe Höhenverlust bewogenâ, erklĂ€rt Ulrich Zink ein weiteres wichtiges Detail seiner Planungen. âFuĂbodenheizungen mit kleiner Bauhöhe bedeuten auch wenig Masse und damit eine schnelle Reaktionszeit, sodass die Heizung schnell und verlustarm auf den jeweiligen Bedarf reagiert.â
Komplettiert wird die intelligente Haustechnik durch eine LĂŒftungsanlage mit WĂ€rmerĂŒckgewinnung, die einerseits deutlich die LĂŒftungswĂ€rmeverluste reduziert, andererseits aber auch in Abwesenheit der Bewohner fĂŒr ein hygienisch einwandfreies Raumklima ohne zu groĂe Feuchtebelastung sorgt.
Funktionaler Trockenbau, klimaregulierender Kalkputz
Gerade die LĂŒftungsanlage stellt bei der hochwertigen energetischen Modernisierung von Bestandsbauten oft ein unĂŒberwindliches Hindernis dar, weil nur schwer Platz fĂŒr die LĂŒftungsrohre und LuftauslĂ€sse zu finden ist. Auch hier gab es in Zauchwitz eine pragmatische Lösung: Alle neu zu errichtenden InnenwĂ€nde wurden mit Knauf MontagewĂ€nden ausgefĂŒhrt und wo es die Raumhöhe erlaubten auch die Decken abgehĂ€ngt. Die Trockenbausysteme reduzierten nicht nur die in den Altbau eingebrachte Baufeuchte, sie boten vor allem ausreichend Raum fĂŒr die Installation der LĂŒftungsanlage. Ohne zusĂ€tzlichen Aufwand lieĂen sich dabei â wo erforderlich â mit Knauf GKF Feuerschutzplatten auch die Brandschutzanforderungen von F30 erfĂŒllen.
Die tragenden WĂ€nde des Bestandsbaus blieben erhalten und leisten mit ihrem neuen Putzaufbau heute einen wichtigen Beitrag fĂŒr ein feuchtigkeitsreguliertes Innenraumklima. Knauf Rotkalk wurde aus Respekt vor der ursprĂŒnglichen Bauweise gewĂ€hlt, aber auch weil er speziell fĂŒr hohe bauphysikalische AnsprĂŒche an Raumhygiene, Raumluft und WohnqualitĂ€t geeignet ist. Gleichzeitig konnte der Putzbetrieb von Mike Ensminger, der nach der Fassade auch die Innenarbeiten ausfĂŒhrte, mit der Kombination aus Rotkalk Grund und Fein variable Putzdicken von bis zu mehreren Zentimetern ausfĂŒhren und so die Unebenheiten und Lotabweichungen der historischen WĂ€nde kompensieren. WĂ€hrend im Erdgeschoss auf diese Weise ebene und glatte RaumoberflĂ€chen nach heutigen Vorstellungen entstanden, wurde der Putz im Dachgeschoss auf Wunsch der Bauherren in einer Pinseltechnik aufgetragen, die das Alter und die grobe Struktur des Mauerwerks deutlich zeigt.
Wie schon bei der Fassade und dem Dach ging es also auch bei den InnenwĂ€nden um pragmatische Lösungen, die Energieeffizienz und ein Raumklima zum WohlfĂŒhlen mit gestalterischen und funktionalen FreirĂ€umen verbinden. Das Ziel des Energie Plushauses im Bestand wurde mit einem Jahres-PrimĂ€renergiebedarf Qp von 47 kWh/mÂČ erreicht, was eine Förderung des Umbaus nach den KfW-Programm Effizienzhaus 55 ermöglichte. Die benötigte Endenergie Qe von 18,1 kWh/(mÂČ x a) kann rechnerisch komplett im Haus selbst produziert werden, womit neben der eigentlichen Heizenergie auch die gesamte Energie zum Betreiben der Anlagentechnik abgedeckt ist.
Aus einem alten Gutswohnhaus im Beelitzer Ortsteil Zauchwitz wurde ein Effizienzhaus Plus, das heute mehr Endenergie produziert als es selbst verbraucht. Mit den DĂ€mmlösungen fĂŒr die Fassade und das Dach, den TrockenbauwĂ€nden und -decken sowie dem Kalkputz der InnenwĂ€nde kamen wichtige Baustoffe von Knauf aus einer Hand, die heute ihren jeweiligen spezifischen Beitrag zur Energieeffizienz, aber auch zur Architektur und zum Klimakomfort im GebĂ€ude beitragen.
Das AuffĂ€lligste am sanierten Gutshaus im brandenburgischen Zauchwitz ist vielleicht, dass abgesehen von der neuen und frischen Fassade rein Ă€uĂerlich kaum etwas auffĂ€llt. Doch tatsĂ€chlich verbirgt sich hinter dieser Fassade ein Projekt der besonderen Art: Das Wohnhaus von 1881 wurde mit einer umfassenden energetischen Modernisierung âAuf den Weg zum Effizienzhaus Plusâ geschickt. Unter diesem Titel ist die Sanierung dena-Modellvorhaben und auĂerdem als âPlusenergiehaus im Bestandâ Modellprojekt des BAKA Bundesverband Altbauerneuerung e.V.
Die Modernisierung von Zauchwitz zeigt beispielhaft, dass weit ĂŒber einhundert Jahre alte GebĂ€ude auf ein energetisches Niveau gebracht werden können, bei dem sie rechnerisch keine Endenergie mehr verbrauchen oder sogar einen Ăberschuss produzieren. Vor allem aber hat der Berliner Architekt Dipl.-Ing. Ulrich Zink bewiesen, dass zukunftsorientierter Wohn- und Energiekomfort auch beim Bauen im Bestand ohne Verlust des speziellen Charmes und der Architektur der vorhandenen Bausubstanz funktioniert. Dazu wĂ€hlte er einen sehr pragmatischen Ansatz, der auf der StraĂenseite, wo das GebĂ€ude Teil einer historischen Zeilenbebauung ist, die traditionellen Bauformen bewahrte, wĂ€hrend auf der Hofseite Terrassen und groĂzĂŒgige Verglasungen eine heutigen Lebensvorstellungen entsprechende FunktionalitĂ€t und WohnqualitĂ€t ermöglichen. âFĂŒr jedes Bauteil haben wir uns neu die Frage gestellt, welche Baustoffe und Bauweisen dieser doppelten Anforderung des Erhaltens und des Modernisierens gerecht werdenâ, beschreibt der Architekt und Experte fĂŒr Energieeffizienz & Altbau sein Herangehen.
Mit Liebe zum Detail
Dreh- und Angelpunkt fĂŒr ein Plusenergiehaus im Bestand ist natĂŒrlich die WĂ€rmedĂ€mmung der GebĂ€udehĂŒlle, um den Heizenergiebedarf so zu senken, dass im Inneren moderne Niedertemperaturheizungen möglich werden. Auf den AuĂenwĂ€nden wurde das WĂ€rmedĂ€mm-Verbundsystem Knauf WARM-WAND Plus aufgebracht. Zweilagig verarbeitete, nicht brennbare MineralwolledĂ€mmplatten der WLG 035 mit insgesamt 24 cm Dicke stellen dabei einen U-Wert der AuĂenwĂ€nde von 0,13 W/(mÂČK) sicher â mehr als 40 Prozent unter den Anforderungen der EnEV 2014 fĂŒr BestandsgebĂ€ude.
Um trotz dieser DĂ€mmstoffdicke keinen architektonischen âSchieĂscharteneffektâ an den Fenstern zu bekommen, gab Ulrich Zink die alten FensteranschlĂ€ge auf und setzte die neuen Fenster weit nach auĂen an die DĂ€mmstoffebene. Das WĂ€rmedĂ€mm-Verbundsystem inklusive seines Putzes fĂŒhrte der Putz- und Fassadenbaubetrieb von Mike Ensminger aus dem brandenburgischen Nennhausen aus. Der durchgefĂ€rbte mineralische 3 mm-Scheibenputz SP260 mit Egalisationsanstrich, aber auch die sorgfĂ€ltig ausgefĂŒhrten weiĂen Fensterfaschen greifen lĂ€ndliche Bautraditionen auf. Sie geben ebenso wie das als Fertigteil auf die DĂ€mmung geklebte und gedĂŒbelte Gesims dem GebĂ€ude Struktur und Rhythmus.
âEs sind diese scheinbaren Kleinigkeiten, die den Gesamteindruck der Fassade bestimmenâ, resĂŒmiert der Architekt. Was auch fĂŒr die funktionalen Details gilt, die frĂŒhzeitig in der Planung berĂŒcksichtigt werden mĂŒssen. Zum Beispiel die in die WĂ€rmedĂ€mmung integrierten thermisch getrennten Befestigungspunkte, an denen der Schlosser spĂ€ter das GelĂ€nder wĂ€rmebrĂŒckenfrei montieren konnte.
Luftdicht und gedÀmmt im System
Die Modernisierung des Dachs begann mit einer ausfĂŒhrlichen Bestandsaufnahme des alten Dachstuhls, der sich in groĂen Teilen als zu stark geschĂ€digt und zu schwach fĂŒr den vorgesehenen Ausbau erwiesen. Trotzdem wurde im Sinne der gröĂtmöglichen Bewahrung auf einen kompletten Dachneubau verzichtet. Stattdessen ist die WohnatmosphĂ€re im Dach heute vom sichtbaren Nebeneinander alter, ausgetauschter neuer und verstĂ€rkter Holzteile geprĂ€gt.
Dieses Vorgehen bot eine elegante Lösungsmöglichkeit fĂŒr die DachdĂ€mmung. Weil die ursprĂŒnglichen Sparren infolge der jahrzehntelangen Nutzung ohnehin durchhingen, wurden sie seitlich mit neuen, 240 mm hohen Sparren verstĂ€rkt, sodass ausreichend Platz fĂŒr eine ZwischensparrendĂ€mmung gewonnen wurde. Zusammen mit der ergĂ€nzenden UntersparrendĂ€mmung ergeben sich 29 cm DĂ€mmstoffdicke mit Knauf Insulation Glaswolle-DĂ€mmstoffen der WLG 035 und ein U-Wert des Dachs von 0,14 W/mÂČK â ebenfalls mehr als 40 Prozent unter der EnEV-Anforderung. Zum Einsatz kamen emissionsarme DĂ€mmstoffe mit ECOSEÂź Technology, einem formaldehydfreien Bindemittel auf Basis vorwiegend natĂŒrlich-organischer Grundstoffe, die die Innenraumluft nicht belasten.
Mindestens ebenso wichtig wie der WĂ€rmedĂ€mmstoff ist am Dach mit seinen vielen Durchdringungen die luftdichte AusfĂŒhrung der GebĂ€udehĂŒlle, damit einströmende Kaltluft nicht zu WĂ€rmebrĂŒcken und einem unnötig erhöhten Heizenergiebedarf fĂŒhrt. In Zauchwitz wurde deshalb das Knauf Insulation Luftdicht-DĂ€mmsystem LDS eingesetzt, das aus Dampfbremsen wie der eingesetzten feuchtevariablen Dampfbremsbahn EtaPlus sowie KlebebĂ€ndern und Dichtklebern fĂŒr alle Ăberlappungen und AnschlĂŒsse an WĂ€nde und Holzbauteile besteht. Die Materialien und Materialverbindungen des Systems sind fĂŒr 50 Jahre AlterungsbestĂ€ndigkeit zertifiziert und sorgen fĂŒr die dauerhafte Luftdichtheit, die Energieverluste und BauschĂ€den verhindert.
Der Bauherr und sein Architekt verwendeten viel Sorgfalt auf die wirklich vollstĂ€ndige Verklebung alles StöĂe und AnschlĂŒsse mit den jeweils darauf abgestimmten Klebematerialien. Ein erheblicher Zeitaufwand, der sich aber gelohnt hat: Die spĂ€tere Blower-Door-Messung ergab eine Leckrate von nur 0,42/h. Ein ausgezeichneter Wert fĂŒr einen Altbau, der sehr anschaulich wird, wenn man ihn in FlĂ€che umrechnet: Im ganzen Haus gibt es nur so wenige Leckstellen, dass sie alle zusammengenommen gerade einmal die GröĂe einer HandflĂ€che erreichen. Die Energieeinsparverordnung EnEV hĂ€tte ĂŒbrigens eine Leckrate von 1,5/h erlaubt und selbst die Passivhausvorgaben von 0,6/h konnten hier unterboten werden.
Erneuerbare Energien aus Erde und Sonne
âEine weit ĂŒber den EnEV-Anforderungen gedĂ€mmte und luftdichte GebĂ€udehĂŒlle ist die Voraussetzung, um intelligente Heizkonzepte unter Einbeziehung erneuerbarer Energien ĂŒberhaupt umsetzen zu könnenâ, so noch einmal Ulrich Zink. âAber gerade dies ist auf dem Weg zum Energie Plushaus im Bestand erforderlich.â
Das GebĂ€ude bezieht seine Energie aus drei jeweils 60 m tiefen Bohrungen, aus denen Sole hochgepumpt und in einer 8 kW-WĂ€rmepumpe mit einer Leistungszahl von Δ = 4,7 in HeizwĂ€rme umgewandelt wird. Die WĂ€rmepumpe ist reversibel, erlaubt also im Sommer auch eine KĂŒhlung der RĂ€ume, was die groĂzĂŒgige Verglasung auf der nach SĂŒden orientierten Hofseite ohne zusĂ€tzliche und energiefressende Klimatisierung ermöglichte.
Den Prozessstrom der WĂ€rmepumpe gewinnen zum groĂen Teil PV-Module auf dem Dach, deren AbwĂ€rme zusĂ€tzlich ĂŒber einen WĂ€rmetauscher in den Heizspeicher im Keller eingespeist wird. FĂŒr die Heizung der einzelnen RĂ€ume dienen FuĂbodenheizungen, fĂŒr die angesichts der im Bestandsbau vorgegebenen Raumhöhen Systeme mit besonders niedriger Aufbauhöhe verwendet wurden. âDazu hat uns aber nicht allein der geringe Höhenverlust bewogenâ, erklĂ€rt Ulrich Zink ein weiteres wichtiges Detail seiner Planungen. âFuĂbodenheizungen mit kleiner Bauhöhe bedeuten auch wenig Masse und damit eine schnelle Reaktionszeit, sodass die Heizung schnell und verlustarm auf den jeweiligen Bedarf reagiert.â
Komplettiert wird die intelligente Haustechnik durch eine LĂŒftungsanlage mit WĂ€rmerĂŒckgewinnung, die einerseits deutlich die LĂŒftungswĂ€rmeverluste reduziert, andererseits aber auch in Abwesenheit der Bewohner fĂŒr ein hygienisch einwandfreies Raumklima ohne zu groĂe Feuchtebelastung sorgt.
Funktionaler Trockenbau, klimaregulierender Kalkputz
Gerade die LĂŒftungsanlage stellt bei der hochwertigen energetischen Modernisierung von Bestandsbauten oft ein unĂŒberwindliches Hindernis dar, weil nur schwer Platz fĂŒr die LĂŒftungsrohre und LuftauslĂ€sse zu finden ist. Auch hier gab es in Zauchwitz eine pragmatische Lösung: Alle neu zu errichtenden InnenwĂ€nde wurden mit Knauf MontagewĂ€nden ausgefĂŒhrt und wo es die Raumhöhe erlaubten auch die Decken abgehĂ€ngt. Die Trockenbausysteme reduzierten nicht nur die in den Altbau eingebrachte Baufeuchte, sie boten vor allem ausreichend Raum fĂŒr die Installation der LĂŒftungsanlage. Ohne zusĂ€tzlichen Aufwand lieĂen sich dabei â wo erforderlich â mit Knauf GKF Feuerschutzplatten auch die Brandschutzanforderungen von F30 erfĂŒllen.
Die tragenden WĂ€nde des Bestandsbaus blieben erhalten und leisten mit ihrem neuen Putzaufbau heute einen wichtigen Beitrag fĂŒr ein feuchtigkeitsreguliertes Innenraumklima. Knauf Rotkalk wurde aus Respekt vor der ursprĂŒnglichen Bauweise gewĂ€hlt, aber auch weil er speziell fĂŒr hohe bauphysikalische AnsprĂŒche an Raumhygiene, Raumluft und WohnqualitĂ€t geeignet ist. Gleichzeitig konnte der Putzbetrieb von Mike Ensminger, der nach der Fassade auch die Innenarbeiten ausfĂŒhrte, mit der Kombination aus Rotkalk Grund und Fein variable Putzdicken von bis zu mehreren Zentimetern ausfĂŒhren und so die Unebenheiten und Lotabweichungen der historischen WĂ€nde kompensieren. WĂ€hrend im Erdgeschoss auf diese Weise ebene und glatte RaumoberflĂ€chen nach heutigen Vorstellungen entstanden, wurde der Putz im Dachgeschoss auf Wunsch der Bauherren in einer Pinseltechnik aufgetragen, die das Alter und die grobe Struktur des Mauerwerks deutlich zeigt.
Wie schon bei der Fassade und dem Dach ging es also auch bei den InnenwĂ€nden um pragmatische Lösungen, die Energieeffizienz und ein Raumklima zum WohlfĂŒhlen mit gestalterischen und funktionalen FreirĂ€umen verbinden. Das Ziel des Energie Plushauses im Bestand wurde mit einem Jahres-PrimĂ€renergiebedarf Qp von 47 kWh/mÂČ erreicht, was eine Förderung des Umbaus nach den KfW-Programm Effizienzhaus 55 ermöglichte. Die benötigte Endenergie Qe von 18,1 kWh/(mÂČ x a) kann rechnerisch komplett im Haus selbst produziert werden, womit neben der eigentlichen Heizenergie auch die gesamte Energie zum Betreiben der Anlagentechnik abgedeckt ist.
Energetische Kennwerte
Energiestandard
Plusenergiehaus
Objekte in der Umgebung
Ăhnliche Objekte

