Architekturobjekte
Heinze ArchitekturAWARD 2026: Teilnehmer
Dossche Mills Silo - Neuprogrammierung und Transformation am Hafen von Antwerpen
Diese Objektpräsentation wurde angelegt von: Technische Universität Dortmund, Juniorprofessur Massive Baukonstruktion, Lea Metz
Diese Objektpräsentation wurde angelegt von: Technische Universität Dortmund, Juniorprofessur Massive Baukonstruktion, Lea Metz
Basisdaten zum Objekt
Lage des Objektes
Belgien
Objektkategorie
Objektart
Art der Baumaßnahme
Entwurfskonzept
Fertigstellungstermin
02.2026
Zeichnungen und Unterlagen
Gebäudedaten
Bauweise
Stahlbetonbau
Tragwerkskonstruktion
Stahl
Anzahl der Vollgeschosse
6- bis 10-geschossig
Beschreibung
Objektbeschreibung
Das leerstehende Bestandssilo befindet sich an einem städtebaulich bedeutenden Punkt in Antwerpen, an der Schnittstelle zwischen Stadt und Hafen. Trotz seiner prominenten Lage bleibt der Baukörper ungenutzt sowie das Potential für einen identitätsstiftenden Ort. Der
Hafen, historisch von Gewerbe und Industrie geprägt, steht vor der Herausforderung, sich zu einem vielfältigen urbanen Raum zu entwickeln, der wirtschaftliche Funktionen und städtisches Leben verbindet. Als internationaler Hafen treffen hier unterschiedlichste Ströme und Nutzungen aufeinander: Wasser, Stadt, Gewerbe, Industrie, Gastronomie, Freizeit und Öffentlichkeit. In diesem Kontext kommt dem Silo eine besondere Rolle zu.
Der Entwurf begreift das stillgelegte Getreidesilo als Relikt mit dem Potenzial eines historischen Wahrzeichens und transformiert den Bestand zu einem hybriden Produktions- und Kulturgebäude. Ziel ist es, die industrielle und maritime Identität des Ortes zu bewahren und zugleich durch ein kulturelles Nutzungsprogramm zu bereichern. Ausgangspunkt ist die räumliche Logik des Silos: seine Massivität, die nahezu geschlossene Hülle und die ausgeprägte Vertikalität. Diese Eigenschaften werden als architektonisches Potenzial verstanden. Die introvertierte Struktur bietet besonders geeignete Bedingungen für eine Theaternutzung, die geringe Lichtanforderungen mit räumlicher Dichte und Höhe verbindet. Das Theater bildet das räumliche Zentrum des Gebäudes. Um dieses Zentrum organisiert sich ein Nutzungskonzept aus drei miteinander verknüpften Komponenten: Theater, Werkstätten und Ausbildung.
Theaterbezogene Werkstätte ermöglichen direkte Produktionsabläufe und schaffen eine funktionale Nähe zwischen Entwurf, Herstellung und Aufführung. Der Baustein Ausbildung ergänzt das Gebäude um einen Multifunktionssaal, Lern- und Proberäume und stärkt es als Ort des Wissensaustauschs und der praktischen Arbeit. Produktion, Bildung und Aufführung greifen ineinander und erzeugen einen kontinuierlichen Nutzungsrhythmus zwischen Tages- und Abendbetrieb.
Der architektonische Ausdruck entsteht aus der bewussten Überlagerung von Bestand und neuen Strukturen. Vier autonome Kerne strukturieren das Gebäude funktional und räumlich und treten in einen klaren Dialog mit dem Silobestand, ohne dessen Präsenz zu
relativieren. Umlaufende, abgehängte Plattformen erzeugen eine zusätzliche räumliche Ebene, die die unterschiedlichen Nutzungen miteinander verknüpft und den Innenraum als zusammenhängende Raumlandschaft erfahrbar macht. Das Raster des übergeordneten Raumtragwerks reagiert auf die Struktur des Bestands, organisiert die Neubauten untereinander und bildet die konstruktive Grundlage der Plattformen. Es fungiert als ordnendes System, das räumliche und strukturelle Logik zusammenführt. Die räumliche Wirkung wird durch den Kontrast zwischen dem massiven, monolithischen Bauten und den leichten, transparenten Ergänzungen geprägt. Abhängungen, Plattformen und eine leichte Glasfassade formulieren eine filigrane Architekturschicht, die den Bestand nicht überdeckt, sondern bewusst lesbar ergänzt.
Im städtebaulichen Maßstab fungiert das Gebäude als kultureller Impulsgeber und räumlicher Vermittler zwischen Stadt und Hafen. Das ehemalige Infrastrukturbauwerk wird zum öffentlichen Ankerpunkt, der Arbeiten, Bildung, Produktion und Öffentlichkeit bündelt und den Hafenraum um eine urbane Dimension erweitert.
Tragwerk und Gesamtkomplex sind konstruktiv vollständig durchgeplant und integraler Bestandteil der architektonischen Idee.
Beschreibung der Besonderheiten
Um diesen im Zentrum stehenden Theaterkern gruppieren sich neue vertikale Strukturen mit Werkstätten, Proben- und Büroräumen sowie den notwendigen Erschließungen. Die Werkstätten für Bühnenbild und Requisiten stehen in direkter Verbindung zum Theater und machen die Prozesse hinter der Aufführung räumlich erfahrbar. Neben dem Theaterbetrieb ergänzen Lernräume, Proberäume und ein Multifunktionssaal das Programm. Das Gebäude vereint damit drei Bereiche: Aufführung, Produktion und Ausbildung. Und schafft einen Ort, der tagsüber von Arbeit und Lernen geprägt ist und sich am Abend zu einem öffentlichen Kulturraum öffnet.
Die oberen Geschosse bieten Gastronomie- und Ausstellungsflächen mit Ausblicken über Hafen und Stadt. Sie machen das Gebäude auch außerhalb von Aufführungen zu einem Zielpunkt am Wasser. Zwischen den massiven Bauteilen entstehen offene Plattformen, die unterschiedliche Aufenthaltsorte und Blickbeziehungen zwischen Hafen und Stadt ermöglichen. Das Gebäude wird dadurch nicht nur zum Kulturort, sondern auch zu einem neuen öffentlichen Raum im Hafen. Ein übergeordnetes Raumtragwerk verbindet die einzelnen Bauteile zu einer klaren architektonischen Figur. Es fasst die massiven Kerne und die offenen Ebenen zusammen und verleiht dem Gebäude eine zugleich robuste und durchlässige Präsenz im Hafenraum.
Schlagworte
Energetische Kennwerte
Energetische Kennwerte
Primärenergie
Umweltthermie (Luft / Wasser)
Sekundärenergie
Fernwärme
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