Architekturobjekte

Heinze ArchitekturAWARD 2026: Teilnehmer


Das Leihgebäude

Diese Objektpräsentation wurde angelegt von: TU Graz, Architektur, Christoph Mitterlehner

Das Schiff - Das Leihgebäude

© CM

Die Dingothek - Das Leihgebäude

© CM

Kreisfenster geht immer - Das Leihgebäude

© CM

Detail Attika/Wasserspeier - Das Leihgebäude

© CM

Platzhalter - Das Leihgebäude

© CM

Diese Objektpräsentation wurde angelegt von: TU Graz, Architektur, Christoph Mitterlehner

Basisdaten zum Objekt

Lage des Objektes

Österreich

Objektkategorie

Objektart

Art der Baumaßnahme

Entwurfskonzept

Fertigstellungstermin

01.2026

Gebäudedaten

Bauweise

Holzskelettbau

Tragwerkskonstruktion

Holz

Anzahl der Vollgeschosse

6- bis 10-geschossig

Beschreibung

Objektbeschreibung

Das Leihgebäude ist die räumliche Übersetzung einer einfachen Beobachtung:​

Wir besitzen zu viel Zeug, das wir kaum verwenden. Schlagbohrmaschinen, Anhänger, Partygarnituren, Teppichreiniger oder Racletteöfen verbringen den Großteil ihres Lebens reglos in Kellern, Abstellräumen und Garagen. Gleichzeitig werden Wohnungen kleiner und Städte dichter. Vielleicht liegt die Zukunft deshalb nicht im nächsten privaten Kellerabteil, sondern im kollektiven Zugriff.

Im Erdgeschoss des Gebäudes befindet sich eine Dingothek – ein Ort, an dem Dinge nicht gekauft, sondern ausgeliehen werden. Ergänzt wird das Programm durch öffentlich zugängliche Nutzungen wie Café und Imbiss. Darüber befinden sich flexibel mietbare Räume für all jene Dinge und Tätigkeiten, die im klassischen Wohnbau kaum mehr Platz finden:​ Werkzeuge, Sportgeräte, Motorräder oder Werkstätten im kleinen Maßstab.

Formal erinnert das Gebäude eher an eine Infrastruktur, vielleicht auch ein Labor - experimentierfreudig ist es allemal. Das repetitive Tragwerk aus kräftigen Holzträgern und Stützen spannt sich wie ein offenes Regal über die Nutzungen und ermöglicht eine hohe räumliche Anpassungsfähigkeit. Umlaufende horizontale Bänder aus Photovoltaikpaneelen prägen das Erscheinungsbild des Hauses und verbinden konstruktive, klimatische und energetische Funktionen in einem einzigen Fassadenelement. Dadurch entsteht ein Gebäude, dessen technische Anforderungen nicht versteckt, sondern bewusst Teil seiner architektonischen Identität werden.

Das Leihgebäude versteht sich nicht als idealisierte Zukunftsvision, sondern als pragmatischer Beitrag zu einer zunehmend verdichteten Stadt. Vielleicht liegt zeitgemäßer Luxus nicht mehr im dauerhaften Besitz, sondern im Zugang zu Dingen, Räumen und gemeinschaftlich nutzbarer Infrastruktur.

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