Architekturobjekt 1 von 1.089

Architekturobjekte


Dachsanierung eines Baumarktes, Bonn

53115 Bonn, Endenicher Str. 120-140

Ein Referenzprojekt von Linzmeier Bauelemente

Ein Referenzprojekt von Linzmeier Bauelemente

Basisdaten zum Objekt

Lage des Objektes

Endenicher Str. 120-140, 53115 Bonn, Deutschland

Objektkategorie

Objektart

Art der Baumaßnahme

Sanierung / Modernisierung

Fertigstellungstermin

01.2025

Projektbeteiligte Firmen und Personen

Architekt/Planer

ARCHIprocess GmbH

Rähnitzgasse 10

01097 Dresden

Deutschland

Tel. +49 351 21863297

dialog@archiprocess.de

Bauleistung: Dachdeckung, Dachabdichtung

Wierig GmbH Dach

Lindenstraße 57

53721 Siegburg

Deutschland

Tel. +49 2241/59450

dach@wierig.de

Beschreibung

Objektbeschreibung

Traglast ausgereizt

Bei der Sanierung eines Baumarkts in Bonn musste die Projektbeteiligten nachhaltige Lösungen für ein Dach mit geringer Tragfähigkeit finden. Dies wirkte sich unter anderem auf die Wahl der Dämmung und der PV-Module aus.

Bei der Sanierung von acht Dachflächen in Bonn funktionierte dieses Zusammenspiel so reibungslos, dass Marco Prediger, zuständiger Bauleiter bei der ausführenden Wierig GmbH, den Sanierungsverlauf mit großer Zufriedenheit betrachtet:​ „Auch vom Dämmstoffhersteller hatten wir maximalen Support. So wurden wir zum Beispiel just in time beliefert, wenn unsere Arbeiten in schnellerem Takt liefen als erwartet – für uns bei solchen Objekten das Nonplusultra.“

Energieoptimiert und nachhaltig
Das „Objekt“ ist eine Liegenschaft in Bonn mit einem von Bauhaus gemieteten Markt, dessen auf acht Gebäude verteilte und rund 12.000 m² große Dachfläche nach 40 Jahren bereits Risse und Löcher aufwies. Deshalb erteilte die Carl Knauber Holding als Eigentümerin dem Architekten und DGNB Auditor Sebastian Fest den Auftrag zur Erstellung und Umsetzung eines Masterplans. Der sollte die Nutzung der Liegenschaft für die nächsten 25 Jahre sichern.
Laut Fest, Mitgeschäftsführer des Architektenbüros ARCHIprocess in Dresden, umfasste der Sanierungsauftrag zwei Teilprojekte:​ „Die Baumarktflächen mit Apotheke, auszuführen im KFW-Standard 70 EE, und die Sanierung des historischen Bürogebäudes in KfW 40 EE-Bauweise. Beide Bauaufgaben schlossen eine Hüllflächensanierung, die Umstellung der Wärmeversorgung auf Luft-Wärmepumpen und die Errichtung einer PV-Anlage mit rund 1,2 MWp Leistung ein. Auch die Lüftungsanlagen wurden erneuert, um einen förderfähigen Energiestandard zu erreichen.“
Daneben legte die Bauherrschaft Wert auf schadstoffarme, recyclingfähige Baumaterialien mit möglichst hohem Anteil an nachhaltigen Rohstoffen. Deshalb kam als Dachdämmung größtenteils LINITHERM LOOP PAL zum Einsatz:​ Zu rund 60 Prozent aus Biomasse bestehend und CO2-neutral produziert, weist es von allen biobasierten Dämmstoffen die beste Wärmeleitfähigkeit auf.
Den Zuschlag für die Sanierung des Baumarkt-Dachs bekam die Wierig GmbH, ein familiengeführtes Dachdeckerunternehmen in der 4. Generation.

Praktisch keine Lastreserven
Bauleiter Marco Prediger sieht die Schwierigkeiten bei Dach 1 des Bonner Baumarkts zum einen „darin, dass die alten Pläne, auf denen die Sanierungsplanung basierte, in Vielem nicht mehr dem aktuellen Zustand entsprachen. Zum anderen stellte uns die Tragschale – eine Bimsdielenhohlkammerdecke mit 12 m Spannweite – vor die Herausforderung, dass es auf diesem Dach praktisch keine Lastreserven gab.“
Das war zunächst ein planerisches Problem:​ Schon eine Gefälledämmung aus vergleichsweise leichten PU-Elementen hätte wegen der großen Spannweite in den Bereichen mit höchster Dämmstärke die Lastreserven überschritten. Die vorhandenen Lichtkuppeln hätte man in diesen Bereichen durch Stahlkonstruktionen anheben müssen, und das hätte noch mehr Last aufs Dach gebracht.
Das Gefälle in kleinere Einzelflächen aufzuteilen, war auch keine Option:​ Dies hätte zum einen die Kosten für Dämmstoff und Arbeitszeit erhöht, zum anderen deutlich mehr Bohrungen für die Entwässerung erfordert. 
Am Ende entschied man sich für eine ebene, 160 mm starke PU-Dämmung mit LINITHERM LOOP und einen komplett verklebten Dachaufbau – Befestigungsbohrungen in die Bimsdielendecke waren aus statischen Gründen ebenfalls nicht erlaubt. Blieb noch das Problem der Entwässerung, bei dem man zum Glück auf eine gewisse Neigung der Dachkonstruktion zurückgreifen konnte.

Kompletter Neuaufbau der Dachfläche
Bei der Montage wurden die Stütz- und Binderbereiche für den Baubetrieb ausgereizt. Das reichte, um einen Hub Dämmplatten auf einen Träger zu setzen. Der Weitertransport auf dem Dach erwies sich aber als Herausforderung – vor allem bei der vergleichsweise schweren Mineralfaserdämmung, die man in Teilbereichen verlegen musste, um die vom Brandschutz geforderte Feuerwiderstandsklasse F90 zu erreichen.
Um nicht jede Dämmplatte einzeln an ihren Bestimmungsort zu transportieren, installierten die Dachdecker der Wierig GmbH ein Schienensystemmit Rollwagen.
Transportiert wurde zunächst der Abraum, denn die Dachdecker rissen in einem ersten Sanierungsschritt das gesamte Bestandsdach bis auf die Bimsdielendecke ab. Dann folgte die Montage einer geschweißten bituminösen Dampfsperre. Sie fungierte gleichzeitig als Notdach, das die Bimsdielen vor Regenwasser schützte.
Im nächsten Arbeitsschritt wurden Randbereiche und Durchdringungen (z. B. Lichtkuppeln) mit Mineralfaserdämmung gedämmt, um die Brandschutzanforderungen für das Dach zu erfüllen. Auf dem weitaus größten Teil der Dachfläche verklebten die Dachdecker LINITHERM LOOP PAL-Elemente nach Windlast. Den oberen Abschluss der Dachfläche bildete eine ebenfalls verklebte Dachabdichtung von Köster.

Rückbau bringt zusätzliche Lastreserven
Im Zuge der Dämmarbeiten wurde auch die gesamte Entwässerung erneuert, weil die alte Verrohrung laut Marco Prediger „teils marode, teils verstopft, teils in puncto Weg durchs Gebäude nicht mehr nachvollziehbar war“. Aus statischen Gründen wurde außerdem die gesamte Entwässerungslinie überarbeitet, die Zahl der Töpfe wurde verdoppelt, um die geforderten Abflussmengen zu erreichen. Ergänzt wurde diese Entwässerung durch ein Notsystem, das mit Unterdruck arbeitet. Mit dem neuen Dachaufbau brachte die Wierig GmbH rund 20 kg/m² aufs Dach ­– trotz der geringen Traglast ein Wert mit Sicherheitsreserven. Dies umso mehr, als man in Zuge der Sanierung „eine ganze Menge an TGA zurückbaute, die im Lauf der Jahre installiert worden war. Dadurch haben wir uns zusätzliche Lastreserven geschaffen.“

Fazit
Für das gesamte Sanierungsprojekt veranschlagt Marco Prediger eine Bauzeit von zwei Jahren, die letzte Dachfläche wird in 2026 saniert. „Dabei wäre die Ausführung sicher nicht so gut gelaufen, wenn nicht alle Beteiligten Hand in Hand gearbeitet hätten. Wenn es eine unangenehme Überraschung gab, genügte in der Regel eine kurze Rücksprache mit Architekt und Bauherrschaft, um die Maßnahmen auf dem Dach an den neuen Kenntnisstand anzupassen.“
Das positive Fazit schließt auch den Dämmstoffhersteller Linzmeier ein, mit dem Marco Prediger zum ersten Mal zusammengearbeitet hat. Für den Bauleiter im Rückblick eine gute Idee:​ „Von Produkt und Hersteller bin ich heute absolut begeistert. Über Service, Abwicklung und Support kann man nur Gutes sagen, bei Problemen fühlte man sich nie alleingelassen, nie haben wir gehört:​ »Das geht nicht!« Die LINITHERM LOOP PAL Dämmelemente haben einen sehr guten Kosten-/Nutzen-Faktor, sind gut zu recyceln und gesundheitlich unbedenklich. Ich bin heute ein absoluter Fan dieser Platte, die auf der Baustelle sauber und leicht zu verarbeiten ist.“
Nur ein Wunsch ist für Marco Prediger noch offen:​ „Für mich ist das der Dämmstoff der Zukunft, aber es wäre super, wenn man ihn in Richtung Schwerentflammbarkeit weiterentwickeln könnte.“

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