Heinze ArchitekturAWARD 2026: Teilnehmer
Brunnenstraße 34
10115 Berlin, Brunnenstraße 34
Diese Objektpräsentation wurde angelegt von: B KRAUS Z
Basisdaten zum Objekt
Lage des Objektes
Brunnenstraße 34, 10115 Berlin, Deutschland
Objektkategorie
Objektart
Art der Baumaßnahme
Neubau
Fertigstellungstermin
04.2025
Zeichnungen und Unterlagen
Projektbeteiligte Firmen und Personen
Verwendete Produkte
Gebäudedaten
Bauweise
Mauerwerksbau
Tragwerkskonstruktion
Stahlbeton
Anzahl der Vollgeschosse
3- bis 5-geschossig
Raummaße und Flächen
Bruttorauminhalt
4.390 m³
Bruttogrundfläche
1.300 m²
Nutzfläche
895 m²
Verkehrsfläche
60 m²
Wohnfläche
695 m²
Grundstücksgröße
425 m²
Lage und Umgebung
Beschreibung
Objektbeschreibung
Vor dem Hintergrund der Nachverdichtung innerstädtischer Quartiere untersucht das Projekt, wie auf begrenzten Restflächen räumliche Großzügigkeit und differenzierte Wohnqualitäten entstehen können. Der Neubau entwickelt sich als Gartenhaus im für den Stadtblock typischen Hinterhof und schließt die Baulücke zwischen den rückwärtigen Gebäuden der Nachbargrundstücke. Eingefasst von Brandwänden und umgeben von dichter Bebauung formt sich ein kompakter Baukörper, der die Enge des Ortes nicht auflöst, sondern räumlich fasst und in eine differenzierte Abfolge von Innen- und Außenräumen überführt.
Aus den Baufluchten des Kontexts entsteht ein introvertiertes Gebäude, das räumliche Qualität über Flächenoptimierung stellt. Die fehlende direkte Adressbildung zur Straße ermöglicht eine Konzentration auf innere Bezüge, Lichtführung und eine informelle Fassade. Eingeschnittene Lufträume führen Tageslicht tief in das Gebäude und verbinden die Ebenen visuell miteinander. Diagonale Blickbeziehungen greifen die Geometrie der Höfe auf und übersetzen sie in ein vertikal verschränktes Raumgefüge. Über fünf Geschosse entsteht so eine räumliche Kontinuität aus ineinandergreifenden Ebenen mit differenzierten Raumhöhen sowie vielfältigen Bezügen nach innen und außen.
Ein innenliegendes Treppenhaus und ein Aufzug in der dunkelsten Ecke übernehmen die Erschließung. Die Grundrisse sind offen organisiert, Nebenräume und Bäder als kompakte Kerne gefasst. Innerhalb eines Gebäudes werden unterschiedliche Wohntypologien – vom Townhouse bis zum Studio – gebündelt. Doppelgeschossige Räume, verschiedene Orientierungen sowie Bezüge zu zwei Höfen erzeugen ein Spektrum räumlicher Situationen zwischen Rückzug und Offenheit. Eine integrierte Gewerbeeinheit ergänzt die Nutzungsmischung.
Die Tragstruktur ist unter anderem aufgrund der Brandschutzanforderungen als Stahlbetonkonstruktion ausgeführt und wird im Dachbereich durch eine Holzkonstruktion ergänzt. Beton wird sowohl konstruktiv als auch raumbildend eingesetzt. Das gewendelte Treppenhaus sowie die internen Erschließungen sind als präzise gefügte Betonfertigteile ausgeführt und prägen die räumliche Kontinuität. In den Wohnräumen bleibt der Beton sichtbar und bildet einen robusten, zurückhaltenden Hintergrund. Im Penthouse wird der vertikal geschalte rohe Sichtbeton durch fein detaillierte Holzeinbauten und Schlosserarbeiten ergänzt.
Die Materialwahl folgt einer klaren Logik von Dauerhaftigkeit und Wohnlichkeit: Beton- und Estrichoberflächen treten in Kombination mit Furnieren und Naturstein auf. Beton fungiert dabei als tragendes und zugleich atmosphärisch prägendes Grundmaterial, das Konstruktion und Raum eng miteinander verknüpft.
Die Fassade aus grau gebranntem Ziegel nimmt Bezug auf die Nachbarbebauung und wird durch präzise gesetzte Betonfertigteile gegliedert, die Balkone, Mauerkronen, Stürze sowie den Eingang mit einem aufgeschnittenen Rundbogen akzentuieren. Großformatige Öffnungen folgen der inneren Raumstruktur und differenzieren zwischen privaten und gemeinschaftlichen Bereichen. Schlank proportionierte Geländer, ausgekratzte Lagerfugen sowie die reliefartig ausgebildete Ecke, in der sich die Lastabtragung abzeichnet, stärken die plastische Wirkung. Das Dach ist in derselben Materialität wie die Fassade ausgeführt, wodurch innerhalb des heterogenen Hofraums eine homogene Materialkontinuität entsteht.
Trotz der denkmalpflegerisch bedingten Reduktion des Bauvolumens hält der Entwurf konsequent an seiner räumlichen Komplexität fest. Lufträume, Galerien und Außenräume werden nicht zugunsten maximaler Flächenausnutzung aufgegeben, sondern bilden den Kern des Projekts. Bepflanzte Terrassen und ein Dachgarten erweitern den Wohnraum des Penthouse, während ein tief eingeschnittenes Blumenfenster Ein- und Ausblicke filtert und zwischen Innenraum und Hof vermittelt.
Das Projekt zeigt, wie unter den restriktiven Bedingungen eines Berliner Hinterhofs ein Wohnhaus entstehen kann, das räumliche Großzügigkeit nicht aus Fläche, sondern aus Licht, Höhe, Blickbeziehungen und präziser räumlicher Verschränkung entwickelt. Die Dichte der Stadt wird dabei nicht negiert, sondern als architektonische Ressource verstanden und in eine eigenständige Wohnform übersetzt.
Beschreibung der Besonderheiten
Die Wohnungsgrundrisse sind als offene Raumstrukturen organisiert. Nebenräume, Bäder und technische Funktionen werden in kompakten Kernen zusammengefasst, sodass zusammenhängende Raumfolgen mit unterschiedlichen Raumhöhen, Orientierungen und Bezügen zu den Höfen entstehen. Eingeschnittene Lufträume führen Tageslicht tief in das Gebäude und schaffen visuelle Verbindungen zwischen den Ebenen.
Innerhalb des Hauses werden unterschiedliche Wohntypologien – vom Townhouse bis zum Studio – sowie eine Gewerbeeinheit gebündelt. Verschiedene Raumkonfigurationen, Orientierungen und Außenräume erzeugen ein Spektrum räumlicher Situationen zwischen Rückzug und Austausch.
Die funktionale Organisation folgt nicht einer Maximierung der Nutzfläche, sondern der Ausbildung differenzierter Wohnqualitäten. Erschließung, Belichtung und Außenräume sind so miteinander verknüpft, dass innerhalb des kompakten Baukörpers räumliche Großzügigkeit aus Licht, Raumhöhe und präzise aufeinander abgestimmten Raumfolgen entsteht.
Nachhaltigkeit
Das Gebäudekonzept nutzt Geothermie in Kombination mit einer Wärmepumpe zur Energieversorgung (94 %). Ergänzend wird Regenwasser über eine Zisterne gesammelt und wiederverwendet. Ein Grauwassersystem sowie eine gezielte Bewässerung tragen zusätzlich zu einem ressourcenschonenden Betrieb bei.
Das Gebäude erreicht mit einem Endenergiebedarf von 24,8 kWh/(m²·a) die Effizienzklasse A+, weist einen Primärenergiebedarf von 41,5 kWh/(m²·a) sowie CO₂-Emissionen von lediglich 12 kg/(m²·a) auf und unterschreitet damit die gesetzlichen Anforderungen sowohl beim Primärenergiebedarf als auch bei der energetischen Qualität der Gebäudehülle deutlich.
Auszeichnungen
Architekturpreis Beton 2026 - Anerkennung für innovativen und nachhaltigen Wohnungsbau
Schlagworte
Energetische Kennwerte
Energiestandard
Energetische Kennwerte
Primärenergie
Geothermie
Sekundärenergie
Gas
Energetische Kennwerte
Primärenergiebedarf ("Gesamtenergieeffizienz")
41,50 kWh/(m²a)
Objektdetails
Das Objekt im Internet
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