Architekturobjekt 2 von 4.155

Architekturobjekte

Heinze ArchitekturAWARD 2026: Teilnehmer


Bachelorthesis: Schonmal im Labor gewohnt? Labor der Transformation

Diese Objektpräsentation wurde angelegt von: FH Münster | MSA Muenster School of Architecture, FB Architektur, Mattis Busemann

Perspektive 01 - Bachelorthesis: Schonmal im Labor gewohnt? Labor der Transformation

© Mattis Busemann

Ansicht Bestand (Osten) - Bachelorthesis: Schonmal im Labor gewohnt? Labor der Transformation

© Mattis Busemann

Hörsaal Bestand - Bachelorthesis: Schonmal im Labor gewohnt? Labor der Transformation

© Mattis Busemann

Labor Bestand - Bachelorthesis: Schonmal im Labor gewohnt? Labor der Transformation

© Mattis Busemann

Collage Potenzial 01 - Bachelorthesis: Schonmal im Labor gewohnt? Labor der Transformation

© Mattis Busemann

Collage Potenzial 02 - Bachelorthesis: Schonmal im Labor gewohnt? Labor der Transformation

© Mattis Busemann

Modell 1zu200 - Bachelorthesis: Schonmal im Labor gewohnt? Labor der Transformation

© Mattis Busemann (Foto: Luca Stroscher)

Grundrissmodelle 1zu100 - Bachelorthesis: Schonmal im Labor gewohnt? Labor der Transformation

© Mattis Busemann (Foto: Luca Stroscher)

Perspektive 02 - Bachelorthesis: Schonmal im Labor gewohnt? Labor der Transformation

© Mattis Busemann

Perspektive 03 - Bachelorthesis: Schonmal im Labor gewohnt? Labor der Transformation

© Mattis Busemann

Diese Objektpräsentation wurde angelegt von: FH Münster | MSA Muenster School of Architecture, FB Architektur, Mattis Busemann

Basisdaten zum Objekt

Lage des Objektes

Deutschland

Objektkategorie

Objektart

Art der Baumaßnahme

Entwurfskonzept

Fertigstellungstermin

03.2026

Gebäudedaten

Bauweise

Stahlbetonbau

Tragwerkskonstruktion

Stahlbeton

Anzahl der Vollgeschosse

6- bis 10-geschossig

Beschreibung

Objektbeschreibung

Einleitung +
Die vorliegende Arbeit setzt sich mit diesen Fragestellungen auseinander und verfolgt das Ziel, ausgewählte Themenfelder vertieft zu untersuchen. Dabei werden insbesondere aktuelle Herausforderungen im Umgang mit leerstehenden Großstrukturen betrachtet. Der anschließende Entwurf dient als exemplarischer Lösungsansatz und überträgt die gewonnenen Erkenntnisse auf ein leerstehendes Universitätsgebäude. Anhand dieses Bestands wird aufgezeigt, wie durch ein Transformationsangebot neue Nutzungen, räumliche Qualitäten und nachhaltige Perspektiven entwickelt werden können. Im Fokus steht dabei bewusst die Transformation als Alternative zum Abriss-Neubau, um bestehende Strukturen weiterzudenken, Ressourcen zu schonen und den baukulturellen Wert des Gebäudes zu erhalten.

Institut der Pharmazie
Als der Fachbereich Pharmazie in Münster starken Zuwachs erlangte, reichten bestehende Gebäude nicht mehr aus. Daher wurde 1958 mit der Planung eines neuen, größeren Pharmaziecampus begonnen. 1962 wurde der Grundstein für das heutige Gebäude an der Hittorfstraße gelegt. Hierfür investierte die Universität Münster ca. 9 Millionen DM und stellte durch die Fertigstellung 1966, 625 neue Arbeitsplätze für die Studierenden zur Verfügung.  Das Gebäude besteht aus 3 Baukörpern. Einem sechsgeschossigem Hauptgebäude, einem zweiten Riegel über zwei Etagen und einem zwischengestelltem, eingeschossigem Baukörper als Verbindungselement. Neben einem Isotopenlabor und mehreren Laborräumen, fanden zwei Hörsäle, mehrere Büroräume und eine Luftschutzanlage für 100 Personen ihren Platz im Gebäude. Zudem wurde auf dem Grundstück ein Pharmazeutischer Garten mit Gewächshäusern angelegt. Durch die effiziente Stahlbeton-Skelettbauweise, konnte das Gebäude sehr flexibel und individuell genutzt werden. Mit großen Spannweiten wurden große, weitläufige Laborräume sichergestellt. Nach nicht einmal 50 Jahren war das Gebäude an der Hittorfstraße erneut zu klein und es wurde ein neuer Pharmazie-Campus an der Corrensstraße errichtet. Nun steht das Gebäude seit 2012 leer, wird seitdem heruntergewirtschaftet und soll schlussendlich 2026 abgebrochen werden. Statt das Gebäude abzubrechen, sollte über eine mögliche Umnutzung des Gebäudes nachgedacht werden. Denn die bestehenden Strukturen sind flexibel nutzbar und erhaltenswert. Durch die Geheimhaltung der Bestandspläne wird ein arbeiten mit dem Bestand unmöglich gemacht. Trotz mangelnder Akteneinsicht und Kooperation mit den zuständigen Behörden werden die Qualitäten des Gebäudes in dieser Arbeit herausgearbeitet und das Potential für eine mögliche Variante einer Umnutzung sichtbar gemacht.21,22 

Labor der Transformation
Das Konzept des Gebäudes vereint verschiedene Nutzungen unter einem Dach. Durch die Kombination von Wohnen, Einkaufen, Arbeiten und Freizeitangeboten wird ein vielschichtiges Nutzungsangebot geschaffen, die dem Gebäude des ehemaligen Instituts der Pharmazie eine neue Qualität geben. Diese Mischung von Funktionen fördert eine lebendige Nachbarschaft für das Studentenwohnheim und ein aktives Miteinander. Auch für Studenten, die nicht im Studentenwohnheim wohnen entstehen durch neue Einkaufsmöglichkeiten, das geplante Schwimmbad, die Bibliothek, das Café, den Dachgarten und die Werkstatt eine Vielzahl an neuen Angeboten, die einen Mehrwert für die gesamte Umgebung schaffen. Das große Sportangebot vereint unterschiedlichste Sportarten, wie Schwimmen, Basketball, Leichtathletik, Yoga und Krafttraining miteinander. Es bringt die Möglichkeit zur körperlichen Ertüchtigung, zum Ausgleich und zur Erholung. Neben dem großen Sportangebot schaffen Räume wie der Treffpunkt, das Cafè, Der Dachgarten und die Studios, Orte der Begegnung. Ab dem zweiten Obergeschoss befinden sich in dem Hauptgebäude Wohnungen, die in einer Gemeinschaftsstruktur organisiert sind. Wichtig hierbei ist, dass die vorgeschlagenen Grundrissvarianten sich frei über die verschiedenen Etagen anordnen lassen. Die geplanten Wohnungen sind flexibel gestaltet, da sie sich an die individuellen Bedürfnisse der Bewohner anpassen lassen. Beispielsweise lässt sich bei Bedarf dem WG-Wohnungstyp ein zusätzliches Zimmer in Form eines Gästezimmers hinzuzufügen.
 

Beschreibung der Besonderheiten

Verbindung +
Das verbindende Element zwischen Innenstadt und Quartier wird durch den eingeschossigen Zwischenbau geschaffen. Dieser bietet eine Vielzahl an öffentlichen, alltäglichen Nutzungen. Er verbindet das angrenzende Hauptgebäude und das zweigeschossige Nebengebäude. Die Fläche vor dem Gebäude wird als Vorplatz und Parkmöglichkeit für den Supermarkt genutzt, welcher direkt hiervon erschlossen werden kann.
Der Bereich des alten Hörsaals wird durch ein Schwimmbad im Gebäudekern neu definiert. Die neue Nutzung ist öffentlich und bietet Umkleiden, sowie Duschmöglichkeiten. Das Schwimmbad erhält eine neue Dachkonstruktion aus drei Sheddächern, die der Belichtung und Belüftung dienen.
Zum Innenhof sind ein Café und eine Bibliothek orientiert. Die flexibel angelegten Räume bilden eine optimale Struktur für das diverse Bildungsangebot, welches die Bibliothek beherbergt. Gruppenarbeit, Workshops, Vorträge und kulturelle Veranstaltungen werden angeboten, die auf die aktuellen Bedürfnisse und Interessen der Gemeinschaft zugeschnitten sind. Die Bibliothek erhält eine Dachterrasse zum Lesen, welche über eine außenliegende Treppe erschlossen werden kann. Der Innenhof bietet einen ruhigen Rückzugsort zum Entspannen und Regenerieren.
Über dem Supermarkt ist eine öffentliche Sportfläche angeordnet. Diese Fläche kann als Multifunktionsfläche genutzt werden und unterstreicht nochmal das großzügige Sportangebot im Quartier. 
Wohnlabor +
Der Entwurf verfolgt das Ziel, durch eine funktionale, räumliche und energetische Transformation eine nachhaltige Reaktivierung des Universitätsgebäudes zu ermöglichen. Im Sinne des Weiterbauens wird der Bestand nicht ersetzt, sondern durch gezielte Eingriffe an aktuelle Wohn,- Nutzungs- und Klimaanforderungen angepasst. Die Umnutzung zu studentischem Wohnen reagiert sowohl auf den Bedarf an Wohnraum als auch auf die Notwendigkeit ressourcenschonender Bauweisen.
Das Erdgeschoss bildet das gemeinschaftliche Zentrum des Quartiers. Es erhält eine neue, öffenbare Glasfassade, die eine visuelle und funktionale Verbindung zwischen Innen- und Außenraum herstellt. Gemeinschaftlich genutzte Nutzungen wie ein Waschsalon, eine gut ausgestattete Gemeinschaftsküche sowie ein großer Aufenthaltsraum sind hier angeordnet. Zur räumlichen Neuorganisation wird die bestehende Geschossdecke im Bereich des Gemeinschaftsraums entfernt, wodurch ein hoher Raum mit einer neuen Aufenthaltsqualität entsteht. Die weiteren Wohnetagen sind nach unterschiedlichen Wohnformen gegliedert, auch wenn sie generell im Gebäude frei angeordnet werden können. Einigen der befragten Studierenden können sich ein Zusammenleben mit mehr Personen als ihrem Partner momentan nicht vorstellen. Für sie wurden die Wohnboxen im ersten Obergeschoss geplant. Diese Einheiten sind kompakt organisiert und auf grundlegende Wohnfunktionen reduziert. Perfekt für Privatsphäre und Zweisamkeit.
Das zweite Obergeschoss erhält drei Wohngemeinschaften, in denen private Zimmer mit gemeinschaftlich genutzten Sanitär- und Aufenthaltsbereichen kombiniert sind. Die Größe der Wohneinheiten variiert je nach Anzahl der Bewohner. Des Weiteren hat jede Wohngemeinschaft die Möglichkeit, einen Joker-Raum zuzuschalten. Diese Zimmer sind für Gäste vorgesehen und können über das jeweilige Treppenhaus erschlossen werden.
Das dritte und vierte Obergeschoss erhält ebenfalls drei Wohngemeinschaften mit privaten Zimmern, sowie gemeinschaftlich genutzten Aufenthaltsflächen und Sanitärräumen.
Die Grundrissstruktur unterstützt das gemeinschaftliche Zusammenleben innerhalb der Wohngruppen.
Im dritten bis fünften Obergeschoss wird die thermische Hülle im Bereich der Gemeinschaftsflächen um etwa zwei Meter nach innen versetzt. Dadurch entstehen Loggien als unbeheizte Übergangszonen zwischen Innen- und Außenraum.


Im fünften Obergeschoss sind Clustereinheiten geplant. Einzelappartements mit Nassbereich und einer kleinen Teeküche sind um eine zentrale Gemeinschaftsfläche organisiert, die als Aufenthalts- und Nutzungsbereich dient. Sie sind optimal für Studierende, die sich gemeinschaftliches Zusammenleben nur unter besonderer Berücksichtigung ihrer Privatsphäre vorstellen können.
Im Zuge der Dachertüchtigung wird das Hauptgebäude um eine Shedddachkonstruktion ergänzt. Hier kommen gemeinschaftlich genutzte Yogaräume, eine Sauna sowie eine Dachterrasse unter. Die Dachflächen der neuen Struktur werden mit Photovoltaikmodulen ausgestattet und dienen der Energiegewinnung.
Die bestehende Gebäudehülle wird ebenfalls energetisch saniert und anschließend verkleidet. Flachstahlelemente ermöglichen die notwendigen Dämmarbeiten und integrieren schräg angeordnete Photovoltaikpaneele sowie textile Sonnenschutzelemente. Die Fenster werden vollständig ersetzt und entsprechend aktueller energetischer Anforderungen ausgeführt. Ziel ist die Reduktion von Wärmeverlusten und die Verbesserung des sommerlichen Wärmeschutzes.
Der Entwurf versteht sich als Wiederbelebung eines leerstehenden Universitätsgebäudes unter technischen, energetischen und sozialräumlichen Gesichtspunkten. Durch die Kombination unterschiedlicher Wohnformen, gemeinschaftlicher
Nutzungen und baulicher Maßnahmen zur energetischen Ertüchtigung wird der Bestand langfristig nutzbar gemacht und in einen zeitgemäßen Nutzungskontext
überführt.
Studio +
Das zweigeschossige Nebengebäude ergänzt das Quartier durch weitere Nutzungen.
Im Erdgeschoss befindet sich ein Fahrradunterstand für das Quartier, der über Schiebetore zum Außenraum geöffnet werden kann. Angrenzend ist eine Werkstatt angeordnet, die den Bewohnern zur Reparatur von Fahrrädern und Möbeln dient. Sie fördert die praktische Auseinandersetzung mit Technologien und ermöglicht es den Nutzern, innovative Projekte umzusetzen. Gleichzeitig fördert sie das Teilen von Wissen und die Zusammenarbeit im Kollektiv. Die Werkstatt ist über eine öffenbare Glasfassade mit dem Außenraum verbunden. Ebenfalls im Erdgeschoss liegt eine multifunktionale Sporthalle, die durch den Rückbau von Deckenelementen zweigeschossig ausgebildet ist und über öffenbare Fassadenelemente zum Außenraum geöffnet und erweitert werden kann. Hier können verschiedene Sportarten und Kurse stattfinden. In den Geräteräumen stehen Sportutensilien für die Nutzer der Halle zur Verfügung. Die Außenfläche vor der Sporthalle, erhält eine Weitsprunganlage entlang des Nebengebäudes.
Im Obergeschoss befinden sich anmietbare Studios und Ateliers, die den Bewohnern des Hauptgebäudes zur Verfügung stehen. Die Einheiten sind flexibel nutzbar und über die interne Erschließung angebunden. Die größe der einzelnen Studios ist durch neue Faltwände sehr flexibel. Von großen Besprechungsräumen bis hin zu kleinen Büros.
Das Dach des Nebengebäudes wird durch eine Sheddachkonstruktion ergänzt und dient als Gewächshaus. Das Gewächshaus bietet eine öffentliche Dachterrasse, sowie einen Dachgarten.
 

Nachhaltigkeit

Die bestehende Gebäudehülle wird im Rahmen des Entwurfs vollständig überarbeitet, neu verkleidet und energetisch ertüchtigt. Eine vorgelagerte Fassadenkonstruktion aus Flachstahlelementen bildet die konstruktive Grundlage für die erforderlichen Dämmmaßnahmen und ermöglicht zugleich die Integration zusätzlicher funktionaler Elemente. In diese Struktur sind schräg angeordnete PV-Module sowie textile Sonnenschutzelemente eingebunden, die sowohl zur Energiegewinnung als auch zur Verbesserung des sommerlichen Wärmeschutzes beitragen.

Die vorhandenen Fenster werden vollständig ersetzt und gemäß aktueller energetischer Standards neu ausgeführt. Durch die Kombination aus verbesserter Dämmung, optimierter Verglasung und wirksamen Verschattungselementen zielt das Fassadenkonzept auf eine deutliche Reduktion der Wärmeverluste sowie auf eine nachhaltige Verbesserung des thermischen Komforts im Sommer ab.
 

Schlagworte

Bachelorthesis, Bauen im Bestand, Transformation, Studentenwohnheim, Universität, FH Münster, Gemeinschaft, Wohnen

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