Architekturobjekt 2 von 4.243

Architekturobjekte

Heinze ArchitekturAWARD 2026: Teilnehmer


AUS EINS MACH VIER: Transformation eines Einfamilienhauses

69253 Heiligkreuzsteinach, Heddesbacher Weg 2

Diese Objektpräsentation wurde angelegt von: ephem Architekten PartG mbB

Nordwest - AUS EINS MACH VIER: Transformation eines Einfamilienhauses

© ephem Architekten

West - AUS EINS MACH VIER: Transformation eines Einfamilienhauses

© ephem Architekten

Nord - AUS EINS MACH VIER: Transformation eines Einfamilienhauses

© ephem Architekten

Ost - AUS EINS MACH VIER: Transformation eines Einfamilienhauses

© ephem Architekten

Südost - AUS EINS MACH VIER: Transformation eines Einfamilienhauses

© ephem Architekten

Eingangssituation - AUS EINS MACH VIER: Transformation eines Einfamilienhauses

© ephem Architekten

Anbau - AUS EINS MACH VIER: Transformation eines Einfamilienhauses

© ephem Architekten

Talblick 01 - AUS EINS MACH VIER: Transformation eines Einfamilienhauses

© ephem Architekten

Wohnraum - AUS EINS MACH VIER: Transformation eines Einfamilienhauses

© ephem Architekten

Talblick 02 - AUS EINS MACH VIER: Transformation eines Einfamilienhauses

© ephem Architekten

Loggia 01 - AUS EINS MACH VIER: Transformation eines Einfamilienhauses

© ephem Architekten

Loggia 02 - AUS EINS MACH VIER: Transformation eines Einfamilienhauses

© ephem Architekten

Ortseinfahrt - AUS EINS MACH VIER: Transformation eines Einfamilienhauses

© ephem Architekten

Vorher - AUS EINS MACH VIER: Transformation eines Einfamilienhauses

© ephem Architekten

Diese Objektpräsentation wurde angelegt von: ephem Architekten PartG mbB

Basisdaten zum Objekt

Lage des Objektes

Heddesbacher Weg 2, 69253 Heiligkreuzsteinach, Deutschland

Objektkategorie

Objektart

Art der Baumaßnahme

Umbau

Fertigstellungstermin

03.2026

Projektbeteiligte Firmen und Personen

Architekt/Planer

ephem Architekten PartGmbB

Helmholtzstrasse 2-9

10587 Berlin

Deutschland

Tel. +49 30 51694814

office@ephem.eu

Fachplanung: Tragwerksplanung

Dipl.-Ing. Mario Fantoli

Birkenstraße 18

77740 Bad Peterstal-Griesbach

Deutschland

Tel. 07806-910806

mario.fantoli@t-online.de

Fachplanung: Gebäudetechnik

Sanitär Jäck GmbH

St.-Wolfgang-Str. 10a

69198 Schriesheim

Deutschland

Verwendete Produkte

ROMA

Sonnenschutz

zipSCREEN.2 Basis INTEGO

WAREMA Renkhoff

Sonnenschutz

FSM Fenster-System-Markise

GUTMANN Bausysteme

Fenster

Mira Standard

Bembé Parkett

Parkett

Mosaikparkett, massiv

Viessmann Climate Solutions SE

Wärmepumpen

Vitocal 250-A A19

Gebäudedaten

Bauweise

Sonstige

Tragwerkskonstruktion

Ziegelmauerwerk

Anzahl der Vollgeschosse

2-geschossig

Raummaße und Flächen

Bruttorauminhalt

1.515 m³

 

Bruttogrundfläche

444 m²

 

Nutzfläche

370 m²

 

Wohnfläche

326 m²

 

Grundstücksgröße

1.281 m²

Kosten

Veranschlagte Rohbaukosten des Bauwerks

500.000 Euro

 

Gesamtkosten der Maßnahme (ohne Grundstück)

1.400.000 Euro

Beschreibung

Objektbeschreibung

Das Projekt liegt markant an der Ortseinfahrt von Heiligkreuzsteinach, einer dörflichen Gemeinde im südlichen Odenwald. Der Baukörper folgt der Topografie des steil ansteigenden Grundstücks und vermittelt fließend zwischen Straßenraum, Hang und Natur.

Die Transformation eines Einfamilienhauses aus dem Jahr 1956 konzentriert sich auf die grundlegende Neuordnung dessen räumlicher Struktur. Der Umbau hinterfragt die kontinuierlich wachsende Wohnfläche pro Person und zeigt eine robuste, hochwertige Alternative zum freistehenden Einfamilienhaus auf, ohne den dörflichen Maßstab zu verlassen. Als Beitrag zu verdichteten und zukunftsfähigen Wohnformen im ländlichen Raum verbindet das Projekt vielfältige Aspekte des nachhaltigen Bauens im Bestand mit dem Anspruch der Bauherrschaft, einen langlebigen, qualitätsvollen Beitrag zur regionalen Wohn- und Baukultur zu leisten.

Ausgehend von der vorhandenen Substanz verändern präzise gesetzte, strukturelle Maßnahmen die räumliche Organisation grundlegend:​ Eine neue Wandscheibe in der Mittelachse teilt das Gebäude, integriert die vertikale Erschließung und schafft die Ausgangslage für vier eigenständige Wohneinheiten. Während die Eingriffe in das Unter- und Erdgeschoss punktuell bleiben, erfährt das Dachgeschoss eine umfassende Erweiterung.

Die vier neuen Wohnungen entwickeln sich differenziert aus den topografischen und räumlichen Gegebenheiten des Hauses. Durch die Umnutzung der ehemaligen Gewerbeeinheit im Untergeschoss entstehen zwei eigenständige kompakte Einraumwohnungen, die bei Bedarf als zusätzliche Wohnfläche an die jeweils darüber liegenden Einheiten gekoppelt werden können. Die hangseitigen Zonen des Untergeschosses nehmen Haustechnik und Nasszellen auf, sodass die belichteten Flächen vollständig dem Wohnen zugeordnet werden können.

Im Erdgeschoss wird der Bestandsbau an seinen Stirnseiten durch zwei halbrunde, pavillonartige Anbauten ergänzt, die Wohnraum und Garten miteinander verzahnen. Angrenzend befinden sich zudem die großzügigen Wohn- und Küchenbereiche sowie zwei nach Westen orientierte Loggien, die den Blick weit über die Talaue, den benachbarten Sportplatz und die dörfliche Umgebung freigeben.

Zusätzlicher Wohnraum wird durch die Erweiterung des Dachgeschosses generiert. Während die ursprüngliche Proportion zur Straße hin gewahrt bleibt, schafft die neue Geometrie im Inneren zusätzliche Nutzfläche und bietet auf der Dachhaut optimale Bedingungen für die Integration einer Photovoltaikanlage.

Beschreibung der Besonderheiten

Der architektonische Vorher-Nachher-Vergleich verdeutlicht eine ressourcenschonende Metamorphose. Der ehemalige Bestandsbau präsentierte sich als typisches, weiß verputztes Wohnhaus seiner Epoche mit Satteldach, einer kleinen Gewerbeeinheit mit integrierter Garage im Sockelgeschoss und eine zur Straße hin vorgelagerten Balkonschicht. Das finale Erscheinungsbild des Projekts zeigt nun eine skulpturale, homogene Einheit. Sämtliche Maßnahmen basieren auf dem Prinzip, möglichst viel der vorhandenen Bausubstanz zu erhalten, die vorhandene graue Energie zu bewahren und damit den Ressourcenverbrauch zu minimieren. Die vorgehängte, hinterlüftete Aluminiumfassade verbindet Neu und Alt und verleiht dem Gebäude eine eigenständige, homogene Erscheinung.  Die sensibel weiterentwickelten Freianlagen minimieren die Bodenversiegelung und bewahren den Garten als zusammenhängenden Landschaftsraum. Aufgrund der ausgeprägten Hanglage gliedert sich der Außenraum in zwei private, geschützte Rückzugsorte an den Stirnseiten des Gebäudes. Rückgebaute 50x50 Gehwegplatten dienen heute als Bodenbelag der beiden großen Loggien, auch die Badezimmerkeramik konnte größtenteils wiederverwendet werden.
Durch die Symbiose aus Bestandserhalt, zirkulärem Materialeinsatz und einer langfristig flexiblen Gebäudestruktur reagiert das Projekt auf die Herausforderungen des zeitgenössischen Wohnens im ländlichen Raum. Es demonstriert, wie durch präzise Interventionen aus einem klassischen Einfamilienhaus eine wandlungsfähige Wohnstruktur entstehen kann, die unterschiedliche Lebensmodelle zukunftssicher unter einem Dach vereint.

 

Nachhaltigkeit

Im Zentrum steht die energetische Ertüchtigung des Gebäudes von 1956 auf den Effizienzhausstandard 70 EE durch die Reduktion des Energiebedarfs und den gezielten Einsatz effizienter Anlagentechnik. Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe übernimmt die Versorgung von Fußbodenheizung und Warmwasser, ergänzt durch eine 25 kWp Photovoltaikanlage mit 10 kW Speicher, die eine weitgehende Deckung des Eigenenergiebedarfs ermöglicht.

Zur weiteren Effizienzsteigerung trägt eine dezentrale Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung bei. Großzügige Fensterflächen maximieren die passive Tageslichtnutzung, während außenliegende Verschattungssysteme aus Stoffmarkisen und Rafflamellen sommerlicher Wärmeschutz vermeiden.

Auf materialstrategischer Ebene wird der Bestand durch eine vorgehängte, hinterlüftete Aluminiumfassade thermisch ertüchtigt. Diese Konstruktion ist auf einfache Demontage sowie sortenreines Recycling ausgelegt und folgt damit Prinzipien der Konsistenz und einer kreislauffähigen Materialwahl im Sinne von „Design for Recycling“. Insgesamt verbindet das Konzept Energieeffizienz mit reduzierter Materialintensität und einer langfristig rückbaubaren Gebäudestruktur.
 

Schlagworte

Umbau, Wohnen im Bestand, nachhaltiges Bauen, Einfamilienhaus, Holz-Aluminium-Fassade, Nachverdichtung, Wohnen

Energetische Kennwerte

Energiestandard

KfW-Effizienzhaus 70

Energetische Kennwerte

Primärenergie

Strom

 

Sekundärenergie

Umweltthermie (Luft / Wasser)

Energetische Kennwerte

Primärenergiebedarf ("Gesamtenergieeffizienz")

46,00 kWh/(m²a)

 

Heizenergieverbrauchswert

25,50 kWh/(m²a)

 

Stromverbrauchswert

45,00 kWh/(m²a)

Objektdetails

Gebäudespezifische Merkmale

Anzahl Wohneinheiten

4

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