Industrieverband
Hartschaum e.V. (IVH)

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10117 Berlin

Deutschland

Neue Tests enthüllen: Was PV-Dächer vor Bränden wirklich schützt

Industrieverband Hartschaum e.V.

Der Brandversuch beim Dachsystem mit nicht brennbarer Dämmung in Kombination mit einer PVC-Abdichtung ohne zementgebundene Platte musste vorzeitig abgebrochen werden – aus umwelt- und sicherheitstechnischen Aspekten.

Der Brandversuch beim Dachsystem mit nicht brennbarer Dämmung in Kombination mit einer PVC-Abdichtung ohne zementgebundene Platte musste vorzeitig abgebrochen werden – aus umwelt- und sicherheitstechnischen Aspekten.

"Neue Tests enthüllen: Was PV-Dächer vor Bränden wirklich schützt" von Industrieverband Hartschaum e.V.

Der Brandversuch beim Dachsystem mit nicht brennbarer Dämmung in Kombination mit einer PVC-Abdichtung ohne zementgebundene Platte musste vorzeitig abgebrochen werden – aus umwelt- und sicherheitstechnischen Aspekten. © Industrieverband Hartschaum (IVH)

Neue Brandtests zeigen: Nicht der Dämmstoff, sondern der Dachaufbau entscheidet über die Sicherheit von PV-Flachdächern. Schutz- und Trennlagen können Brände wirksam stoppen – unabhängig vom verwendeten Dämmstoff.

Brandsicherheit von PV-Anlagen auf Flachdächern – warum das Gesamtsystem zählt

Mit der zunehmenden Solarpflicht steigt der Druck, PV-Anlagen sicher in Flachdachkonstruktionen zu integrieren. Ab 2026 betrifft dies neue gewerbliche und öffentliche Gebäude, später auch sanierte Bestands- und Wohngebäude. Flachdächer bieten dafür ideale Voraussetzungen, stellen Planende jedoch vor komplexe brandschutztechnische Fragen.

Regulatorische Lücken und reale Risiken

Aufgeständerte PV-Anlagen gelten bauordnungsrechtlich nicht als Bauprodukte, ihre CE-Kennzeichnung nach Niederspannungsrichtlinie berücksichtigt den Einbauort nicht. Dachaufbau und PV-System werden getrennt bewertet, ein europäisches Prüfverfahren für das Zusammenspiel fehlt. In der Praxis führt das zu einer sicherheitsrelevanten Lücke.

Brände entstehen überwiegend durch elektrotechnische Defekte. Versicherer empfehlen daher qualitätsgesicherte Planung, fachgerechte Montage und regelmäßige Wartung. Auch empfehlen Versicherer Dachaufbauten, die als akzeptabel gelten. Dies basiert jedoch auf pauschalen Annahmen zu brennbaren und nicht brennbaren Dämmstoffen.

Brandversuche zeigen: Schutzlagen entscheiden – nicht der Dämmstoff

Großmaßstäbliche Brandversuche verschiedener Industrieverbände widerlegen die vereinfachte Trennung nach Dämmstoffklassen. Getestet wurden unterschiedliche Dachaufbauten unter PV-typischer thermischer Belastung. Ergebnis: Ausschlaggebend für das Brandverhalten ist der Schichtenaufbau oberhalb der Dämmung – insbesondere Abdichtung sowie Trenn- und Schutzlagen.

Brandtest eines EPS-Flachdachaufbaus und zementgebundener Spanplatte auf dem EPS-Dämmstoff: minimaler Schaden und keine Brandweiterleitung. Der Brandtest mit Faserzementplatte zeigte das gleiche Ergebnis.

Brandtest eines EPS-Flachdachaufbaus und zementgebundener Spanplatte auf dem EPS-Dämmstoff: minimaler Schaden und keine Brandweiterleitung. Der Brandtest mit Faserzementplatte zeigte das gleiche Ergebnis.

"Neue Tests enthüllen: Was PV-Dächer vor Bränden wirklich schützt" von Industrieverband Hartschaum e.V.

Brandtest eines EPS-Flachdachaufbaus und zementgebundener Spanplatte auf dem EPS-Dämmstoff: minimaler Schaden und keine Brandweiterleitung. Der Brandtest mit Faserzementplatte zeigte das gleiche Ergebnis. © Industrieverband Hartschaum (IVH)

Bei EPS-gedämmten Flachdächern verhinderten nichtbrennbare Schutzlagen wie Glasvliese oder mineralische Platten eine Brandausbreitung vollständig. Besonders wirksam erwiesen sich zementgebundene Span- oder Faserzementplatten, die als „Heat Sink“ wirken: Die Temperaturen an der Dämmoberfläche blieben niedrig, ein Durchbrand fand nicht statt, das Brandgeschehen blieb lokal und selbstbegrenzend.

Ein Vergleichstest mit nichtbrennbarer Dämmung ohne Schutzlage (Bild ganz oben) zeigte hingegen eine deutlich stärkere Brandentwicklung – der Versuch musste aus Sicherheitsgründen abgebrochen werden. Die nichtbrennbare Dämmung verhindert eine Ableitung der Wärme, die durch die brennenden PV-Elemente entsteht, wirft diese zurück und verstärkt die horizontale Brandausbreitung über die PV-Module selbst. Besonders bei großen zusammenhängenden PV-Flächen ist dieser Effekt zu beachten.

Damit wird klar: Nichtbrennbare Dämmstoffe allein bieten keine Brandschutzgarantie.

Fazit

Mit dem beschleunigten PV-Ausbau wächst die Bedeutung eines ganzheitlichen Brandschutzverständnisses. Entscheidend ist das Gesamtsystem Flachdach – nicht die Brandklasse einzelner Bestandteile.

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