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Die in Segmente aufgeteilte Fassade orientiert sich an der roten Farbgebung der historischen Gefängniskapelle und interpretiert ihre Außenwirkung neu.
"maxfrei: Vom Ort der Isolation zum Raum der Offenheit" von KS-ORIGINAL
Die in Segmente aufgeteilte Fassade orientiert sich an der roten Farbgebung der historischen Gefängniskapelle und interpretiert ihre Außenwirkung neu. © palladium.de | KS-Original
In Düsseldorf-Derendorf entstand auf dem Gelände der ehemaligen Justizvollzugsanstalt das neue Quartier maxfrei. HPP Architekten kehrten die historische Struktur des Gefängnisses – ein kreuzförmiger Bau mit vier ummauerten Höfen – architektonisch um. Heute bildet ein Park in eben jener Kreuzform mit der historischen Gefängniskapelle das Herz des Areals, umgeben von offenen Baublöcken.
„Das Ziel war absolute Durchlässigkeit, Transparenz und die Möglichkeit des Zusammenkommens – Aspekte, die ein Gefängnis üblicherweise nicht hat“, so Projektleiter Thomas Heimowski, Associate Partner bei HPP. Bereits 2019 konnte sich das Büro mit Hauptsitz in Düsseldorf in einem Wettbewerbsverfahren durchsetzen und erhielt den Zuschlag für das Baufeld 3.
Einheit in Vielfalt

Auf den früheren Gefängnishöfen befindet sich nun unter anderem das von HPP Architekten geplante Baufeld 3.
"maxfrei: Vom Ort der Isolation zum Raum der Offenheit" von KS-ORIGINAL
Auf den früheren Gefängnishöfen befindet sich nun unter anderem das von HPP Architekten geplante Baufeld 3. © palladium.de | KS-Original

Neben dem kreuzförmigen Park bietet das Baufeld 3 den Bewohner/innen der obersten Etagen zusätzlich Zugänge zum gemeinschaftlichen Dachgarten.
"maxfrei: Vom Ort der Isolation zum Raum der Offenheit" von KS-ORIGINAL
Neben dem kreuzförmigen Park bietet das Baufeld 3 den Bewohner/innen der obersten Etagen zusätzlich Zugänge zum gemeinschaftlichen Dachgarten. © palladium.de | KS-Original
Inspiration für den Entwurf gewann das Team aus den Bestandsbauten in Derendorf, die von Satteldächern geprägt sind – ebenso wie von der historischen Kapelle der ehemaligen Haftanstalt. Der dunkelrote Backstein des Altbaus wird durch die rötliche Farbwelt des Neubaus übersetzt. Ein dunkleres Sockelgeschoss bildet dabei die Basis, während sich das Gebäude nach oben hin durch Rücksprünge auflöst. Diese gliedern die Fassade und schaffen Freiflächen. Den Abschluss bilden Dachgärten, die die Bewohner der oberen Geschosse über einen privaten Zugang erreichen.
Entstanden sind Wohnungen mit einer Größe von 44 bis 150 Quadratmetern. Die tragenden Wände und haustechnischen Anlagen verlaufen dabei durchgehend vom Erdgeschoss bis ins Dachgeschoss, was den Planungs- und Bauprozess nicht nur einfach, sondern auch effizient gestaltete.
Massiv mit Kalksandstein
Entscheidend für diesen Ansatz war der Baustoff: HPP setzte in allen Geschossen auf XL-Rasterelemente von KS-Original – dort machen sie rund 70 bis 80 Prozent des Wandmaterials aus. Zum einen schätzen die Architekt/innen den Schall- und Brandschutz des weißen Steins, zum anderen die einfache Umsetzung.
Denn die Formate der XL-Rasterelemente folgen einem Baukastenprinzip im 12,5er-Raster: ein klar definiertes Regelformat mit einer Breite und Höhe von 498 mm, zwei Ergänzungsformate sowie Ergänzungssteine. Dadurch waren nicht nur nahezu alle Wandlängen planbar, auch die aufwändigen Sägearbeiten auf der Baustelle entfielen. Mithilfe eines Minikrans wurden die Großformate versetzt, das Nut-Feder-System gewährleistete dabei Präzision und Ausführungssicherheit.
Das Quartier maxfrei steht exemplarisch für einen Wandel im Städtebau: weg von monofunktionalen Arbeitsquartieren, hin zu durchmischten, lebendigen Stadtteilen mit kurzen Wegen.
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