Heinze ArchitekturAWARD 2026: Teilnehmer
Freibad Biberach
88400 Biberach an der Riß, Memmingerstrasse 71
Diese Objektpräsentation wurde angelegt von: asp Architekten GmbH Cem Arat |Eberhard Becker|Dimitrios Kogios|Suna Konyalioglu| Markus Weismann
Basisdaten zum Objekt
Lage des Objektes
Memmingerstrasse 71, 88400 Biberach an der Riß, Deutschland
Objektkategorie
Objektart
Art der Baumaßnahme
Neubau
Fertigstellungstermin
05.2025
Zeichnungen und Unterlagen
Projektbeteiligte Firmen und Personen
Verwendete Produkte
Gebäudedaten
Bauweise
Holzhybridbau
Tragwerkskonstruktion
Holz
Anzahl der Vollgeschosse
1-geschossig
Raummaße und Flächen
Bruttorauminhalt
6.742 m³
Bruttogrundfläche
1.685 m²
Nutzfläche
1.020 m²
Verkehrsfläche
435 m²
Grundstücksgröße
25.800 m²
Kosten
Gesamtkosten der Maßnahme (ohne Grundstück)
18.000.000 Euro
Lage und Umgebung
Beschreibung
Objektbeschreibung
Seit über 70 Jahren gehört das unmittelbar an ein Naturschutzgebiet grenzende Freibad zu den wichtigen Freizeitinstitutionen in Biberach. Nach einer Sanierung in den 90er Jahren haben wir im Januar 2023 im Auftrag der Stadtwerke Biberach mit dem Bau eines Ersatzneubaus sowie einer Umgestaltung der 8.700 m2 großen Fläche gestartet. Das Ziel war es, das Freibad näher an das bestehende Hallenbad zu rücken, das Kombibad weiterzuentwickeln und zu stärken. Unser Entwurf verbindet dabei prägende Elemente des historischen Bades – die kompakte, rechteckige Beckenanordnung und die großzügigen Liegewiesen – mit einem nachhaltigen Gesamtkonzept.
Grundlage des Entwurfskonzepts bildet ein Säulengang als lineare Erschließungsachse, an den alle bestehenden und neuen Funktionen angebunden sind. Dadurch ergeben sich kurze Wege, eine klare Orientierung und eine effiziente Nutzung der Flächen. Der Eingangsbereich wurde nachhaltig aufgewertet: Ein begrünter Vorplatz mit Sitzgelegenheiten, Bepflanzung sowie Fahrradabstellplätzen verbessert das Mikroklima und erhöht die Aufenthaltsqualität. Fuß- und Fahrverkehr wurden klar getrennt und ermöglichen einen sicheren, übersichtlichen Ankunftsbereich.
Das Herzstück des neuen Freibads: ein Holzpavillon. Der Holzbau besteht überwiegend aus regionalem Holz: Während Lärche die Fassaden und Trennwände prägt, wurde für die Stützen und Träger Douglasie verwendet. Unter einem gemeinsamen Dach konnten hier alle Funktionen für Badegäste, Vereine und Personal gebündelt werden. Entlang der Erschließungsachse wurden außerdem ein Funktionsgebäude sowie eine Aufenthalts- und Aktivitätszone angeordnet. Schattige Sitzbereiche mit Blick auf die Becken und Liegewiesen bieten Raum für Aufenthalt, Gastronomie, Bewegung und Erholung. Die baulichen Anlagen wurden in eine baumbestandene Liegewiese eingebettet und fügen sich selbstverständlich in die Landschaft ein.
Anstelle der vorherigen Freiform orientieren sich die beiden neuen Becken an der historischen, rechteckigen Form. Während das Freizeitbecken eine Fläche von 887 m2 misst, bietet das Schwimmerbecken eine Fläche von 363 m2. An das Freizeitbecken angeschlossen ist eine 70 Meter lange Racerrutsche mit drei Bahnen und digitaler Zeitmessung.
Ein wesentlicher Bestandteil des nachhaltigen Konzepts ist die nahezu autarke Energieversorgung des Freibads. Eine Photovoltaik-Freiflächenanlage mit einer Leistung von rund 160 kWp deckt im Sommer einen Großteil des Strombedarfs des Freibads und unterstützt im Winter die Versorgung des Hallenbads. Die Beckenwassererwärmung erfolgt über Solarabsorberplatten auf dem Dach. Ergänzend wird Brunnenwasser aufbereitet und für den Badebetrieb genutzt. Als Klimaanpassungsmaßnahme wurde eine neue Retentionsmulde integriert.
Auch im Umgang mit dem Bestand wurde Nachhaltigkeit konsequent umgesetzt: So wurde zum Beispiel das bestehende Edelstahlbecken rückgebaut und das Material an anderer Stelle weiterverwendet, anstatt entsorgt zu werden. Hochwertige, langlebige und pflegeleichte Edelstahlbecken sowie robuste Oberflächen tragen zusätzlich zu einem dauerhaft wirtschaftlichen und umweltfreundlichen Betrieb bei. Eine weitere Besonderheit ist sicherlich, dass das Bad nicht nur pünktlich und ohne Verzögerung, sondern auch deutlich unter den angesetzten Kosten fertiggestellt werden konnte.
Beschreibung der Besonderheiten
Nachhaltigkeit
Im Hinblick auf Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung wurden verschiedene Maßnahmen in die Planung integriert. Hierzu zählt insbesondere die Vorbereitung einer Freiflächen-Photovoltaikanlage mit einer Leistung von 160 kWp, die eine nahezu eigenständige Stromversorgung des Freibadbetriebs ermöglicht. Darüber hinaus erfolgt die Beckenwassererwärmung über Solarabsorberplatten auf dem Dach. Die Nutzung und Aufbereitung von Brunnenwasser trägt zusätzlich zur Reduzierung des Trinkwasserverbrauchs bei.
Auch die Konstruktion des Gebäudes wurde unter Nachhaltigkeitsaspekten geplant. Das Tragwerk basiert auf einem Holzskelettbau im Raster von 2,5 m. Brettschichtholzbinder lagern auf quadratischen Holzstützen aus Douglasie, während das Dach aus Brettsperrholz aus Lärche ausgeführt wird. Die Ausfachung erfolgt in Holzständerbauweise ebenfalls aus Lärche. Durch den hohen Anteil nachwachsender Rohstoffe wird die CO₂-Bilanz des Bauwerks positiv beeinflusst.
Konstruktiv werden die Holzelemente durch Bauteile in Stahlbeton-Massivbauweise ergänzt. Das Untergeschoss, die Wandsockel sowie die Stützenfüße werden aus Stahlbeton hergestellt. Die Gründung erfolgt über Bohrpfähle. Die Edelstahlbecken sind ausgesteift und auf einer Stahlbetonbodenplatte mit Bohrpfahlgründung gegründet. Diese Bauweise gewährleistet eine hohe Dauerhaftigkeit und Standsicherheit bei gleichzeitig ressourcenschonendem Materialeinsatz im Hochbau.
Schlagworte
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