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"Kolk 17 Lübeck: Historisches Ensemble wird Kulturstandort" von Remmers Gruppe SE
© Alexander de Cuveland
Mit der Neuordnung des Figurentheaters Kolk 17 in der Lübecker Altstadt entwickelte das Büro Konermann Siegmund Architekten BDA (Lübeck) ein vielschichtig gewachsenes Ensemble grundlegend weiter. Das Projekt steht exemplarisch für eine Baukultur, die den Bestand als wertvolle Ressource begreift – und wurde dafür mit dem Bernhard Remmers Award 2026 in der Kategorie „Bauen im Bestand“ ausgezeichnet.

"Kolk 17 Lübeck: Historisches Ensemble wird Kulturstandort" von Remmers Gruppe SE
© Alexander de Cuveland
Bestand sichern, kulturelle Identität stärken
Das Figurentheater ist seit den 1970er-Jahren fest im kulturellen Leben Lübecks verankert und erstreckt sich über mehrere Gebäude im UNESCO-Welterbe. Die gewachsene Struktur des Gebäudeensembles war jedoch funktional überholt: Defizite bei Brandschutz und Barrierefreiheit sowie unzureichende räumliche Bedingungen gefährdeten den Betrieb.
Vor diesem Hintergrund sollte der Standort zukunftsgerecht aufgestellt und zugleich ein leistungsfähiges Raumgefüge für Theater und Museum geschaffen werden. Die zentrale Herausforderung der Planung lag in der Vereinbarkeit moderner Nutzungsanforderungen mit dem Denkmalschutz. Die Architekten reagierten darauf mit einer klaren funktionalen Trennung: Räume mit hohen technischen Anforderungen wurden in Neubauten verlagert, während die historische Substanz gezielt instandgesetzt wurde.
Von insgesamt neun Gebäuden konnten so sechs denkmalgeschützte Bauten erhalten und saniert werden. „Grundsätzlich basiert unser konzeptioneller Ansatz auf der Prämisse des geringstmöglichen Eingriffs – aus Respekt vor dem Vorgefundenen und im Sinne von Ressourcenschonung und Wirtschaftlichkeit“, erklärt Ingo Siegmund. Zugleich sollte der im Bestand angelegte gestalterische und räumliche Mehrwert bewusst freigelegt und weiterentwickelt werden.

"Kolk 17 Lübeck: Historisches Ensemble wird Kulturstandort" von Remmers Gruppe SE
© Alexander de Cuveland
Ensemble ordnen, Räume neu verknüpfen
Aus dieser Haltung entwickelte sich eine neue räumliche Ordnung. Zentrales Element ist ein großzügiges Foyer in den historischen Bürgerhäusern, das freigelegte Bestandsstrukturen sichtbar macht und als verbindendes Gelenk alle Gebäudeteile erschließt. Von hier aus werden die unterschiedlichen Nutzungen gezielt geführt: zu den Neubauten mit Theatersaal und Forum ebenso wie zu den Bestandsbereichen.
Im Museumsbereich ermöglicht ein „Haus-im-Haus“-Konzept technisch unabhängige Ausstellungsräume, ohne die historische Hülle zu überformen. Charakteristisch ist dabei das bewusste Nebeneinander von historischem Mauerwerk und neuen Sichtbetonstrukturen.

"Kolk 17 Lübeck: Historisches Ensemble wird Kulturstandort" von Remmers Gruppe SE
© Alexander de Cuveland
Komplexität bewältigen, Bestand sichern
Die Umsetzung war durch die dichte städtebauliche Situation und die hohe Dichte historischer Bausubstanz geprägt. Da die nicht denkmalgeschützten Gebäude bzw. Bereiche weder wirtschaftlich sanierbar noch sinnvoll nutzbar waren, ergab sich der Ersatz dieser Strukturen aus der Aufgabe selbst. Eingriffe in den Bestand erfolgten darüber hinaus nur dort, wo sie statisch notwendig oder denkmalpflegerisch vertretbar waren. „Diese komplexe Bauaufgabe erforderte einen extrem hohen planerischen Aufwand. Immer ging es darum, Lösungen zu finden, die im Bestand funktionieren und ihm gerecht werden“, beschreibt Ingo Siegmund den Prozess. Leitend blieb dabei der Anspruch, aus dem heterogenen Gefüge ein klar ablesbares und gestalterisch geschlossenes Ensemble zu entwickeln.
Fachgerechte Ertüchtigung feuchtebelasteter Bauteile
Ein wesentlicher Bestandteil im Rahmen der Umsetzung war die bauphysikalische Ertüchtigung feuchtebelasteter Bauteile. Hoch feuchtebelastete Fußböden und Außenwände der Bestandsbauten wurden mit abgestimmten Systemlösungen von Remmers fachgerecht abgedichtet – zum Beispiel mit der multifunktionalen Bauwerksabdichtung MB 2K. So wurde die historische Konstruktion gegen Feuchtigkeit abgedichtet und ist wieder uneingeschränkt nutzbar.
Das sagt die Jury des Bernhard Remmers Award:
„Eine klare Bereicherung für das Stadtbild: spielerisch und selbstverständlich umgesetzt. Der Umgang mit Bestand und Kontext überzeugt ebenso wie die präzise Setzung von Alt und Neu. Ein lebendiges, einladendes Gebäude, das man nicht nur nutzt, sondern erlebt.“
„Unser konzeptioneller Ansatz basiert auf der Prämisse des geringstmöglichen Eingriffs – aus Respekt vor dem Vorgefundenen und im Sinne von Ressourcenschonung und Wirtschaftlichkeit.“
Ingo Siegmund, Konermann Siegmund Architekten BDA
Projekttafel | |
Bauherr: | Kolk 17 gGmbH, Lübeck |
Architektur: | Konermann Siegmund Architekten BDA, Lübeck/Hamburg |
Planung Feuchteschutz: | Philipp Heinze IBS, Hamburg |
Verarbeitung/Abdichtung: | Nüthen Restaurierungen, Erfurt |
Fertigstellung: | 2025 |
Eingesetzte Remmers Produkte: |
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