Kolk 17 Lübeck: Historisches Ensemble wird Kulturstandort

Remmers Gruppe SE

Mit der Neuordnung des Figurentheaters Kolk 17 in der Lübecker Altstadt entwickelte das Büro Konermann Siegmund Architekten BDA (Lübeck) ein vielschichtig gewachsenes Ensemble grundlegend weiter. Das Projekt steht exemplarisch für eine Baukultur, die den Bestand als wertvolle Ressource begreift – und wurde dafür mit dem Bernhard Remmers Award 2026 in der Kategorie „Bauen im Bestand“ ausgezeichnet.

Bestand sichern, kulturelle Identität stärken

Das Figurentheater ist seit den 1970er-Jahren fest im kulturellen Leben Lübecks verankert und erstreckt sich über mehrere Gebäude im UNESCO-Welterbe. Die gewachsene Struktur des Gebäude­ensembles war jedoch funktional überholt: Defizite bei Brandschutz und Barrierefreiheit sowie unzureichende räumliche Bedingungen gefährdeten den Betrieb.

Vor diesem Hintergrund sollte der Standort zukunftsgerecht aufgestellt und zugleich ein leistungsfähiges Raumgefüge für Theater und Museum geschaffen werden. Die zentrale Her­aus­forde­rung der Planung lag in der Vereinbarkeit moderner Nutzungs­anforderungen mit dem Denkmalschutz. Die Architekten reagierten darauf mit einer klaren funktionalen Trennung: Räume mit hohen technischen Anforderungen wurden in Neubauten verlagert, während die historische Substanz gezielt instand­gesetzt wurde.

Von insgesamt neun Gebäuden konnten so sechs denkmal­geschützte Bauten erhalten und saniert werden. „Grundsätzlich basiert unser konzeptioneller Ansatz auf der Prämisse des geringst­möglichen Eingriffs – aus Respekt vor dem Vorgefundenen und im Sinne von Ressourcenschonung und Wirtschaftlichkeit“, erklärt Ingo Siegmund. Zugleich sollte der im Bestand angelegte gestalterische und räumliche Mehrwert bewusst freigelegt und weiter­entwickelt werden.

Ensemble ordnen, Räume neu verknüpfen

Aus dieser Haltung entwickelte sich eine neue räumliche Ordnung. Zentrales Element ist ein großzügiges Foyer in den historischen Bürger­häusern, das freigelegte Bestands­strukturen sichtbar macht und als verbindendes Gelenk alle Gebäudeteile erschließt. Von hier aus werden die unterschiedlichen Nutzungen gezielt geführt: zu den Neubauten mit Theatersaal und Forum ebenso wie zu den Bestandsbereichen.

Im Museumsbereich ermöglicht ein „Haus-im-Haus“-Konzept technisch unabhängige Ausstellungsräume, ohne die historische Hülle zu überformen. Charakteristisch ist dabei das bewusste Nebeneinander von historischem Mauerwerk und neuen Sichtbetonstrukturen.

Komplexität bewältigen, Bestand sichern

Die Umsetzung war durch die dichte städte­bauliche Situation und die hohe Dichte historischer Bau­substanz geprägt. Da die nicht denkmal­geschützten Gebäude bzw. Bereiche weder wirtschaftlich sanierbar noch sinnvoll nutzbar waren, ergab sich der Ersatz dieser Strukturen aus der Aufgabe selbst. Eingriffe in den Bestand erfolgten darüber hinaus nur dort, wo sie statisch notwendig oder denk­mal­pflegerisch vertretbar waren. „Diese komplexe Bauaufgabe erforderte einen extrem hohen planerischen Aufwand. Immer ging es darum, Lösungen zu finden, die im Bestand funktionieren und ihm gerecht werden“, beschreibt Ingo Siegmund den Prozess. Leitend blieb dabei der Anspruch, aus dem heterogenen Gefüge ein klar ablesbares und gestalterisch geschlossenes Ensemble zu entwickeln.

Fachgerechte Ertüchtigung feuchtebelasteter Bauteile

Ein wesentlicher Bestandteil im Rahmen der Umsetzung war die bauphysika­lische Ertüchtigung feuchte­belasteter Bauteile. Hoch feuchte­belastete Fußböden und Außen­wände der Bestands­bauten wurden mit abge­stimmten System­lösungen von Remmers fach­gerecht abgedichtet – zum Beispiel mit der multi­funktionalen Bauwerksabdichtung MB 2K. So wurde die historische Konstruktion gegen Feuchtig­keit abgedichtet und ist wieder unein­geschränkt nutzbar.

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Das sagt die Jury des Bernhard Remmers Award:

„Eine klare Bereicherung für das Stadtbild: spielerisch und selbstverständlich umgesetzt. Der Umgang mit Bestand und Kontext überzeugt ebenso wie die präzise Setzung von Alt und Neu. Ein lebendiges, einladendes Gebäude, das man nicht nur nutzt, sondern erlebt.“

„Unser konzeptioneller Ansatz basiert auf der Prämisse des geringstmöglichen Eingriffs – aus Respekt vor dem Vorgefundenen und im Sinne von Ressourcenschonung und Wirtschaftlichkeit.“

Ingo Siegmund, Konermann Siegmund Architekten BDA

Projekttafel

Bauherr:

Kolk 17 gGmbH, Lübeck

Architektur:

Konermann Siegmund Architekten BDA, Lübeck/Hamburg

Planung Feuchteschutz:

Philipp Heinze IBS, Hamburg

Verarbeitung/Abdichtung:

Nüthen Restaurierungen, Erfurt

Fertigstellung:

2025

Eingesetzte Remmers Produkte:

Innenabdichtung classic

MB 2K

WTA-Sanierputzsystem

Kiesol (Verkieselung)

Sulfatex und/oder SP Prep

WP DS Levell

SP Top white

SP Fill Q3

Betofix R4

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