Architekturobjekt 2 von 14.245

Architekturobjekte

Heinze ArchitekturAWARD 2026: Teilnehmer


Busbahnhof Premstätten

8141 Graz, Schulstraße 1, Österreich

Diese Objektpräsentation wurde angelegt von: NOW Architektur ZT GmbH

Busbahnhof Premstätten - Busbahnhof Premstätten

© Tom Biela

Busbahnhof im Ortsbild - Busbahnhof Premstätten

© Tom Biela

Glas-PV-Dach trifft Holzskelettbau - Busbahnhof Premstätten

© Tom Biela

Regionaler Verkehrsknotenpunkt für die Süd-Weststeiermark - Busbahnhof Premstätten

© Tom Biela

Busbahnhof als öffentlichen Raum - Busbahnhof Premstätten

© Tom Biela

Anschluss Stützenkopf mit versteckter Infrastruktur - Busbahnhof Premstätten

© Tom Biela

Holzdach als Baldachin - Busbahnhof Premstätten

© Tom Biela

Warme Lichtstimmung bei Nacht - Busbahnhof Premstätten

© Tom Biela

Busbahnhof als Sicherer öffentlicher Raum bei Nacht - Busbahnhof Premstätten

© Tom Biela

Diese Objektpräsentation wurde angelegt von: NOW Architektur ZT GmbH

Basisdaten zum Objekt

Lage des Objektes

Schulstraße 1, 8141 Graz, Österreich

Objektkategorie

Objektart

Art der Baumaßnahme

Neubau

Fertigstellungstermin

09.2024

Projektbeteiligte Firmen und Personen

Architekt/Planer

NOW Architektur ZT GmbH

Volksgartenstraße 6

8020 Graz

Österreich

Fachplanung: Tragwerksplanung

sblumer ZT GmbH

Nußbaumerstraße 2

8042 Graz

Österreich

Fachplanung: Verkehrswesen

Triagonal GmbH

Reininghauspark 5

8020 Graz

Österreich

Fachplanung: Elektrotechnik

Elektroplan Friebe & Korp GmbH

Packer Straße 36

8054 Seiersberg

Österreich

Verwendete Produkte

Mayr Melnhof Holz

Tragwerkskonstruktion

Brettschichtholzträger

mmcité

Außenanlagenausstattungen

Crystal Dreifachabfallbehälter

Pro Metall

Fassaden

Streckmetall

Gebäudedaten

Bauweise

Holzskelettbau

Tragwerkskonstruktion

Holz

Anzahl der Vollgeschosse

1-geschossig

Raummaße und Flächen

Bruttogrundfläche

1.083 m²

Beschreibung

Objektbeschreibung

Infrastrukturbauten zeugen von gesellschaftlichem Fortschritt. Holz als Primärmaterial macht nachhaltige Mobilitätsentwicklung sichtbar und verleiht den Haltestellen Identität und Wiedererkennungswert. Strategisch in Premstätten zwischen den Ortsteilen Ober- und Unterpremstätten, dem Sportplatz und dem Schulzentrum gelegen, reagiert die Architektur mit einem hölzernen Baldachin auf die heterogene Umgebung. 
Das 1000m² große Dach definiert den Ort, fasst die Umgebung und schafft einen qualitativ hochwertigen Raum, der weit über seine Funktion als reine Wartefläche hinausgeht. Die offene Platzgestaltung rund um den Baldachin erweitert die Nutzung um öffentliche und soziale Funktionen, wie die öffentlichen Toiletten oder die Umnutzung und Einbindung des angrenzenden bestehenden Einfamilienhauses als Jugendtreffpunkt. Das Dach selbst schafft eine warme Atmosphäre und eignet sich so auch für das ein oder andere Fest.

„Der Ort ist das, was bleibt. Also muss die Architektur, die sich an diesen Ort einschreibt, auf diesen reagieren und ihn positiv beeinflussen, um langfristig zu bestehen und genutzt zu werden."

Holz wurde bewusst als Primärmaterial gewählt, um den öffentlichen Verkehr sichtbar zu machen. Das komplexe Tragwerk leitet sich direkt aus der Anordnung der Busbahnsteige ab und übersetzt die Verkehrsplanung in eine klar strukturierte Holzkonstruktion. Das einfache statische System wird durch wiederkehrende Verbindungstechnologien geprägt, was die Komplexität der Gesamtkonstruktion leicht nachvollziehbar macht.

Beschreibung der Besonderheiten

Holzbau:​ Die vertikalen Lasten werden über die Nebenpfetten zu den Hauptpfetten und von dort über die parallel zur Fahrtrichtung verlaufenden Hauptträger durch die Stützen in den Untergrund abgeleitet. Die horizontalen Lasten – einschließlich der Anpralllasten – werden ebenfalls von den im Untergrund eingespannten Stützen aufgenommen und weitergeleitet. Die Anschlüsse der Pfetten an die Träger wurden durch ausblattende Verbindungen mit verschraubter Sicherung realisiert. Die Montagestöße sowie die momentensteifen Anschlüsse des Vordaches sind als lösbare Stabdübelverbindungen mit überlappenden Blechen ausgeführt. Die Demontierbarkeit dieser Verbindungen ist gut an den sichtbaren Schraubenköpfen zu erkennen.
Durch das einfache statische System und die wiederkehrende Verbindungstechnologie wird die komplexe Konstruktion klar strukturiert und leicht nachvollziehbar.

Energiekonzept:​ Das Dach ist mit einer semitransparenten PV-Anlage ausgestattet, die nicht nur Witterungsschutz bietet, sondern auch die eigene Beleuchtung mit Strom versorgt.  Überschüssige Energie wird in das öffentliche Netz eingespeist. Die Lichtsensoren passen die Beleuchtung dynamisch dem Tageslicht an. Nachts reduziert sich das Licht auf ein Minimum und wird nur in den Fahrgassen und bei Bewegung hochgefahren. Durch die indirekte Beleuchtung über das Holztragwerk wird entsteht eine warme Lichttemperatur und eine einmalige Atmosphäre geschaffen.
 

Nachhaltigkeit

Die Montagestöße und momentensteife Anschlüsse der Dachkonstruktion, ausgeführt als lösbare Stabdübelverbindungen, ermöglichen einen zerstörungsfreien Rückbau, sodass die einzelnen Bauteile problemlos getrennt werden können. Unterstützt wird dieser Cradle-to-Cradle-Ansatz durch die Planung der Pfosten-Riegel-Dachkonstruktion in gängigen Standardmaßen. So kann sichergestellt werden, dass die Glas-PV-Module, Holzbau- und Pfosten-Riegelelemente ohne aufwendige Anpassungen in zukünftigen Bauprojekten wiederverwendet werden können.

Die PV-Anlage deckt nicht nur den Strombedarf des Busbahnhofs, sondern versorgt auch den Schulcampus in der näheren Umgebung. Überschüssige Energie der ca. 120 kWp Anlage wird in das Netz eingespeist. Vier in die Dachkonstruktion integrierte Wechselrichter dienen der Einspeisung ins Netz, während ein weiterer Wechselrichter eine 20 kWh-Batterie versorgt, welche die Beleuchtung des Daches in den Abendstunden speist und als Backup dient.
Um Lichtverschmutzung entgegenzuwirken, wird die Beleuchtungsintensität automatisiert. DALI-Leuchten und Lichtsensoren passen die Beleuchtung dynamisch dem Tageslicht an. Nachts reduziert sich das Licht auf ein Minimum und wird nur in den Fahrgassen und bei Bewegung hochgefahren.
Das Lichtkonzept ist zudem Artenschonend. Die gezielte Steuereung und das reduzierte Helligkeitsniveau minimieren die Anziehungskraft auf Insekten.
Die Beleuchtung erfolgt ausschließlich indirekt über das Holztragwerk, wodurch die empfundene Lichttemperatur weit wärmer erscheint als die angelegten 3000K.
 

Auszeichnungen

Energy Globe Styria Award 2025 (Kategorie Mobilität)

Nominierung Holzbaupreis Steiermark 2025 (Kategorie Besser-mit-Holz-gebaut)

Schlagworte

Busbahnhof, Verkehrsbau, Mobilität, Öffentlicher Raum, Öffentlicher Verkehr, ÖPNV, Holzbau, nachhaltige Mobilitätsentwicklung, hölzernen Baldachin

Objektdetails

Gebäudespezifische Merkmale

Anzahl Stellplätze

6

Das Objekt im Internet

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