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Das Merkator-Carré in Grevenbroich: Ein Ensemble aus sieben Mehrfamilienhäusern mit insgesamt 100 Wohneinheiten. Die Wärmeversorgung übernehmen insgesamt sieben 2er-Wärmepumpen-Kaskaden, die auf den Dächern installiert wurden.
"Geschosswohnungs-Neubau mit Verantwortung" von STIEBEL ELTRON
Das Merkator-Carré in Grevenbroich: Ein Ensemble aus sieben Mehrfamilienhäusern mit insgesamt 100 Wohneinheiten. Die Wärmeversorgung übernehmen insgesamt sieben 2er-Wärmepumpen-Kaskaden, die auf den Dächern installiert wurden. © STIEBEL ELTRON
„Wir sind uns unserer sozialen und gesellschaftlichen Verantwortung bewusst und versuchen, dieser bei unseren Bauprojekten gerecht zu werden – so auch beim Merkator-Carré in Grevenbroich“, sagt Prof. Dr.-Ing. Jürgen Erbach, der gemeinsam mit seinem Mann Kristof Erbach die IPEM Unternehmensgruppe führt. IPEM tritt nicht nur als Partner für Akteure der Immobilienbranche auf, sondern auch als Bauherr und Betreiber. Beim Merkator-Carré entstanden sieben Mehrfamilienhäuser mit insgesamt 100 Wohnungen – mit ansprechender Architektur, moderner Haustechnik und dem Anspruch, hochwertigen sowie bezahlbaren Wohnraum zu schaffen.
„Es war uns wichtig, auch Sozialwohnungen anzubieten“, so Erbach. 58 Wohnungen sind gefördert, 42 frei finanziert. Unterschiede in Qualität und Ausstattung wurden bewusst minimal gehalten – lediglich die Rollläden sind in frei finanzierten Einheiten elektrisch.
Wärmepumpen und Wohnungsstationen

Zwei der insgesamt sieben Wärmepumpen-Kaskaden, die auf den Dächern installiert wurden.
"Geschosswohnungs-Neubau mit Verantwortung" von STIEBEL ELTRON
Zwei der insgesamt sieben Wärmepumpen-Kaskaden, die auf den Dächern installiert wurden. © STIEBEL ELTRON
Die Heizungs-Haustechnik, komplett aus dem Hause Stiebel Eltron, ist in allen Einheiten identisch – und natürlich nachhaltig: Auf den Dächern der Gebäude stehen insgesamt sechs Luft-Wasser-Wärmepumpen-Kaskaden. Jede dieser Kaskaden versorgt jeweils einen Heizungs-Pufferspeicher in einem Technikraum mit Wärme.
Von hier aus werden über ein Zweileiter-System Wohnungsstationen in den einzelnen Wohnungen bedient, in denen wiederum die Wärme für das Heizverteilsystem – die Fußbodenheizung - und für die Trinkwarmwasserbereitung genutzt wird. Dabei werden relativ niedrige Vorlauftemperaturen von maximal 45 Grad Celsius gefahren, was die Effizienz des Gesamtsystems steigert.
„Mit dieser Vorlauftemperatur sind Warmwassertemperaturen von etwa 42 Grad Celsius in den Wohnungen erreichbar, was für die meisten Anwendungen wie Duschen, Zähneputzen oder Händewaschen völlig ausreicht“, erklärt Stiebel Eltron-Fachmann Udo Steinberg.
„Werden höhere Temperaturen benötigt, wird ein Teil des Warmwassers durch einen in der Wohnungsstationen integrierten Durchlauferhitzer geführt und dort entsprechend erwärmt – so sind Warmwassertemperaturen an der Zapfstelle von bis zu 60 Grad Celsius möglich. Der Nutzer merkt davon nichts: Er stellt einfach seine jeweilige Wunschtemperatur über eine Fernbedienung ein, den Rest übernimmt das System.“
Zweistufige Warmwasserbereitung

Die Wohnungsstationen in jeder Einheit sorgt für die Nutzung der Wärme für die Beheizung der Wohnung und für die Warmwasserbereitung. Der integrierte Durchlauferhitzer übernimmt bei Bedarf das Nacherwärmen des Warmwassers, wenn der Nutzer bis zu 60 Grad Celsius heißes Wasser benötigt.
"Geschosswohnungs-Neubau mit Verantwortung" von STIEBEL ELTRON
Die Wohnungsstationen in jeder Einheit sorgt für die Nutzung der Wärme für die Beheizung der Wohnung und für die Warmwasserbereitung. Der integrierte Durchlauferhitzer übernimmt bei Bedarf das Nacherwärmen des Warmwassers, wenn der Nutzer bis zu 60 Grad Celsius heißes Wasser benötigt. © STIEBEL ELTRON
Diese im Bedarfsfall zweistufige Art der Warmwasserbereitung in der Wohnungsstation in jeder Einheit biete mehrere Vorteile gegenüber einer alleinigen zentralen oder auch einer alleinigen dezentralen Lösung, so Udo Steinberg weiter:
„Würde das Wasser zentral erwärmt und vorgehalten, müssten deutlich höhere Temperaturen vom Heizsystem ganzjährig bereitgestellt werden, was die Effizienz negativ beeinflusst. Darüber hinaus müssten ein zusätzlicher Trinkwarmwasserspeicher und ein Vier-Leiter-System installiert werden – also nicht nur Heizungsvor- und -rücklauf wie hier beim Zwei-Leiter-System, sondern zusätzlich auch Vor- und Rücklauf für die Warmwasserversorgung. Und schließlich müssten dann auch alle Maßnahmen bezüglich der Trinkwasserhygiene aus der Trinkwasserverordnung berücksichtigt werden – unter anderem die regelmäßige Beprobung des Systems.“
Dadurch, dass die Warmwasserbereitung bei der hier gewählten Lösung dezentral in der Wohnung und nur in dem Moment erfolgt, wenn Bedarf besteht, also kein Trinkwarmwasser ständig vorgehalten wird, sind Maßnahmen zur Dokumentation der Trinkwarmwasserqualität nicht erforderlich.
„Alternativ hätte man die Warmwasserbereitung auch nur über Durchlauferhitzer realisieren können. Da das Warmwasser über einen Wärmetauscher in diesem Projekt aber durch den Heizungsvorlauf bis auf rund 42 Grad Celsius und nur im Bedarfsfall mithilfe des Durchlauferhitzers weiter erwärmt wird, profitieren die Nutzer von der effizient und umweltfreundlich von der Wärmepumpenanlage erzeugten Wärme“, erklärt der Experte weiter.
„Außerdem benötigt der Durchlauferhitzer bei dieser Lösung eine deutlich geringere elektrische Anschlussleistung als bei der rein elektrischen Variante, was bei Geschosswohnungsbauten mit entsprechender Anzahl Wohnungen und damit auch Geräten durchaus ein ausschlaggebendes Kriterium sein kann.“
Nachhaltigkeit als Standard
Die Gebäude entsprechen dem KfW-55-Standard.
„Es war von Anfang an klar, auf Wärmepumpen zu setzen“, so Erbach.
Kaskaden mit Vorteilen
Mehrere Wärmepumpen arbeiten flexibel zusammen und passen ihre Leistung exakt dem Bedarf an. Das erhöht Effizienz und Betriebssicherheit, da bei Ausfall eines Geräts andere weiterarbeiten können.
Digitale Vernetzung
Alle Systeme sind online angebunden. Betriebsdaten lassen sich aus der Ferne überwachen, optimieren und Störungen frühzeitig erkennen.
Vorbildliche Technik
Für Experten gilt die Kombination aus Wärmepumpen, Wohnungsstationen und Zweileitersystem als besonders effizient und zukunftsfähig.
Sozialer Anspruch
Neben Nachhaltigkeit war Vielfalt im Quartier ein Ziel: unterschiedliche Wohnungsgrößen, Begegnungsflächen und ein Spielplatz fördern das Miteinander.
„Wir wünschen uns Toleranz untereinander“, so Erbach. Symbolisch stehen dafür die in Regenbogenfarben gestalteten Eingänge aus der Tiefgarage.
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