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Ihr Baulexikonbegriff: Hydrophobierungskriterien
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Baulexikon

Hydrophobierungskriterien

Hydrophobierungsmittel können nach folgenden Kriterien eingestuft werden:
Abperleffekt
Kontaktwinkel
Eindringtiefe
Kapillare Wasseraufnahme
Abperleffekt
Der Abperleffekt ist ein Erscheinungsbild der Hydrophobierung. Zur Prüfung wird Wasser an die hydrophobierte Fläche gespritzt und beurteilt, ob das Wasser ungehindert abperlt oder vom Untergrund aufgesogen wird. Mit dieser Prüfung wird effektiv nur die Oberfläche des Objektes beurteilt, über die Eindringtiefe und die Wasseraufnahme des mineralischen Untergrundes sagt diese Prüfung nichts. Bei reinen Hydrophobierungsmitteln wird man feststellen, dass der Abperleffekt mit der Zeit nachlässt, da sich Silane unter dem Einfluss der UV-Strahlung abbauen. Da die UV-Strahlung aber nicht in den Baustoff eindringt, baut sich die hydrophobierende Substanz nur an der äußeren Schicht der Oberfläche ab, ohne die Wasseraufnahme des Untergrundes wesentlich zu beeinflussen.
Zoombild
Abperleffekt
Kontaktwinkel
In engem Zusammenhang mit dem Abperleffekt steht der Kontaktwinkel. Produkte mit hoher Hydrophobie (wasserabweisende Wirkung) haben einen Kontaktwinkel > 130°, Produkte mit einem Winkel < 30° zeigen keine hydrophoben (wasserabweisenden) Eigenschaften. Die Angabe des Kontaktwinkels allein genügt jedoch nicht, da der Kontaktwinkel u. a. auch von der Oberflächenstruktur abhängig ist. Außerdem macht der Kontaktwinkel nur Aussagen über die Hydrophobie der unmittelbaren Oberfläche.
Eindringtiefe
Je größer die Eindringtiefe der Silane in den mineralischen Untergrund ist desto stärker wird das Substrat auch langfristig vor eindringendem Wasser und Schadstoffen geschützt. Die Eindringtiefe sollte in jedem Fall mindestens einige Millimeter betragen. Die Eindringtiefe ergibt sich aus der Saugfähigkeit des Untergrundes, der Porengröße und der Anzahl der Poren sowie aus der Wirkstoffkonzentration.
Kapillare Wasseraufnahme
Die grundlegende Forderung an ein Hydrophobierungsmittel ist eine Reduktion der Wasseraufnahme über die Kapillaren. Sie sollte bei 24-stündiger Wasserlagerung höchstens 80 % der ursprünglichen Wasseraufnahme betragen. Die Wasseraufnahme des hydrophobierten Baustoffs kann näherungsweise auch mittels des so genannten Karsten'schen Prüfröhrchens ermittelt werden. Die Wasser- und Kohlendioxiddurchlässigkeit werden durch die Hydrophobierung nur geringfügig reduziert. Obwohl die Gasdurchlässigkeit von Beton nach der Hydrophobierung nur geringfügig abnimmt, wird die Karbonatisierung des Betons deutlich verzögert, da diese in trockenem Beton langsamer abläuft als in einer feuchten Umgebung.


© Heinze GmbH 2010 - Das Baulexikon zum Begriff Hydrophobierungskriterien