Unesco Weltnaturerbe Besucherinformationszentrum Grube Messel
64409 Messel, Roßdörfer Straße 108
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Basisdaten zum Objekt
Objektkategorie
Bildungsbauten
Objektart
Sonstige Bildungsbauten
Art der Baumaßnahme
Neubau
Tragwerkskonstruktion
Stahlbeton
Bezugsfertigstellung
08.2010
Anzahl der Vollgeschosse
2-geschossig
Raummaße und Flächen
Rauminhalt - Brutto
7.211 m³
Nutzfläche
870 m²
Bruttogrundfläche
2.060 m²
Auszeichnungen
best architects Auszeichnung, 2011
Lage und Umgebung
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Unesco Weltnaturerbe Besucherinformationszentrum Grube Messel |
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Roßdörfer Straße 108 64409 Messel Deutschland |
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Ø-Note (74)
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Beteiligte Unternehmen
Architekten/Planer
Architektur-, Planungs-, Projektsteuerungsbüro
80538 München
Tel. +49 89 242289-0
Fax +49 89 242289-24
Bauherr
Hessisches Baumanagement Regionalniederlassung Süd
64283 Darmstadt
Tel. +49 6151 4926-1
Fax +49 6151 4926-213
Fachplanung
Holzer Kobler Architekturen GmbH
Fachplanung Landschaftsbau, Freiflächen und Freianlagen
80335 München
Tel. +49 89 4423170
Fax +49 89 44231713
Beschreibung
Objektbeschreibung
Die Schichtung des Ölschiefers als Genius Loci bildet die grafische Grundidee des Gebäudeentwurfs. Wie eine Erdscholle bricht sich das Gebäude von der bestehenden Winkelstützwand los und orientiert sich mit seinen signifikanten monolithischen Wandscheiben zur Grube - dem eigentlichen Höhepunkt des Ortes. Diese Bewegung gipfelt in dem auskragenden Aussichtssteg, von welchem aus man einen Überblick über das Forschungsgelände erhält. Der Besucher durchwandert sinnbildlich die Erdschichten und betritt ein einmaliges Raumgefüge, das keine Analogie zu herkömmlichen Gebäudetypen aufkommen lässt.
Der Bau selbst ist exakt auf die Ausstellung mit ihren spezifischen Anforderungen zugeschnitten. So stimmen die jeweiligen Ausstellungsräume in ihrem Gesamterscheinungsbild sofort auf die dort erläuterte Thematik ein. Erreicht wird dieses durch einfache aber wirkungsvolle Mittel der Architektur wie Enge-Weite, Hell-Dunkeleffekte, hohe oder geringe Raumhöhen. Die Wahl der Materialien erfolgt bewusst schlicht und zurückhaltend, um einer freien Bespielbarkeit durch wechselnde szenografische Einbauten nicht im Wege zu stehen. Gleichzeitig ist dabei ein Gebäude entstanden, welches durch seine Gestalt und die geschaffenen Atmosphären den Alltag ausblendet und nachhaltig in Erinnerung bleibt.
Beschreibung der Besonderheiten
Durch die chronologische Raumabfolge wird der Besucher intuitiv durch die Ausstellungsräume geleitet und kann sich ungestört auf deren Attraktionen einlassen. Nach der Orientierung im großzügigen Foyer beginnt man den Rundgang mit dem Besuch des Kinos. Einem Ort des Ankommens und Entschleunigens, in welchem mittels eines einführenden Films ein Überblick über den Ort und seine wechselhafte Geschichte gegeben wird.
Beginnend mit dem Raum, welcher sich der Vermittlung der Entstehung eines Maarsees widmet, zieht sich die Ausstellung wie ein roter Faden durch die Räumlichkeiten: mit einem Zeitsprung in die Zeit vor 47 Mio. Jahren begibt sich der Besucher sinnbildlich ins Erdinnere. In einer virtuellen Fahrt in die Tiefe gerät er auf eine Reise hinab in 433m Tiefe - unterstützt durch akustische und optische Simulationen. Wieder "festen Boden unter den Füßen" schreitet man nun ausgewählte Teile des realen Forschungsbohrkernes physisch ab. Beginnend im Erdinneren bewegt man sich in dem dunklen engen Raum mit Bergwerkscharakter nach "oben" - dem Licht entgegen. Dort angelangt, hat man die Möglichkeit die angrenzenden Themengärten zu besuchen, die sich in einem fließenden Übergang angliedern oder setzt den Rundgang im Inneren fort.
Im Kontrast zum beengten Bohrkern öffnet sich dem Besucher nun ein hoher, lichtdurchfluteter Raum, welcher die Atmosphäre eines Regenwalds vermitteln soll. Das Leben in und um den damaligen See von Messel soll mit verbindenden Elementen zu heutigen Urwäldern und Seen erlebbar gemacht werden. Im darauf folgenden Raum werden mittels eines Schaulabors die verschiedenen Stadien und Methoden einer Präparation anschaulich vermittelt, welche es erst ermöglichen, dem sensiblen Material Ölschiefer seine Schätze dauerhaft zu entlocken. Höhe- und zugleich Schlusspunkt der Ausstellung ist die Schatzkammer, wo zum Teil wechselnde Präparate künstlerisch ansprechend präsentiert werden. Wie ein Schmuckkästchen inszeniert sich dieser Raum.
Die Landschaftsarchitektur und die Szenographie greifen das architektonische Konzept auf und unterstützen dieses. So werden im Themengarten und in den Außenanlagen vor Ort vorgefundene Materialien wie Ölschiefer, Ytong-Bruch oder Rückstände aus der Ölgewinnung in die Gestaltung integriert. Bis hin zur Verwendung von Pflanzen, welche die Anmutung der Grube in früherer Zeit bereits geprägt haben. Die Ausstellungsarchitektur intensiviert die Raumstimmungen durch Farbwahl und Materialität, sowie abwechslungsreich gestalteten Exponaten, die in enger Zusammenarbeit mit befreundeten Forschern und Wissenschaftlern speziell entwickelt wurden.
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