Sanierung der Fabrikantenvilla Tabakfabrik Vierraden
16303 Schwedt/Oder, Schwedterstraße 19
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Basisdaten zum Objekt
Lage des Objektes
Schwedterstraße 19, 16303 Schwedt/Oder, Deutschland
Objektkategorie
Veranstaltungsbauten
Objektart
Sonstige Veranstaltungsbauten
Art der Baumaßnahme
Neubau
Fertigstellungstermin
04.2012
Gebäudedaten
Tragwerkskonstruktion
Ziegelmauerwerk
Anzahl der Vollgeschosse
3- bis 5-geschossig
Raummaße und Flächen
Nutzfläche
600 m²
Projektbeteiligte Firmen und Personen
Bauherr
kunstbauwerk e.V.
Schwedterstraße 19
16303 Schwedt
Deutschland
Tel. 03332 838350
Architekt/Planer
Dipl.-Ing. Klaus Hirsch
Revaler Straße 102
10243 Berlin
Deutschland
Tel. 030 44652150
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Verwendete Produkte
Lage und Umgebung
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Sanierung der Fabrikantenvilla Tabakfabrik Vierraden |
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Schwedterstraße 19 16303 Schwedt/Oder Deutschland |
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Beschreibung
Objektbeschreibung
Den Erhalt historisch wertvoller Gebäude in Einklang zu bringen mit Wohnkomfort und den Erfordernissen der EnEV ist mitunter eine Herausforderung. Zumal, wenn die Mittel knapp sind. Dass es entschlossenen Planern trotzdem gelingt, zeigt die energetische Sanierung einer ehemaligen Tabakfabrikantenvilla in der Uckermark – mit einer natürlichen Innendämmung von KNAUF PERLITE: TecTem® Insulation Board Indoor.
Wertvolles Zeugnis Uckermarkscher Tabakanbaukultur
Der fünfgeschossige Ziegelbau der Tabakfabrik Vierraden in Schwedt ist ein imposanter Hinweis darauf, dass die Uckermark einmal das größte zusammen¬hängende Tabakanbaugebiet Deutschlands war. Ende des 18. Jahrhunderts wurde hier auf 4.400 Hektar Tabak angebaut.
Der Errichtungszeitraum des Gebäudeensembles Vierraden, bestehend aus Speichergebäude, Fabrikantenvilla und Arbeiterwohnhaus liegt zwischen 1875 und 1880. Nach 1923 diente das Ensemble unterschiedlichen Nutzungen, bis von 1990 an Speicher und Villa leer standen und zu verfallen drohten. 1999 schließlich gründete ein Reihe engagierter Bürger um den Berliner Architekten Klaus Hirsch den Verein kunstbauwerk e.V. Ihr Ziel: die dauerhafte Erhaltung der Gebäude und ihre Nutzung für Symposien interkultureller, insbesondere deutsch-polnischer Zusammenarbeit sowie für Jugendbegegnungen. Seit 2001 wird der Verein hierbei unterstützt von dem Förderverein Tabakfabrik Vierraden e.V.
Sanierungsmaßnahmen
Erste dringende Instandsetzungsmaßnahmen begannen im Speicher, der nach erfolgten Sanierungen an Dach, Holztragwerk, Mauerwerk und Fenstern bereits seit 2000 wieder genutzt werden kann, allerdings begrenzt auf die wärmeren Monate im Jahr.
Anders als beim Speicher stehen bei der Sanierungsplanung der Fabrikantenvilla energetische Aspekte im Zentrum der Überlegungen, da diese möglichst ohne Einschränkungen ganzjährig nutzbar sein sollte. Neben Räumlichkeiten für Seminare und Workshops sollten hier Verwaltungsräume und Übernachtungsmöglich¬keiten für Gäste entstehen. Insgesamt stehen auf drei Etagen rund 600 qm Nutzfläche zur Verfügung. Klaus Hirsch und seine Mitstreiter von kunstbauwerk e.V. planten eine schlichte, denkmalgerechte Sanierung, die den baulichen Charakter des Hauses bewahrt und gleichzeitig den heutigen Anforderungen an Energieeffizienz Rechnung trägt.
Außendämmung ist keine Option
Als weitere Maßnahme wird die Fassade des traufständigen Putzbaus mit seinen spätklassizistischen Stuckverzierungen saniert. Sie ist auch der Grund dafür, dass eine Außendämmung nicht in Frage kommt und man sich auf eine diffusionsoffene Innendämmung mit dem kapillaraktiven TecTem® System verständigt: So werden nicht nur die Anforderungen der EnEV erfüllt, sondern gleichzeitig auch der Wohnkomfort des Hauses modernen Erwartungen angepasst. Daher wird zum Abschluss auf die Fassade eine extrem dampfdurchlässige Silikataußenfarbe aufgebracht (KEIM Soldalit®-arte), die so die diffusionsoffene Innendämmung ergänzt.
Feuchtigkeitsregulierende Innendämmung
TecTem® ist eine mineralische, faserfreie Dämmplatte. (Wärme¬leit-fähigkeit λ = 0,045 W/mK). Neben den thermischen Kennwerten weist das TecTem® System auch sehr gute feuchteregulierende Eigenschaften auf, die sowohl bauphysikalisch vorteilhaft sind als auch das Raumklima positiv beeinflussen (Wasserdampfdiffusionswiderstand µ 5-6, Wasseraufnah¬me-ko¬effizient AW 1,98 kg/m2 s0,5). Hierdurch kann die innovative Dämmplatte von KNAUF PERLITE in hohem Maße Feuchtigkeit aufnehmen und zeitverzögert wieder abgeben. Feuchtespitzen in der Raumluft werden abgepuffert, gleichzeitig erhöht sich die Oberflächentemperatur der Wand. In Kombination mit einem pH-Wert von 10 führt diese natürliche Fähigkeit zur Feuchtigkeitsregulierung zu größtmöglicher Schimmelpilzresistenz.
Vorbemessung als Dienstleistung des Herstellers
Nachdem durch den Hersteller Vorbemessungen (COND Berechnungen) zur Wahl der geeigneten Dämmstärke erfolgt sind, beschließt man, die Innenseiten aller Außenwände der Beletage, des früheren Wohnbereichs der Villa, mit einer 80 mm starken Dämmung zu versehen. Da zwischen den Fensterlaibungen und den Fenstern ausreichend Platz zur Verfügung steht, soll hier statt der üblichen 25 mm TecTem® Laibungsplatte die 50 mm dicke Dämmplatte zum Einsatz kommen.
Verlegung nach Verarbeitungsrichtlinien
Die Montage der Platten erfolgte entsprechend der TecTem® Verarbeitungsrichtlinien. Nach Entfernung nichttragender alter Putzreste wurde zunächst eine Schicht diffusionsoffener Ausgleichsputz aufgebracht, mit besonderem Augenmerk auf einen gleichmäßig ebenen Untergrund (entsprechend DIN 18202 und 18203). Nach der Durchtrocknung wurden die TecTem® Platten mit dem systemeigenen, diffusionsoffenen TecTem®-Klebespachtel an Wänden und Laibungen geklebt: waagerecht, im Verbund, mit mindestens 20 cm Versatz. Die Ecken an den Fensterlaibungen wurden verzahnt ausgeführt, die vorhandenen Unebenheiten des alten Dielenbodens mit komprimierbaren Entkopplungsstreifen ausgeglichen.
System mit System
Entstandene Versatzstellen der TecTem® Oberfläche wurden nach der Verlegung mit dem Schleifbrett egalisiert, offene Fugen von mehr als 2 mm Breite mit TecTem® Füllmörtel geschlossen. Danach folgte die Vorbehandlung der gesamten Fläche mit TecTem® Grundierung. Steck-dosenöff¬nungen wurde mit Hilfe eines Fräsers in die Platten geschnitten, die passenden Geräteverbindungsdosen von Kaiser in die mit TecTem® Dämmplatte oberflächenbündig eingesetzt.
Durchgehend diffusionsoffen
Die Ausführung der Oberflächen als glatte, bewusst nicht übermäßig akkurate Putzoberfläche entspricht dem denkmalschutzgerechten Sanierungskonzept des Planers. Der hierfür aufgebrachte, gewebearmierte TecTem® Flächenspachtel wurde in zwei Arbeitsschritten von Hand aufgetragen und geglättet (Einbettung des TecTem® Gewebes im oberen Drittel der Armierungsschicht; Verlegung in Bahnen, mit 10 cm Überlappung in den Stoßbereichen). Abschließend erfolgte ein weißer Anstrich, systemgerecht mit diffusionsoffener Silikatfarbe.
Fazit: Gelungene Lösung
Die Erhaltung wertvoller Bausubstanz und die gleichzeitige Erfüllung geltender Normen zur Energieeinsparung bilden keinen unauflösbaren Widerspruch, im Gegenteil. Durch den Einsatz der modernen, effizienten Dämm-Technologie TecTem® Insulation Board Indoor von KNAUF PERLITE können Bauten wie die Fabrikantenvilla in Vierraden heute wieder nach außen hin Identität stiften. Neben höherer Energieeffizienz gewährleistet sie nach innen auch eine Feuchtigkeitsregulierung, sorgt so für Wohnkomfort und Behaglichkeit und schützt zudem auch vor Schimmelpilz. In Verbindung mit den TecTem® Systemkomponenten erzielt man ein effektives nicht brennbares Dämmsystem, dass das Raumklima entscheidend verbessert und zum Werteerhalt einer Immobilie beiträgt.
Beschreibung der Besonderheiten
- Sanierung der zur Tabakfabrik Vierraden gehörenden Fabrikantenvilla
- Gesamtfläche der Fabrikantenvilla: 600 qm
- Innendämmung der Beletage mit TecTem® Insulation Board Indoor von KNAUF PERLITE
- Verbrauchsmenge TecTem®: insgesamt circa 250 m² ® in 80 mm Dämmstärke


















