Kinderkrippe und Familienzentrum in Wadern-Dagstuhl
66687 Wadern Dagstuhl, Noswendeler Straße 4
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Mit freundlicher Unterstützung von KNAUF AQUAPANEL
Basisdaten zum Objekt
Lage des Objektes
Noswendeler Straße 4, 66687 Wadern Dagstuhl, Deutschland
Objektkategorie
Sozialbauten
Objektart
Kindergärten, Kindertagesstätten
Art der Baumaßnahme
Umbau
Fertigstellungstermin
11.2012
Gebäudedaten
Raummaße und Flächen
Bruttorauminhalt
2.050 m³
Bruttogrundfläche
620 m²
Kosten
Gesamtkosten der Maßnahme (ohne Grundstück)
780.000 Euro
Projektbeteiligte Firmen und Personen
Bauherr
Kinder- und Jugendhilfe St. Maria Weiskirchen
Klosterstraße 35
66687 Wadern-Nunkirchen
Deutschland
Tel. 06874 1283
Architekt/Planer
WW+ architektur + management
Südallee 41B
54295 Trier
Deutschland
Tel. 0651 99989000
Bauleistung: Trockenbau
Walter Stephany, Stuckateurmeister
Im Hufengarten 54
66687 Wadern-Morscholz
Deutschland
Tel. 06871 2423
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Verwendete Produkte
Lage und Umgebung
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Kinderkrippe und Familienzentrum in Wadern-Dagstuhl |
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Noswendeler Straße 4 66687 Wadern Dagstuhl Deutschland |
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Ø-Note (3)
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Beschreibung
Objektbeschreibung
Als das Architekturbüro WW+ im Jahr 2009 mit den Planungen zur Umwandlung des "alten Bahnhofs" im saarländischen Wadern-Dagstuhl beauftragt wurde, lag bereits eine Abrissgenehmigung für das denkmalgeschützte Gebäude vor. Doch es kam anders. Mit Ausnahme eines statisch unzureichenden Seitenflügels wurde der 1897 errichtete, in den 1950er Jahren erweiterte Bau komplett erhalten – ebenso wie das einige Meter entfernt stehende Wohnhaus des Bahnhofvorstehers. Dass dabei die erhaltenswerten alten Backsteinfassaden weitgehend sichtbar blieben, hängt mit einem Innendämmsystem zusammen, das zu Beginn des Projekts noch ganz neu auf dem Markt war und bei den Planern deshalb zunächst auf Skepsis stieß: TecTem® Insulation Board Indoor von KNAUF PERLITE.
Gut 90 Jahre lang war der sogenannte alte Bahnhof der saarländischen 17.000 Einwohner-Stadt Wadern ein Routenpunkt der Primstalbahn, die über Jahrzehnte die Gemeinden Nonnweiler und Primsweiler verband. Verursacht durch neue Streckenverbindungen und sinkenden Beförderungsbedarf verlor der Bahnhof im Ortsteil Dagstuhl jedoch seit den 40er Jahren an Bedeutung. 1980 wurde der Personenverkehr eingestellt, 1992 schließlich auch der Güterverkehr.
Jahrelanger Leerstand
Als die neue Eigentümerin des Bahnhofs, die Kinder- und Jugendhilfe St. Maria Weiskirchen, im Jahr 2009 die Genehmigung zum Umbau erhielt, standen der denkmalgeschützte Bau und das zugehörige Vorsteherhaus bereits jahrelang leer. Nicht zuletzt deshalb, weil es lange an passenden Ideen mangelte, wie die geltenden Auflagen zum Denkmalschutz mit den Notwendigkeiten einer energetischen Sanierung in Einklang gebracht werden könnten. Als das beauftragte Architekturbüro WW+ mögliche Lösungen durchspielte, hatte man zwar bereits Kenntnis vom natürlichen Innendämmsystem TecTem® Insulation Board Indoor, jedoch noch keinerlei Erfahrung mit dem neuen Material des Herstellers KNAUF PERLITE.
Herausforderung Gebäudedämmung
Systemeinweiser Dieter Ullrich erinnert sich noch gut an die Skepsis, mit der die Planer von WW+ dem gerade neu eingeführten Dämmsystem begegneten. Nicht ohne Grund gelten Innendämmungen wegen des Risikos von Bauschäden durch eingeschlossenes Kondenswasser bis heute als eine Thematik, die besonderer Sorgfalt bedarf. Nach wie vor kommen im Innenbereich Polystyrolplatten in Kombination mit Gipskarton zur Anwendung; oder es werden Vorsatzschalen mit Dampfsperren montiert, die dauerhaft empfindlich sind gegenüber mechanischen Beschädigungen. Um das Risiko von Bauschäden durch nicht abgeführtes Kondenswasser zu begrenzen, galt lange die Devise, Innendämmungen nicht dicker als 40 bis 50 mm auszulegen. Vor diesem Hintergrund trat nun KNAUF PERLITE auf den Plan und warb für ein Innendämmsystem mit Stärken von 50 bis 200 mm.
Vielversprechendes neues Produkt
Die Beteiligten bei WW+ stellten jedoch schnell fest, dass es hinreichende Gründe gab, sich mit dem neuen Material auseinanderzusetzen. Zum einen versprach TecTem® dank herausragender thermischer Kennwerte eine sehr wirksame Reduzierung von Wärmeverlusten. Zum anderen haben die aus vulkanischem Glas (Perlite) hergestellten Dämmplatten die Eigenschaft, auftretendes Kondenswasser aufzunehmen und zeitverzögert wieder abzugeben; mögliche Feuchtespitzen werden auf diese Weise zuverlässig abgepuffert. Gleichzeitig wird aufgrund des durchgängig diffusionsoffenen, kapillaraktiven Systems das Risiko von Bauschäden allgemein erheblich reduziert. Hinzu kommt, dass TecTem® mit dem alkalischen pH-Wert 10 weitestgehend unempfindlich ist gegen Schimmelpilzbildung.
In der Summe ein Eigenschaftsprofil, das den zuständigen Planer Lothar Gillenberg veranlasste, bei KNAUF PERLITE eine Wärmedurchgangsberechnung anzufragen. Die mit dem COND-Programm des Instituts für Bauklimatik der TU Dresden durchgeführte Berechnung kam zu dem Ergebnis, dass sich in der konkreten Situation bereits mit einer 80 mm starken TecTem®-Beplankung ein feuchtigkeitsunabhängiger U Wert von 0,427 W/m2K erzielen ließe. So entschied man sich für eine Kombinationslösung: Die Hauptfassade des alten Bahnhofs zur Straße hin sowie das ehemalige Wohnhaus sollten mit der fassadenerhaltenden Innendämmung von KNAUF PERLITE ausgestattet werden; die neueren Abschnitte des Bahnhofs sowie die rückseitige Fassade würden mit einem konventionellen Wärmedämmverbundsystem versehen werden. Die Umsetzung erfolgte in zwei Bauabschnitten.
Gezielter Ersteinsatz
Bauschnitt Eins betraf den alten Bahnhof und umfasste die Sanierung, den Umbau sowie den teilweisen Neubau des Gebäudes entsprechend seiner künftigen Nutzung als Kinderkrippe. Vor Aufnahme der Arbeiten bestand der langgestreckte Bau aus einem alten Teil und einem später hinzugefügten Westflügel. Der alte, 1897 erbaute Teil setzte sich zusammen aus der zweigeschossigen Bahnhofshalle und einem eingeschossigen östlichen Anbau, jeweils beide mit einem Satteldach versehen. Aus statischen Gründen konnte der östliche Anbau nicht erhalten werden und wurde an gleicher Stelle durch einen Neubau mit Flachdach ersetzt. Instandgesetzt und baulich angepasst wurde auch der in den 50er-Jahren errichtete Westflügel, eine mit einem Flachdach versehene Betonkonstruktion. Bauabschnitt zwei umfasste die Sanierung und den Umbau des ehemaligen Wohnhauses des Bahnhofsvorstehers. In diesem Gebäude befindet sich heute das Familienzentrum der Kinder- und Jugendhilfe.
Zielsetzung: Erhalt des historischen Gebäudecharakters
Das Konzept verfolgte von Beginn an das Ziel, den historischen Charakter des Bahnhofs möglichst zu erhalten und ihn gleichzeitig funktional konsequent auf die künftige Nutzung als Kinderkrippe auszurichten. Nach der notwendigen Entkernung berücksichtigt der neu gestaltete Grundriss gezielt die Umgebungssituation und die nutzungsbedingten Erfordernisse. Da sich vor dem Gebäude eine Straße und eine neueingerichtete Verkehrsinsel befinden, bilden Flure und Nebenräume eine Pufferzone zu den dahinterliegenden Aufenthaltsräumen. Gleichzeitig dienen die Flure als Erlebnis- und Spielzonen. Die ruhigeren Gruppen- und Schlafräume liegen wie auch das Foyer südorientiert, auf der verkehrsabgewandten Seite mit den angrenzenden Freiflächen. Im Obergeschoss befinden sich Küche und Essbereich der Einrichtung, ein Bewegungsraum sowie eine Geräteraum.
Sanierung von Grund auf
Zu Beginn wurde das Gebäude vollständig entkernt und gesäubert. Von der ursprünglichen Substanz erhalten werden konnten die Außenwände, die Kellerdecken und das Stahlbetondach der Bahnhofshalle. Das Satteldach wurde neu aufgebaut, neue isolierverglaste Kunststofffenster eingebaut, zur Straße hin in Schallschutzausführung. In der Folge wurde im Innenbereich ein Vorspritz-Mörtel auf die von sämtlichen Altputzen befreiten Wände aufgebracht sowie ein Grund- und ein Egalisierungsputz aufgetragen. Vor der abschließenden Verlegung einer strapazierfähigen Vliestapete erfolgten die Maßnahmen zur Innendämmung der zur Straße hin gelegenen Außenwand mit einer 80 mm starken Schicht TecTem® Insulation Board Indoor.
Vorbereitungen zur Innendämmung
Besonderes Augenmerk richtete der leitende Stuckateurmeister Walter Stephany auf die normgerechte, gleichmäßig ebene Vorbereitung des Untergrundes. Nach vollständiger Durchtrocknung des Ausgleichsputzes wurden die TecTem®-Platten unter Anwendung des systemeigenen, diffusionsoffenen TecTem®-Klebespachtels an Wänden und Laibungen befestigt – waagerecht, im Verbund, mit mindestens 20 cm Versatz. Eine Dübelung der Platten war nicht notwendig, da die durchgängige Deckenhöhe nirgendwo das Grenzmaß von 3,80 m erreichte. Die Ecken an den Fensterlaibungen wurden verzahnt ausgeführt, in den Laibungen kamen die vorgesehenen 25 mm Laibungsplatten des Systems zum Einsatz.
Um eine gleichmäßig ebene Oberfläche zu erzielen, wurden entstandene Versatzstellen nach der Verlegung mit dem Schleifbrett egalisiert. Fugen von mehr als 2 mm Breite wurden mit speziellem TecTem® Füllmörtel geschlossen. Anschließend wurde die gesamte Fläche mit TecTem® Grundierung vorbehandelt sowie – nach vollständiger Trocknung – in zwei Arbeitsschritten gewebearmierter TecTem® Flächenspachtel aufgetragen und geglättet (Einbettung des TecTem® Gewebes im oberen Drittel der Armierungsschicht; Verlegung erfolgt in Bahnen, mit 10 cm Überlappung in den Stoßbereichen). Dank der konsequenten Anwendung diffusionsoffener Werkstoffe und Materialien entstand eine effiziente, natürliche und gleichzeitig feuchtigkeitsregulierende Innendämmung mit entsprechend positiven Auswirkungen auf das Raumklima. Die erhaltene Backsteinfassade korrespondiert im dahinterliegenden Treppenhaus mit einer gleichfalls unverputzten Backsteinwand.
Bevorzugung natürlicher Werkstoffe
Die Bevorzugung natürlicher, umweltfreundlicher und das Wohlbefinden fördernder Werkstoffe und Technologien durch die Architekten kommt auch in verschiedenen weiteren Details zum Ausdruck. So im Innenbereich in der Verwendung von Hochkant-Lammellenparkett und Kautschuk für die Bodenbeläge; im Außenbereich in der Holzterrasse und in den aus naturbelassenem Holz hergestellten Spielgeräten. Die Beheizung des Gebäudes erfolgt über eine moderne Gastherme, eine Fußbodenheizung gewährleistet auch in den kalten Jahreszeiten hohes Wohlbefinden, insbesondere für die Krabbelkinder. Die Belüftung der Gruppen- und Schlafräume erfolgt mit Hilfe einer autarken mechanischen Be- und Entlüftungsanlage, die per Wärmerückgewinnung die Zuluft temperiert und auf diese Weise nicht nur die erforderliche Luftwechselrate gewährleistet, sondern auch einen hohen Wohlfühlfaktor. Mit der gleichen Zielsetzung wurden auch das Beleuchtungssystem und die Farbgebung konzipiert. Versetzt angeordnete, in Gruppen schaltbare Lichtbänder wirken der Eintönigkeit gleichmäßig heller Räume wirkungsvoll entgegen. Eine dezente, kindgerechte Farbgestaltung setzt gezielte Akzente und erleichtert den Kindern die Orientierung.
Sanierung des Vorsteherhauses
Parallel zum Umbau des Bahnhofs begann im Juni 2010 die Sanierung des ehemaligen Vorsteherhauses. Im Ober- und Dachgeschoss des zweistöckigen Backsteinbaus wird künftig die Verwaltung der Kinder- und Jugendhilfe St. Maria untergebracht sein. In den Räumen des Erdgeschosses soll ergänzend zu den Angeboten der Kinderkrippe eine Nachmittagsbetreuung für Kinder und Jugendliche zwischen 6 und 15 Jahren eingerichtet werden. Die Grundrisskonzeption der jeweils rund 15 m2 großen Räume wurde weitgehend beibehalten. Darüber hinaus gibt es einen großen Besprechungsraum, Toilettenanlagen sowie eine Küche.
Nach Entkernung und Säuberung des Gebäudes erfolgte auch hier zunächst der Neuaufbau eines isolierten Satteldaches (im Unterschied zum kalt gelassenen Dach des Bahnhofes; hier wurde die oberste Zwischendecke gedämmt) sowie der Einbau isolierverglaster Kunststofffenster. Anschließend begannen mit dem Auftrag des Vorspritzers, des Grund- und des Ausgleichsputzes die Maßnahmen zur Innensanierung.
Vollständig natürlich wärmegedämmt
Im Unterschied zum ehemaligen Bahnhofsgebäude wurden aus Denkmalschutzgründen sämtliche Außenwände des Vorsteherhauses mit der mineralischen, faserfreien Innendämmung TecTem® Insulation Board Indoor von KNAUF PERLITE ausgestattet. Auch hier vollzogen sich die Verlegearbeiten ohne Probleme, so Stuckateurmeister Stephany, der für das Zuschneiden der gut handhabbaren Dämmplatten (Breite: 625 mm, Länge: 416 mm) einen gewöhnlichen, feinzahnigen Fuchsschwanz und – trotz vergleichbar geringer Staubentwicklung – das Tragen einer Atemmaske empfiehlt.
Eine Besonderheit bestand in der Anbringung umlaufender Kabelkanäle in fast allen Räumen des Vorsteherhauses. Um die langfristige Stabilität der auf Höhe der Fensterbänke verlegten, circa 15 cm breiten und 6-7 cm hohen Kanäle zu gewährleisten, wurden diese nach der TecTem® Montage wie geplant mit langen Schrauben bzw. Gewindestangen im tragenden Mauerwerk verankert.
Fazit
Die Einführung des innovativen natürlichen Innendämm-Systems TecTem® Insulation Board Indoor von KNAUF PERLITE hat die Möglichkeiten energetischer Sanierungsmaßnahmen entscheidend erweitert. Das durchgängig diffusionsoffene System steigert nicht nur wirkungsvoll Wohlbefinden und Energieeffizienz; es trägt mit seinem minimierten Risiko der Schimmelpilzbildung bzw. der Entstehung von Bauschäden durch nicht abgeführte Feuchtigkeit auch entscheidend zur Bestandssicherheit bei. Seine einfache, problemlose Verarbeitung und die zahlreichen Dimensionierungsoptionen (zwischen 50 und 200 mm) ermöglichen bedarfsgerechte, kosteneffiziente Innendämmmaßnahmen.
Einschränkungen aufgrund der begrenzten Traglast der aus natürlichem Perlit hergestellten Dämmplatten werden durch diverse Montageoptionen relativiert bzw. weitgehend aufgehoben. Die Planer von WW+ werten ihren ersten TecTem®-Einsatz für das Konversionsprojekt Kinderkrippe Wadern durchweg als Erfolg. Vor allem deswegen, weil er ihrer Vorliebe für natürliches, nachhaltiges und damit zukunftsorientiertes Bauen neuen Gestaltungsspielraum gibt.
Beschreibung der Besonderheiten
- Sanierung und Umbau eines ehemaligen Bahnhofsgebäudes in Wadern-Dagstuhl, Umwandlung in eine Kinderkrippe
- Sanierung und Umbau des ehemaligen Vorsteherhauses, Umwandlung in ein Familienzentrum
- Angliederung eines neuerrichteten Multifunktionsraumes an das Familienzentrum
- Verbrauchsmengen TecTem® Insulation Board Indoor (80 mm): Kinderkrippe: circa 70 m2 , Vorsteherhaus: circa 350 m2

























