Humpis-Quartier in Ravensburg
88212 Ravensburg, Marktstraße 45
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Basisdaten zum Objekt
Objektkategorie
Veranstaltungsbauten
Objektart
Museen
Art der Baumaßnahme
Umbau
Lage und Umgebung
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Humpis-Quartier in Ravensburg |
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Marktstraße 45 88212 Ravensburg Deutschland |
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Ø-Note (1)
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Beteiligte Unternehmen
Architekt/Planer
Bauherr
Stadt Ravensburg
88214 Ravensburg
Tel. 0751/820
Statik
Wilhelm und Partner, Stuttgart
BfB Büro für Baukonstruktion, Karlsruhe
Verwendete Produkte
Upheider Weg 94-98
33803 Steinhagen
Deutschland
Tel. +49 1805 750100
Fax +49 1805 750101
www.hoermann.de
Feuer-und Rauchschutztüren
Beschreibung
Objektbeschreibung
Zweihundert Jahre lang bestimmten die beiden Fernhandelsfamilien Humpis und von Neidegg die Geschicke der freien Reichsstadt Ravensburg. Die bauliche Anlage der Anfang des 15. Jahrhunderts von den angesehenen Kaufleuten gegründeten Großen Handelsgesellschaften in direkter Nachbarschaft zueinander ist bis heute erhalten geblieben und war sogar bis in das späte 20. Jahrhundert hinein mit wechselnden Nutzungen belegt. Als sich vor 15 Jahren der Stadt die Gelegenheit bot, die beiden einstigen Repräsentanzen in der oberen Marktstraße mit allen An- und Erweiterungsbauten zu übernehmen, war der Entschluss schnell gefasst, das Areal zu einem Museum umzuwidmen. Ganz ohne Risiko war dieses Vorhaben nicht. Die Architekten standen vor der Aufgabe, ein gelebtes Quartier mit mannigfachen Veränderungen und deutlichen Abnutzungsspuren, seiner Bedeutung entsprechend, vorzeigereif „zurückzubauen“ und sämtliche Funktionen zu ergänzen, die ein Museum braucht, um seiner Aufgabe gerecht zu werden, beginnend mit einem Foyer, einschließlich barrierfreier Erschließung, Kasse, WC-Anlagen bis hin zu einem großen Raum für Veranstaltungen.
Da die Räumlichkeiten innerhalb der Häuser keine passende Größe bereithielten, bot es sich an, den offenen Innenhof zu überdachen. Die Architekten von Space4 wählten dafür eine leichte, freistehende Stahl-Glas-Konstruktion, die auf vier Pendelstützen ruht und mit einer Höhe von 11,5 Metern auch Teile der neugedeckten Dachlandschaft überspannt. Den Stadtvätern war dieser Eingriff wichtig, um den Besuchern unabhängig vom Wetter einen Museumsrundgang zu ermöglichen. Damit übernimmt der Hof als öffentlicher Ort eine zentrale Rolle für das Museum und die Stadt. Der positive Nebeneffekt ist, dass die erhaltenen unverputzten Fassaden und die einfach verglasten Fenster geschützt sind. Weitere Neubauten waren nötig, um die Technik unterzubringen und Raum für die Sonderausstellung zu schaffen. Alle Ergänzungen gehen auf Distanz zum alten Baubestand, der allerdings eines hohen Sanierungsaufwands bedurfte. Besonders das Tragwerk musste nach dem heutigen Stand der Technik an vielen Stellen ertüchtigt werden.
Zu Gunsten der Authentizität wurden in erster Linie „restauratorische Sicherungen“ vorgenommen, die den Originalzustand nicht überzeichnen und historische Spuren ablesbar und verständlich machen. Schließlich ist das wichtigste Exponat des Museums der Gebäudebestand aus dem Spätmittelalter, dessen Konstruktionen und Ausstattungen von großem kulturhistorischem Wert sind und Aufschluss über die Haus- und Quartiersgeschichte Süddeutschlands geben. Darüber hinaus wurden archäologische Funde von unschätzbarem Wert gemacht. Die Bürger von Ravensburg und Umgebung sowie deren Besucher haben jetzt die seltene Möglichkeit, tief in die Geschichte der alten Handelsstadt zu blicken. Wenn auch museal aufbereitet, so lassen sich die Lebensbedingungen vergangener Epochen doch anschaulich nachvollziehen.
Fotos:
- anja koehler.fotografie, Ravensburg
- Space4, Stuttgart
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