Humpis-Quartier in Ravensburg

88212 Ravensburg, Marktstraße 45

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Mit freundlicher Unterstützung von Hörmann Verkaufsgesellschaft

Basisdaten zum Objekt

 
 
 
 

Objektkategorie

Veranstaltungsbauten

Objektart

Museen

Art der Baumaßnahme

Umbau

 

Lage und Umgebung

 
 
 
 
47.7805099
9.6157378
Humpis-Quartier in Ravensburg

Humpis-Quartier in Ravensburg

Marktstraße 45

88212 Ravensburg

Deutschland

 

Ø-Note

 
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 Beteiligte Unternehmen

 
 
 
 

Architekt/Planer

 

70178 Stuttgart

Tel. +49 711 4101920

Fax +49 711 41019259

Bauherr

Stadt Ravensburg

 

88214 Ravensburg

Tel. 0751/820

Statik

Wilhelm und Partner, Stuttgart

 

BfB Büro für Baukonstruktion, Karlsruhe

 

 Verwendete Produkte

 
 
 
 

Upheider Weg 94-98

33803 Steinhagen

Deutschland

Tel. +49 1805 750100

Fax +49 1805 750101

info@hoermann.de

www.hoermann.de

 Beschreibung

 
 
 
 

Objektbeschreibung

Zwei Patriziergeschlechtern hat Ravensburg eines der besterhaltenen mittelalterlichen Quartiere Süddeutschlands zu verdanken. Um seinen Fortbestand zu sichern, fasste die Stadt den Entschluss, die Anlage museal aufzubereiten. Das Stuttgarter Architekturbüro Space4 vereinigte die sieben Gebäude unter einem Glasdach, das jetzt den einst offenen Innenhof überspannt.

Zweihundert Jahre lang bestimmten die beiden Fernhandelsfamilien Humpis und von Neidegg die Geschicke der freien Reichsstadt Ravensburg. Die bauliche Anlage der Anfang des 15. Jahrhunderts von den angesehenen Kaufleuten gegründeten Großen Handelsgesellschaften in direkter Nachbarschaft zueinander ist bis heute erhalten geblieben und war sogar bis in das späte 20. Jahrhundert hinein mit wechselnden Nutzungen belegt. Als sich vor 15 Jahren der Stadt die Gelegenheit bot, die beiden einstigen Repräsentanzen in der oberen Marktstraße mit allen An- und Erweiterungsbauten zu übernehmen, war der Entschluss schnell gefasst, das Areal zu einem Museum umzuwidmen. Ganz ohne Risiko war dieses Vorhaben nicht. Die Architekten standen vor der Aufgabe, ein gelebtes Quartier mit mannigfachen Veränderungen und deutlichen Abnutzungsspuren, seiner Bedeutung entsprechend, vorzeigereif „zurückzubauen“ und sämtliche Funktionen zu ergänzen, die ein Museum braucht, um seiner Aufgabe gerecht zu werden, beginnend mit einem Foyer, einschließlich barrierfreier Erschließung, Kasse, WC-Anlagen bis hin zu einem großen Raum für Veranstaltungen.

Da die Räumlichkeiten innerhalb der Häuser keine passende Größe bereithielten, bot es sich an, den offenen Innenhof zu überdachen. Die Architekten von Space4 wählten dafür eine leichte, freistehende Stahl-Glas-Konstruktion, die auf vier Pendelstützen ruht und mit einer Höhe von 11,5 Metern auch Teile der neugedeckten Dachlandschaft überspannt. Den Stadtvätern war dieser Eingriff wichtig, um den Besuchern unabhängig vom Wetter einen Museumsrundgang zu ermöglichen. Damit übernimmt der Hof als öffentlicher Ort eine zentrale Rolle für das Museum und die Stadt. Der positive Nebeneffekt ist, dass die erhaltenen unverputzten Fassaden und die einfach verglasten Fenster geschützt sind. Weitere Neubauten waren nötig, um die Technik unterzubringen und Raum für die Sonderausstellung zu schaffen. Alle Ergänzungen gehen auf Distanz zum alten Baubestand, der allerdings eines hohen Sanierungsaufwands bedurfte. Besonders das Tragwerk musste nach dem heutigen Stand der Technik an vielen Stellen ertüchtigt werden.

Zu Gunsten der Authentizität wurden in erster Linie „restauratorische Sicherungen“ vorgenommen, die den Originalzustand nicht überzeichnen und historische Spuren ablesbar und verständlich machen. Schließlich ist das wichtigste Exponat des Museums der Gebäudebestand aus dem Spätmittelalter, dessen Konstruktionen und Ausstattungen von großem kulturhistorischem Wert sind und Aufschluss über die Haus- und Quartiersgeschichte Süddeutschlands geben. Darüber hinaus wurden archäologische Funde von unschätzbarem Wert gemacht. Die Bürger von Ravensburg und Umgebung sowie deren Besucher haben jetzt die seltene Möglichkeit, tief in die Geschichte der alten Handelsstadt zu blicken. Wenn auch museal aufbereitet, so lassen sich die Lebensbedingungen vergangener Epochen doch anschaulich nachvollziehen.

Fotos:
  • anja koehler.fotografie, Ravensburg
  • Space4, Stuttgart

 Zeichnungen und Unterlagen

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