Hochwasserpumpwerk mit Auslassbauwerk und Wehranlage, Mainz

55120 Mainz, Gassnerallee .

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Basisdaten zum Objekt

 
 
 
 

Objektkategorie

Betriebsgebäude

Objektart

Sonstige Betriebsgebäude

Art der Baumaßnahme

Neubau

 

Tragwerkskonstruktion

Stahlbeton

 

Bezugsfertigstellung

02.2009

 

Anzahl der Vollgeschosse

1-geschossig

 

Raummaße und Flächen

Rauminhalt - Brutto

1.590 m³

 

Nutzfläche

156 m²

 

Verkehrsfläche

8 m²

 

Bruttogrundfläche

186 m²

Auszeichnungen

2009 - BDA-Preis Rheinland-Pfalz, Anerkennung
2010 - DAM Preis, Architekturpreis Deutsches Architekturmuseum, Nennung unter die besten 23 Bauten in/ aus Deutschland
2011 - Architekturpreis Rheinland-Pfalz, Auszeichnung
2011 - best architects 12, Auszeichnung

Lage und Umgebung

 
 
 
 
50.0271183
8.2417387
Hochwasserpumpwerk mit Auslassbauwerk und Wehranlage, Mainz

Hochwasserpumpwerk mit Auslassbauwerk und Wehranlage, Mainz

Gassnerallee .

55120 Mainz

Deutschland

 

Ø-Note

 
(201)
   

 Beteiligte Unternehmen

 
 
 
 

Architekten/Planer

Architektur-, Planungs-, Projektsteuerungsbüro

55120 Mainz

Tel. +49 6131 288480

Fax +49 6131 288488

Bauherr

Stadt Mainz, Wirtschaftsbetrieb/ Betriebszweig Entwässerung Zitadelle Bau C

 

Generalbau

78187 Geisingen

Tel. 07704/8060

Fax 07704/80050

Planung

Schoyerer architekten BDA, Mainz

 

 Beschreibung

 
 
 
 

Objektbeschreibung

Zur Lage des Gebäudes:

Das Hochwasserpumpwerk liegt am nordwestlichen Rand des Mainzer Zoll- und Binnenhafens unweit der Kaiserbrücke. Durch die Umstrukturierung des bislang industriell genutzten Zollhafengeländes zu einem attraktiven neuen Stadtquartier wird auch das Umfeld des Hochwasserpumpwerks an der Rheinuferpromenade aufgewertet. Wegen der besonderen Lage entschied sich der Auftraggeber, die Stadt Mainz, vertreten durch das Stadtplanungsamt und den Wirtschaftsbetrieb, für eine nachhaltige Gestaltung dieses künftigen Naherholungsgebietes. In enger Abstimmung mit der Stadt Mainz und Fa. Uhrig erreichten die Architekten eine starke Bündelung der gesamten technischen Anlagen, sodass die Hubwehranlage und die Pumpanlage in einer Gebäudehülle untergebracht werden konnte. Ein umzäunter Maschinenpark - das häufige Erscheinungsbild von Pumpwerken - konnte somit auf der Rheinuferpromenade vermieden werden.

Zur Architektur des Gebäudes:

Betriebsgebäude gehören zur technischen Infrastruktur einer Stadt und üblicherweise werden diese ohne jeglichen Gestaltungsanspruch erstellt, in der kurzfristigen Annahme, somit wirtschaftlicher zu bauen. Diese belanglosen Gebäudehüllen bilden oftmals die Grundlage für Verwahrlosung und Vandalismus. Sie verursachen stetige Renovierungskosten, ohne jemals eine tatsächliche Qualität zu erreichen. Daher entschied sich der Auftraggeber, die Stadt Mainz/Wirtschaftsbetrieb, an der Rheinuferpromenade des künftigen neuen Stadtquartiers Zollhafen für eine nachhaltige Gestaltung. Es gibt keine Typologie für Pumpwerke. Den Architekten war es dennoch wichtig ein Gebäude zu entwerfen, welches die Gebäudefunktionen Hochwasserpumpwerk, Auslassbauwerk und Wehranlage thematisiert. Der fenster- und fugenlose Baukörper ist im Sinne der architecture parlante (C.N. Ledoux 1736-1806) lesbar als purer, schwerer Monolith, welcher auf einer großen Wasserader lagert und den Strom reguliert: Auf der Berme (horizontaler Absatz in der Dammböschung) überspannt eine Fußgängerbrücke das geöffnete Auslassbauwerk. Von dieser Brücke aus ist der tiefe Raum des unterirdischen Gebäudeanteiles sichtbar, mit den Pumpenschächten und der Hubwehranlage.

Der Betrachter erahnt, welche Wassermassen hier im Bedarfsfall anfallen. Die Oberfläche des anthrazitfarbenen Betonkubus mit gekanteten Seitenflächen und Traufkanten wurde vollflächig steinmetztechnisch bearbeitet (gespitzt). Durch die 30mm tiefe Rauheit der Oberfläche erinnert nichts mehr an eine konventionelle Bauentstehung. Die geknickten Flächen inszenieren den Sonnenverlauf mit hellen und verschatteten Flanken. Die Oberflächenrauheit verstärkt dieses Spiel in der Wechselwirkung von Streiflicht, vollflächiger Ausleuchtung, zu erneutem Streiflicht und Schatten. Die wenigen, rein technischen Anforderungen geschuldeten, Gebäudeöffnungen werden bündig zur Oberfläche mit verzinkten Stahlgitterrosten geschlossen. Das flache Dach entwässert direkt über die Fassade zum Auslassbauwerk - es wird sich eine Vermosung dieser Fassade einstellen. Das Altern der gesamten Oberflächen ist Entwurfsbestandteil, d.h. das Bauwerk wird zunehmend seine konstruierte Erscheinung und zeitliche Zuordenbarkeit verlieren.

Beschreibung der Besonderheiten

Zur Funktion des Gebäudes:
Über einen Entlastungskanal mit 3 m Durchmesser und einem Fassungsvermögen bis zu 22.000 Liter/Sek. (entspricht einem 20-jährigen Starkregenereignis) wird das Niederschlagswasser der gesamten Innenstadtfläche in den Rhein geleitet. Ab einem 5 jährigen Hochwasser befördern 2 Pumpen das Niederschlagswasser in den Rhein. Eines der weltweit größten Hochwasserschutz-Hubwehre (7,20 m hoch und 3,70 m breit) schützt die Mainzer Innenstadt bis zum 200-jährigen Hochwasser vor einem Rückstau des Rheinwassers in das städtische Kanalnetz. Mit einer Gesamthöhe von ca. 8,50m stellt der sichtbare Gebäudeteil nur die "Spitze des Eisbergs" dar, denn die Unterkante des Hubwehrplattenschachtes liegt 16 m unter Terrain. Die Ausrichtung des Hochwasserpumpwerkes und des Auslassbauwerkes - in Stromrichtung - ist durch die enorme Wassermenge begründet, welche im Ernstfall, d.h. bei voller Aktivität der Gesamtanlage, in den Rhein gefördert werden würde. Bei einer direkten Einleitung würden im Bereich des Auslassbauwerkes die Strömungsverhältnisse des Rheins zu stark verändert werden.

 Objektdetails

 
 
 
 

Schlagwortliste

Hochwasserpumpwerk, Mainz, Stahlbeton, Sichtbeton, kubisch, Zollhafen, Binnenhafen, Rheinufer, geknickt, Kanten, Auslassbauwerk, Hubwehranlage, Pumpanlage, Wehranlage, fensterlos, fugenlos, Monolith, Wasser, Hochwasser, Rhein, anthrazitfarben, Betonkubus, Vermosung, Schatten, Streiflicht, Hubwehr, dunkel, Strömung, schwer, Stein, technische Anlage, rau

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